Michael Tfirst

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:Michael Tfirst, Eröffnung der Ausstellung "Krieg gegen Kinder" im Wiener Künstlerhaus.jpg
Michael Tfirst mit seinem Werk Kardinal Groer Kirchenlogo, aufgenommen bei der Eröffnung der Ausstellung „Krieg gegen Kinder“ im Wiener Künstlerhaus.

Michael Tfirst, geboren als Franz Alois Michael Gugler, (* 10. März 1956 in Waidhofen an der Ybbs, Niederösterreich) ist Gründer der Kunstrichtung „Kath.art“.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Frau Prof. Gerda Matejka-Felden war seine erste Kunstlehrerin.[1] Als sexuelles Missbrauchsopfer durch Angehörige des katholischen Klerus malt Tfirst neben anderen Themen auch über das Thema „Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche“.[2] Er lebt als Künstler in Wien. In der Gemeinschaftsausstellung „Krieg gegen Kinder“ im Wiener Künstlerhaus vom 6. Dezember 2013 bis 23. Februar 2014 waren auch einige seiner Werke ausgestellt.[3][4]

Tfirst ist seit 1981 glücklich verheiratet und Vater von drei studierenden Söhnen.[1] Tfirst ging neben der Malerei auch anderen Berufen nach, wie EDV-Trainer, Religionslehrer, Redakteur, Pressesprecher, Marketingberater, Anzeigenkontakter, Kultursponsoringberater und AMS-Berater (Arbeitsmarktservice-Berater).[2][5][6][7]

Die Republik Österreich hat Tfirst als kirchliches Missbrauchsopfer anerkannt[1] und er bezieht eine Rente als Verbrechensopfer nach dem Verbrechensopfergesetz.[8]

2003 schrieb ihm Kardinal Schönborn in einer Weihnachtskarte, dass er sich für den gemeinsamen Weg bedankt. Der gemeinsame Weg war folgender Schweigegeldvertrag:[9][10][11]

„Herr Tfirst erhält ohne Anerkennung einer diesbezüglichen Rechtspflicht durch die Erzdiözese Wien einen Betrag von € 3.700 ausbezahlt. Dieser Betrag wird zur Abgeltung aller Ansprüche aus allen möglichen Rechtstiteln im Zusammenhang mit den von Herrn Tfirst beschriebenen Tatbeständen des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Belästigung durch Priester oder haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter der römisch-katholischen Kirche geleistet und angenommen. Herr Tfirst erklärt, in Hinkunft keinerlei Forderungen aus dem Sachverhalt gegen Einrichtungen der römisch-katholischen Kirche, deren Mitarbeiter oder Repräsentanten zu erheben und verpflichtet sich, diese von ihm geschilderten Vorkommnisse auch nicht Dritten gegenüber oder in einer für Dritten wahrnehmbarer Weise zu erwähnen, insbesondere zu veröffentlichen.“

Tfirst hat Abt Clemens Lashofer vom Stift Göttweig bereits Mitte der 1970er Jahre über die Missbräuche von Pater Hermann Groer (dem späteren Kardinal) während des Beichtgesprächs informiert. Tfirst hatte damals darüber auch Medien informiert, aber da war Groer noch nicht prominent, sondern nur Lehrer und Priester. Erst 20 Jahre später (1995), als Groer trotz öffentlicher Vorwürfe mehrerer Opfer zum Kardinal und Erzbischof von Wien ernannt wurde, begannen sich die Medien dafür zu interessieren.[1]

Eine Bekannte eines anderen Groer-Opfers schickte an Groer direkt einen Brief, in dem sie ihn fragte, warum er seine abgetragenen Unterhosen an ein Missbrauchsopfer von ihm verschenke. Zur Erinnerung an die guten Zeiten? Jener Brief hat Tfirst inspiriert, ein „Groer-Unterhosen-Kirchenlogo“ zu gestalten.[12][1]

Seit 1999, nach der Gründung einer großen Missbrauchskommission in Irland, fordert Tfirst, dass Österreich auch dringend so einer Kommission bedürfe oder dass mittels Sammelklagen endlich gegen die katholische Kirche vorgegangen werden solle.[13][14] Nachdem Tfirst mehrfach auf die Notwendigkeit einer solchen Kommission in Österreich aufmerksam gemacht hatte,[15][16] wurde im März 2010 aufgrund seiner Anfragen die Klasnic Kommission eingesetzt. Es folgte die Stadt Wien Kommission in Verbindung mit dem Weissen Ring. Die anderen Bundesländer gründeten mit der Zeit auch irgendwelche Missbrauchskommissionen. Kein Opfer wurde bis jetzt (Stand 2014) beraten, wo es Opferrenten zu beziehen gibt und welche staatlichen Stellen dafür zuständig sind, usw. All das hätte von Anfang an die Aufgabe der von Tfirst geforderten übergeordneten Kommission sein sollen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Michael Tfirst – Blogspot. Offizielle Homepage von Michael Tfirst. Abgerufen am 26. Februar 2014.
  2. 2,0 2,1 Sexdelikte: Seit 2004 sechs Verfahren gegen Geistliche. Salzburger Nachrichten. Verfasst am 9. März 2010.
  3. Künstlerhaus: Kunst über das Kinderleid. Artikel der "Presse". Abgerufen am 26. Februar 2014, Print-Ausgabe vom 06. Dezember 2013.
  4. Krieg gegen Kinder. Ausstellung im Künstlerhaus. Abgerufen am 26. Februar 2014.
  5. Falsche Exekution – anti ams. Verfasst am 23. August 2008.
  6. Die Spielchen mit der Maus. Artikel der Zeitung "Der Standard". Verfasst am 5. Juni 1999.
  7. Pfusch bei Exekutionsberechnungen im AMS. Rechtsinformation bei "SoNed". Abgerufen am 26. Februar 2014.
  8. Verbrechensopfergesetz Österreich. Bundeskanzleramt Rechtsinformationssystem. Fassung vom 26. Februar 2014.
  9. Erlösungsversuche von dem Bösen. Artikel im "Profil". Verfasst am 21. Juni 2010.
  10. Tausende Priester sind Kinderschänder. Heise Online. Verfasst am 23. Juni 2009.
  11. Schweigegeldvertrag von Kardinal Schönborn – Tfirst kreativ. Verfasst am 24. Februar 2014.
  12. Kardinal Groer Kirchenlogo – Tfirst kreativ. Verfasst am 24. Februar 2014.
  13. Anwälte wollen Kirche klagen . Kleine Zeitung. Artikel verfasst am 22. April 2010.
  14. Musterverfahren Missbrauch: Kirche wird verklagt. Online Artikel des Magazins "Österreich". Verfasst am 22. April 2010.
  15. Missbrauch und Kirche: Opfer droht, etliche Namen zu nennen. Artikel im "Standard". Verfasst am 2. August 2002.
  16. Missbräuche wurden bereits 2004 aufgedeckt!. Atheisten-Info. Abgerufen am 26. Februar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

  Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.