Michael Sell (Theologe)

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Michael Sell (* 1972 in Schweinfurt)[1] ist ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher, der wegen einer Beziehung und Vaterschaft aus dem Kirchenamt vom Bistum Würzburg suspendiert wurde. Der Fall fand eine rege Aufmerksamkeit in der regionalen Öffentlichkeit.

Leben[Bearbeiten]

Sell studierte Theologie in Würzburg und Innsbruck. Am 20. Februar 1999 weihte ihn Bischof Dr. Paul-Werner Scheele in Würzburg zum Priester. Danach war Sell zunächst Kaplan in der Pfarrei Mariä Geburt in Aschaffenburg und von September 1999 bis 2001 in Marktheidenfeld. Anschließend wurde er im September 2001 Kaplan und Pfarradministrator in Hammelburg-Sankt Johannes, Untererthal und Gauaschach. Zum 1. April 2003 wurde er zum Pfarrer von Hammelburg-Sankt Johannes mit Filiale Pfaffenhausen, zum Pfarrer von Untererthal mit Filiale Obererthal sowie zum Kurat von Gauaschach ernannt. Im Jahr 2005 übernahm er schließlich auch das Amt des stellvertretenden Dekans des Dekanats Hammelburg. Zum 1. Dezember 2008 wurde Sell außerdem Kuratus von Obereschenbach mit Filiale Untereschenbach und war damit Pfarrer der Gemeinden der künftigen Pfarreiengemeinschaft Hammelburg.

Über mehrere Jahre führte Sell eine Beziehung mit einer Hauptschullehrerin. Im September 2009 wurde Sohn Leonard geboren. Sell wurde daraufhin vom Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann zu einem Gespräch am 15. Oktober 2009 geladen und dann suspendiert.[2] Sell erklärte: „Es befreit und es ist wunderbar, jetzt offiziell zur Liebe und zum Leben stehen zu können.“[3][4] An die Pfarreiengemeinschaft Sieben Sterne im Hammelburger Land ließ Bischof Hofmann einen Brief verlesen: „Ich selbst bin auch erschüttert, traurig und enttäuscht über die Entwicklungen, die zu diesem Schritt geführt haben. (...) Im persönlichen Gespräch mit ihm konnte ich als Bischof nicht anders handeln, weil auch ich gebunden bin an das geltende Recht der Kirche.“[5]

In Hammelburg sammelten Kirchenmitglieder, im Hammelburger Aktionskreis „Kirche in Bewegung“ organisiert, über 7.000 Unterschriften, die sie dem Bistum am 5. Februar 2010 überreichten. Sie forderten eine Reform des Zölibats.[6]

Seit Januar 2011 ist Sell Leiter der Jugendbildungsstätte des Bezirks Schwaben bei Memmingen. Hier ist er unter anderem verantwortlich für das pädagogische Programm, die Gruppenleiterschulungen und die Betreuung von Schulklassen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pfarrer Michael Sell von priesterlichen Aufgaben entbunden
  2. Pfarrer Michael Sell ist Vater. Bischof zitierte den Hammelburger Priester nach Würzburg. In: Main-Post, 15. Oktober 2009 (online)
  3. Interview mit Hammelburgs Stadtpfarrer Michael Sell. In: Main-Post TV, 16. Oktober 2009 (online)
  4. Ex-Pfarrer Michael Sell. Leben nach der Entlassung. In: Bayerisches Fernsehen, 14. Januar 2010 (online)
  5. Brief des Bischofs: „Traurig und enttäuscht.“ In: Main-Post, 23. Oktober 2009 (online)
  6. Tausende Unterschriften für Pfarrer Sell. In: BR online, 8. Februar 2010 (online)
  7. Michael Sells neue Berufung. In: Main-Post vom 28. Juni 2011 (online)

Siehe auch[Bearbeiten]


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