Max Stahl

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Max Stahl (* 14. Februar 1890 in Hohenwestedt) war ein deutscher Offizier der Schutz- und Sicherheitspolizei in Hamburg. Am 12. April 1946 wurde er von einem britischen Militärgericht wegen Beteiligung an einer Hinrichtung eines polnischen Zwangsarbeiters zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Laufbahn[Bearbeiten]

Seine Laufbahn in der Polizei begann am 21. Oktober 1919 bei der Schutzpolizei in Hamburg. Ab 1920 gehörte der Sicherheitspolizei in Hamburg an. Im gleichen Jahr war er als Hauptwachtmeister im Stab Hafen tätig. Zum Polizeileutnant wurde er am 1. Juni 1921 befördert[1]. Am 1. November 1923 erfolgt seine Ernennung zum Polizeiobrleutnant.

Seine Orientierung zum Nationalsozialismus zeigte sich in seiner Mitgliegschaft in der NSDAP vom 1. Januar 1933 als Mitglied Nr. 1443648, also vor der Machtergreifung. Zum Polizeihauptmann wurde er am 1. April 1934 befördert. Im Jahre 1939 führte er die 2. Schutzpolizeihundertschaft in Hamburg. Nach seiner Ernennung zum Polizeimajor leitete er ab dem 1. November 1939 den Polizeiabschnitt X in Hamnburg-Wandsbeck.

Mitglied der SS (SS-Nr. 340738) wurde er am 10. September 1939. Am 1. April 1940 wurde er zum SS-Sturmbannführer befördert[2].

Am 29. Juli 1940 führte er als Kommandeur das Polizeiausbildungsbataillon Lübeck.

Hinrichtung eines polnischen Zwangsarbeiters[Bearbeiten]

Durch eine Denunziation wurde der polnische Zwangsarbeiter Andrzej Szablewski beschuldigt, sexuell mit einer deutschen Frau verkehrt zu haben. Bis zu seiner Todesstunde hat er diese Beschuldigung als unwahr zurückgewiesen. Trotzdem wurde er durch einen Befehl von Heinrich Himmler im Frühjahr 1942 über das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zum Tode verurteilt. Im März 1942 besichtigte Stahl mit dem Polizeihauptmann Otto Hinze den beabsichtigten Hinrichtungsort bei Poppenbüttel[3]. Dabei erteilte Stahl die entsprechenden Befehle für die Absperrungen des Hinrichtungsortes. Himmler hatte befohlen, dass 200 polnische Zwangsarbeiter bei der Hinrichtung am 13. März 1942 anwesend sein sollten. Da diese Zahl von Anwesenden nicht erreicht werden konnte, wurden Mitarbeiter der Gestapo Hamburg und des Sicherheitsdienstes (SD) der SS zum Hinrichtungsort befohlen. Nach Kriegsende wurde Stahl von der britischen Besatzungsmacht am 10. Juni 1945 aus dem aktiven Polizeidienst entlassen, nach dem er schon am 26. Mai 1945 seine Dienststellung verloren hatte.

Prozess vor einem britischen Militärgericht[Bearbeiten]

Am 4. April 1946 begann der Prozess Judge Advocate General 189 im Curio-Haus in Hamburg. Neben Max Stahl wurden auch seine Untergebenen Polizisten Willy Schmidt und Otto Schulz angeklagt. Daneben wurden den Angehörigen der Gestapo Alfred Bauer, Karl Mumm und Wilhelm Wichmann der Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verstöße gegen das Kriegsrecht vorgeworfen. Stahl verteidigte sich mit dem Argument, er habe aus Befehlsnotstand gehandelt. Am 12. April 1946 verurteilte ihn das Gericht zu zehn Jahren Haft. Am 2. Juli 1952 wurde Stahl aus dem Gefängnis in Werl entlassen[4].

Am 25. Oktober 1965 kam es wegen erneuter Ermittlungen durch den Landgerichtsrat Dr. Krüger zu Untersuchungen ( Az: 147 Js 36/65) gegen Max Stahl. Über den Ausgang dieser Untersuchungen ist nichts überliefert worden, weil die Akten vernichtet wurden[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Seeger, Der Tod eines Zwangsarbeiters, Bremen 2003, ISBN 978-3934836563
  • Herbert Diercks, Zwangsarbeit und Gesellschaft, Bremen 2004

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Seeger, Der Tod eines Zwangsarbeiters, Bremen 2003, S. 90
  2. SS-Hauptpersonalamt, Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP, Stand vom 1. Oktober 1944, Berlin 1944, S. 46, Nr. 1797
  3. Andreas Seeger, ebenda, S. 44
  4. Entlassung von Max Stahl aus der Haftanstalt Werl
  5. Andreas Seeger, ebenda, S. 88 FN 86
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