Markus Hungerbühler

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Markus Hungerbühler (* 17. Juni 1930 in Horn TG) ist ein Schweizer Kunstmaler und Pädagoge für Gestaltung und Vermittlung visueller Konzepte. Er malt im Stil eines neo-realistischen Post-Impressionismus.

Leben[Bearbeiten]

Markus Hungerbühler wurde in Bad Horn am Bodensee geboren. Er ist in einer grossen Familie aufgewachsen, in der sich künstlerisches Talent und künstlerisches Flair seit Generationen vererbt haben. Schon früh fiel seine künstlerische Begabung auf, der Vater drängte jedoch auf das Erlernen eines „seriösen“ Metiers. So machte er zunächst eine Lehre als Schaufenster-Dekorateur in Arbon, ebenfalls am Bodensee zwischen Rorschach und Romanshorn gelegen. Nebenbei besuchte er die Kunstgewerbeschulen in St. Gallen und in Zürich. Dort holte er sich die Grundlagen für das Malen, seine eigentliche Berufung. Ende der 40er Jahre entstehen die ersten Gemälde. Mitte der 50er Jahre wechselte er als Referent und Fachlehrer für Gestaltung und Visualisierung von Konzepten an den Hauptsitz der Schweizer Einzelhandelsgruppe Coop nach Basel. Erst nach seiner Pensionierung 1993 konnte er sich voll und ganz der Malerei widmen.

Werk[Bearbeiten]

Entscheidendes Merkmal der Kunst Markus Hungerbühlers ist seine Naturverbundenheit. Der Bodensee als konkrete Landschaft und als Seelenraum beeinflusst sein Schaffen bis in die Gegenwart. „Im malerischen Erfassen des Sees, der leisesten Bewegung der Wellen, wie dem grandiosen Spiel der Farben, findet seine Sensibilität vollen Ausdruck. Markus Hungerbühler weiss den Bodensee so zu malen, wie ihn Hermann Hesse in seinen Erzählungen literarisch festgehalten hat.“ (Edith Nobel-Rüefli)

Die ersten Bilder entstanden in den 40er Jahren. Sie sind in warmen Brauntönen gehalten, später kommen auch dunklere Farben dazu. Er steht unter dem Eindruck des frühen van Gogh und von Edvard Munch. Die Themen sind See, Vegetation, Natur. In den 50er und vor allem in den 60er Jahren findet die Entdeckung der Farbe statt. Die Palette hellt sich auf. Verstärkt gibt es pastose Farbanwendungen, der Künstler arbeitet mit Pinselrücken und Spachtel, macht auch Versuche mit Collagen. Stilistisch wird ein langer Weg zurück gelegt: von der Romantik über den Realismus, die Impressionisten und Post-Impressionisten bis zu den Expressionisten. Das Studium der Werke von Turner, Boudin, Delacroix, Manet, Monet, Pissarro, Sisley, aber auch von Liebermann wirkt sich aus. In den Flusslandschaften von Sisley entdeckt er die Charakteristika des Fliesswassers. Er verweilt kurz beim Pointillismus. Den endgültigen Durchbruch zum bewussten Einsatz von Farbe als primär stilbildendem Element bringt das Studium von Cézanne, von van Gogh in seiner Provence-Zeit und schliesslich der Expressionisten. Den Schritt in den Kubismus und damit in die Abstraktion macht der Künstler hingegen nicht, wie er überhaupt auf Distanz zu neueren Richtungen in der Malerei bleibt, Matisse und Klee ausgenommen. Dennoch braucht Markus Hungerbühler die permanente künstlerisch-intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Werk anderer. Sie ermöglicht ihm, den eigenen Stil zu finden. Und diesem, einer individuellen Integration von Romantik und Impressionismus, bleibt er bis heute treu. Immer geht es ihm um die malerische Erfassung der Flüchtigkeit von Naturstimmungen und von atmosphärischen Veränderungen. Der Künstler mal vorzugsweise in Öl, ab 2010 auch vermehrt Aquarell und Tempera.

Literatur[Bearbeiten]

  • Markus Hungerbühler (Hrsg.): Malerische Begegnungen mit dem Bodensee, Birkhäuser + GBC, Reinach, 2009
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