Market Access

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Market Access beschreibt im Rahmen der Markteinführung von Arzneimitteln "eine nutzenorientierte Denkhaltung, mit der es auf den gesamten Prozess der Entwicklung und Anwendung von Arzneien koordinierend und steuernd einwirkt und dabei als Instrument den Marktzugang und die Marktakzeptanz herbeiführt."[1] Dieser Dreiklang aus "Denkhaltung-Prozessorientierung-Instrumentalcharakter" des Market Access zeichnet sich durch folgende Kriterien aus:


Denkhaltung: Durch eine verstärkte Nutzenorientierung kommt Market-Access die Aufgabe zu den geforderten Nettonutzenaspekt von Arzneien als Handlungsmaxime sowohl strategisch als auch organisatorisch im Unternehmen zu verankern.

Prozess: Market Access ist als ein prozessualer Verlauf zu verstehen, der sich über die gesamte Wertschöpfungskette erstreckt, ausgehend von der Entwicklung in den Laboren bis hin zur Anwendung von Arzneien durch den Endverbraucher. Hierbei hat Market-Access die Kosten-Nutzen-Kalküle in den unterschiedlichsten Reifegraden des Produkts einzubringen und bei Bedarf koordinierend einzugreifen.

Instrument: Dem Management von Market Access wird im Zuge des Markteintritts ein instrumenteller Charakter zuteil, wodurch der Zugang eines Produkts zum Markt hergestellt und seine Akzeptanz durch die verschiedenen Stakeholder und Interessengruppen sichergestellt werden soll.


Das Thema Market Access hat insbesondere im Zuge jüngster gesundheitspolitischer Entwicklungen und hierbei vor allem durch den Gesetzentwurf zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung (AMNOG) erheblich an Bedeutung gewonnen. Während bisher der therapeutischen Wirksamkeits-, der toxikologischen Unbedenklichkeits- und der pharmazeutischen Qualitätsprüfung eine wesentliche Schlüsselstellung für die Zulassung und Erstattung von Arzneimitteln zuteil wurde, wird dem Hersteller mit dem aus dem AMNOG resultierenden Gebot, einen (Zusatz-) Nutzennachweis zu erbringen, eine weitere, vierte Hürde auferlegt.[2] So geht aus dem vorliegenden Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit hervor, dass das Pharmaunternehmen spätestens zum Zeitpunkt der Markteinführung den Mehrwert im Sinne eines Zusatznutzens eines neuen Präparats in einem Frühbewertungsdossier nachweisen soll. Daran schließen sich in einem mehrstufigen Prozess verschiedene Phasen der Preisfindung für das zugelassene Arzneimittel an. Für Präparate, denen kein Zusatznutzen attestiert wird, erfolgt eine Zuordnung zu einer Festbetragsgruppe. Ist eine derartige Kategorisierung nicht möglich, schließen sich - genau wie für Arzneimittel, für die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einen Zusatznutzen beschlossen hat - Preisverhandlungen mit dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen an.

Neben der zunehmenden Überwindung zulassungsrechtlicher Hürden verdeutlicht das Verständnis von Market Access aber auch die gestiegenen Anforderungen an die Erhebung und Dokumentation evidenzbasierter Daten zur Wirtschaftlichkeit von Arzneimitteln. Diese Komplixitätszunahme äußert sich insbesondere auch in den wachsenden Herausforderungen, denen pharmazeutische Hersteller bei der Etablierung eines effektiven und effizienten Stakeholder-Management gegenüberstehen. "Insofern ist auch die neue Funktionszuordnung des Managementbereichs Market-Access als zielgerichtete Adressierung der entscheidenden Informationen zum richtigen Zeitpunkt an die relevanten Anspruchsgruppen zu verstehen, um den Mehrwert eines Arzneimittels zu vermitteln und dadurch den optimalen Erfolg zu erreichen."[3] Als entscheidene Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges Market-Access-Management gelten somit auch "soft-skill-ähnliche" Fähgkeiten wie etwa "die Berücksichtigung der Auswirkungen, welche ein Arzneimittel auf dem Gesundheits- beziehungsweise Arzneimittelmarkt haben könnte, das Verständnis des Einflusses, welches ein sich veränderndes Gesundheitssystem auf das Arzneimittel ausübt, die Vorbereitung eines (positiven) Umfeldes, welches die Annahme und Akzeptanz des Arzneimittel unterstützt, sowie die Kommunikation des Mehrwertes des Produktes an die entscheidenden Stakeholder, die die Annahme und Akzeptanz des Arzneimittels beeinflussen." [1]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 Ralph Tunder: Market-Access – Entwicklung eines konzeptionellen Managementansatzes. In: Handbuch Market-Access, 2010, S. 8–36.
  2. Rahel Willhardt: Market-Access, aber richtig. In: pharma marketing journal, 4/2010, S. 12-15.
  3. Ralph Tunder: Market-Access – Entwicklung eines konzeptionellen Managementansatzes. In: Handbuch Market-Access, 2010, S. 8–36 | S. Dawson, E. Rosen, Market-Access in practice: do you have a strategy?, in: Pharmaceutical Field, 2010 (www.pharmafield.co.uk).


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