Mario Andreis

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Mario Andreis war Sohn eines Steuereintreibers der Grafen Thurn, gebürtig von einem kleinen Dorf das an den geografischen Grenzen im Süden von Südirol liegt, geboren und aufgewachsen in Schio, wo der Vater in der Zwischenzeit eine ähnliche Tätigkeit ausübte.

Er lebte lange Zeit in Wien in der Hahngasse, von wo aus er begann über die Loreley, die Fee des Rheintales bei Worms zu schreiben und, er lebte in Vicenza.

Schriftsteller, Poet und Übersetzer[Bearbeiten]

Andreis war Deutschlehrer in Wien, die Stadt, die er immer als seine natürliche Heimat bezeichnete. Danach unterrichtete er lange Zeit am klassischen Gymnasium Paolo Lioy in Vicenza, dann in Köln und Frankfurt am Main. Wichtige Übersetzungen vieler literarischer germanischer Werke vom Deutschen ins Italienische gehen auf ihn zurück.

Viele seiner Gedichte sind beeinflusst von Heinrich Heine, dessen Übersetzer er war, wie auch seiner Lieder zuerst in der Sprache des Veneto und dann in italienischer Sprache. Dasselbe gilt für Heinrich von Kleist. Mario Andreis wurde im Italienischen Übersetzer von Schiller und Schopenhauer.

Während der Zeit des Faschismus gelang es ihm, viele Manuskripte, die sonst auf dem Scheiterhaufen von Faschismus und Nationalsozialismus gelandet wären, zu retten.

Bildhauer mit Hilfe der bloßen Hände[Bearbeiten]

Hinter dem kühlen Anblick seiner blauen Augen, welche den Anschein von Abgegrenztheit vermittelten, war er jedoch bis ins kleinste Detail aufmerksam. Andreis war er ein großer begeisterter Erforscher und Bewunderer von Berglandschaften wie auch von Wäldern und wurde geschätzt für seine originelle Kunst, mit der er es schaffte, unbearbeitete, rohe Holzstücke der Wälder zu finden und diese so zusammenzusetzen, dass er diese dabei in ihrer natürlichen Beschaffenheit und unbearbeitet durch den Menschen ließ. Das bekannteste seiner naturalistischen Kompositionen aus Rohholzstücken der Wälder ist seine Krippe, die im Volkskundemuseum in Wien aufbewahrt ist. * (Eine Krippe aus Rohholzstücken: Österreichisches Museum für Volkskunde in Wien/Laudongasse)

In seinem Studio und beim italienischen Kulturzentrum in Wien zählen zu den Freunden und Bekannten Stefan Zweig, Thomas Mann, Simon Wiesental, Hans Chaim Myer (alias Jean Amery), Robert Einstein und, er wurde zum Sympathisanten von Konrad Lorenz und Siegmund Freud für den Andreis ohne Erfolg mittels dichter Korrespondenz mit dem Neffen Ettore Malosso, Flieger in Kontakt mit Vittorio Mussolini, versucht, bei Hitler die Auswanderung seiner Schwestern zu bewirken. * (archivio biblioteca Ettore Malosso) In Italien als Lehrer schult er den jungen Schriftsteller Remo Schiavo.

Als er sich 1944 im Veneto aufhält, mit dem Auftrag die Verbindung und das Dolmetschen zwischen Deutschen und den lokalen Behörden zu unterhalten, gelingt es ihm, nicht ohne Gefahr für sein Leben, eine Dame aus Thüngen zu verstecken, indem er ihr Zuflucht bei den Verwandten in Caprino Veronese verschafft.

In den Jahren seiner Präsidentschaft bei der Accademia Olimpica stellt er, nachdem er lange Zeit seiner Ehefrau Eleisa Concato aus Asiago, ihrerseits auch Lehrerin aber der Philosophie und Geisteswissenschaften, beistand, der Stadtbibliothek Bertoliana viele katalogisierte Werke zur Verfügung. Werke die sonst unter Umständen für immer verloren gegangen wären.

Andreis stirbt am 30. Juni 1974, nachdem er ausdrücklich geforder hatte, dass sein Name in Vicenza nicht etwa durch Steine, Denkmäler oder nach ihm benannte Straßen in Erinnerung bleiben solle. Da er keine Nachkommen hat, gingen seine immense Bibliothek einschließlich der von der Ehefrau Eleisa Concato zusammenprotokollierten Veröffentlichungen und auch Briefwechsel, nach vorheriger Konsultation der Verwandten. zum Teil an die Stadtbibliothek Bertoliana, zum Teil an die Gemeinde und zum Teil an die Mitglieder der Accademia Olimpica.

Ca. 10 Jahre später entsteht aus nie geklärter Ursache ein heftiger Brand in der Bibliothek der Niederlassung in Arcugnano, wo ein Teil vieler seiner Lebenswerke wie auch seine Tagebücher aufbewahrt waren und auf der Wand wird ein Davidstern eingeprägt. Vom Brand verschont bleibt eine wertvolle medizinische Enziklopädie, die ihm von der Familie von Trapp auf deren Flucht von Triest anvertraut wurde und bis heute vom Bruder Pio Andreis und dessen Ehefrau Rathia Zurn aufbewahrt wird. Der Medizinband wurde von Triest nach Zürich transportiert und ist heute noch in deren Haus in Mailand.

In den letzten Jahren wurde seitens des Veneto eine förmliche Anfrage an die österreichischen Behörden gestellt, um Teile der andreisschen Kollektion zu bekommen, die sich im Museum in Wien befindet. Die Anfrage wurde begründeterweise abgelehnt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Umbrische Reisegeschichten (Nationalbibliothek, Florenz),
  • Die schöpferische Kraft der deutschen Sprache (aufbewahrt bei der Accademia Olimpica).
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