Maria de Lurdes

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Maria de Lurdes (* 1983 in Brasilien) ist die erste Frau in der Schweiz, die als Opfer von Menschenhandel eine Aufenthaltserlaubnis erkämpft hat.

Biographie[Bearbeiten]

Maria de Lurdes wuchs in Brasilien in armen Verhältnissen auf. Mit 16 Jahren reiste sie am 14. April 1999 mit einem gefälschten Reisepass zu ihrer Tante nach Zürich, in die Schweiz.

Um in der Schweiz bleiben zu können, wird sie mit einem über 40 jährigen Schweizer verheiratet. Anstelle der versprochenen Arbeit als Tänzerin wird sie genötigt, im Bordell der Tante zu arbeiten. Die Unterstützung und das weitere Wohlergehen ihrer Familie in Brasilien wird von ihrem Einsatz im Bordell und ihrer Unterwerfung in der Ehe abhängig gemacht.

Durch verschiedene Kontakte mit Männern und Liebhabern wird es Maria de Lurdes möglich, Abstand von ihrer Tante und ihrem Beruf zu nehmen. Das Frauenhaus Zürich vermittelt Maria de Lurdes einen Anwalt, der ihre Tante und Marias Ehemann wegen Menschenhandel angeklagt.

Rechtsprechung[Bearbeiten]

Die Tante wurde schliesslich zu 10 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, wegen "Förderung der Prostitution". Die Anklage des Menschenhandels wurde nicht erhoben, da Tante Rosa nur ein Fall von Verkauf in die Prostitution vorgeworfen werden konnte. Weiteren Hinweisen ging die Staatsanwaltschaft nicht nach. Die Mutter von Maria de Lurdes, die als Zeugin ausgesagt hatte, wurde nach ihrer Rückkehr nach Brasilien im Oktober 2003 ermordet.

Aufenthaltsbewilligung[Bearbeiten]

Nach Jahrelanger Unsicherheit wurde Maria de Lurdes im Herbst 2005 die Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz erteilt. Dies ist der erste Fall, in dem ein Opfer von Menschenhandel und Prostitution nach Erstatten von Anzeige gegen die Menschenhändler oder Bordellbetreiber nicht sofort abgeschoben worden ist.

Quelle[Bearbeiten]

  • Koch, Erwin: Es geschieht mitten in Zürich. EMMA, März/April 2006,EMMA Frauenverlags GmbH, Köln

Weblinks[Bearbeiten]

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