Manfred Raupp

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Manfred G. Raupp (* 13. November 1941 in Staffort) ist ein deutscher Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler. Er ist Hochschullehrer für Nutzpflanzenforschung und Internationales Management.

Leben[Bearbeiten]

Während seiner landwirtschaftlichen Ausbildung machte die europäische Tabakblauschimmel Pandemie die Hoffnung auf eine hauptberufliche Weiterführung des elterlichen Sonderkulturenbetriebes zunichte. Er studierte Agrartechnik, Agrarwissenschaften, Soziologie und Ökonomie an der Ingenieurschule Nürtingen, der Universität Hohenheim und am INSEAD u.a. bei Johannes Knecht, Erwin Reisch, F. Wolfgang Schnell und Ulrich Planck.

Raupp war ab 1968 als Ingenieur und Diplomlandwirt wissenschaftlicher Mitarbeiter von Roderich Plate an der Universität Hohenheim, mit dem er Analysen zum europäischen Agrarmarkt erstellte. Als Dozent unterrichtete er die Fächer Volkswirtschafts- und Marktlehre an der angegliederten Ackerbauschule Hohenheim.

Ab 1971 wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Marketing Agentur, promovierte er (1973) mit einer Dissertation zu Prognosemöglichkeiten der landwirtschaftlichen Produktion in Europa bei Ewald Böckenhoff zum Dr. oec. Im Jahr 1974 wurde er in Deutschland Geschäftsleiter des Schweizer Konzerns Ciba-Geigy für Saatgut und ab 1986 Vertriebsmanager Agrarchemie für Osteuropa und Zentralasien am Firmensitz in Basel. Seit 1999 ist er selbständig in der Agrarforschung und Forschungsberatung tätig.

Er gehörte in den 1970er Jahren zur deutschen Initialgruppe Nachwachsende Rohstoffe um Manfred Dambroth, den er beim Ausbau der Genbank-Kulturpflanzen tatkräftig unterstützte. Während der friedlichen Revolution in Polen, engagierte er sich 1987 für die Unterstützung der polnischen Kleinbauern mit Blizzard-Maissaatgut. Im Rahmen seines Osteuropa-Engagements während der Samtenen Revolution, wurde er 1990 vom damaligen Rektor Jiri Petr als Lehrbeauftragter für Internationales Management zur Wiedereinführung der deutschen Fachsprache an die Tschechische Agraruniversität Prag berufen, in die Schriftleitung des Wissenschaftsperiodikums Scientia Agriculturae Bohemica Prague aufgenommen und zum Professor ernannt[1].

Raupp trainiert Studenten und Manager in Führung, Kommunikation und Verkaufstechnik. Er ist Autor mehrsprachiger Literatur zur Pflanzenbauforschung und zu Internationalem Management. Raupp ist seit der Begründung der Kulturpartnerschaft Lörrach-Edirne auch Gastprofessor an der Trakya-Universität Edirne sowie Fachbeirat und Lehrbeauftragter an der DHBW Lörrach[2].

Raupp forscht und lehrt zum Thema: Naturstoffinduzierte Resistenz gegen Pflanzenkrankheiten an der Universität für Lebenswissenschaften Prag, der Agrar-Universität Timişoara in Rumänien und der Universität Hohenheim[3].

Raupp war Gründungs- und Vorstandsmitglied des BioValley, Gründungsmitglied des trinationalen Schülerforschungszentrums phaenovum und Vorstand von Lörrach International e.V.[4]. Er engagiert sich seit vielen Jahren für internationalen Schüler- und Studentenaustausch[5].

Raupp lebt in Lörrach, ist verheiratet mit Dorothee geb. auf der Heide und hat drei erwachsene Töchter.

Wichtige Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die Entwicklung des Tabakanbaus in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung in der Gemeinde Staffort; Ingenieurschule Nürtingen 1962.
  • Erwachsenenbildung auf dem Lande, dargestellt am Beispiel von 10 Gemeinden in Baden-Württemberg; Universität Hohenheim 1968.
  • Probleme des Agrarmarktes in Deutschland; Der Landbaumann, Mitteilungen der Ackerbauschule Hohenheim 1971.
  • Möglichkeiten der Prognose der Schlachtschweineproduktion; Hohenheimer Dissertation 1973.
  • Die Entwicklung der Landwirtschaft im Alpenraum, Untersuchung auf der Basis von 200 Interviews viehhaltender Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland, der Schweiz und Österreich; Bad Dürkheim 1973.
  • Anforderungen an eine landwirtschaftliche Datenbank. Manuskript für die Arbeitsgruppe “Ispflanz” an der TU-München Weihenstephan & Staffort, 1976.
  • Überlegungen zur Lage der deutschen Landwirtschaft, ihrer Weiterentwicklung sowie Konsequenzen für die Tätigkeiten im Bereich Saatgut, Gentechnologie und Industrierohstoffe. Frankfurt 1985.
  • Neuere Entwicklungen im Pflanzenschutz (bulgarisch): Agrar-Messe Plovdiv Bulgarien 1986 und 1987.
  • Aktualne problemy ochrana rastlin (tschechisch): Sympozium Stary Smokovec 1986 und 1990 (Aktuelle Probleme im Pflanzenschutz).
  • Theoretical and Practical Aspects of the Elements of “Marketing Mix“ (engl. russ. tschech.): Basel, Moskau, Prag 1994.
  • The Debate concerning the Effects of Bioinformatics on Food Production, Scientia Agriculturae Bohemica, Czech University for Life Sciences Prague 2001; CS ISSN 1211-3174.
  • Böckenhoff, Ewald, L. Kohler, M. Raupp und F. Uhlmann; Short-Term forecasting of livestock numbers and livestock production in the Federal Republic of Germany, Denmark, the Netherlands and the United Kingdom / Stuttgart; Institut für Landwirtschaftliche Marktlehre der Universität Hohenheim, 1970.
  • Macharzina, Klaus / M-J. Osterle (Herausgeber) Handbuch Internationales Management; Beitrag Manfred G. Raupp, Managementbezogene und organisatorische Anforderungen der Exportstrategie, Uni-Hohenheim; (Gabler 1997/2002), ISBN 3-409-12184-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Ceska Zemedelska Universita v Praze: Ceremonial Session of the Scientific Board of the CUA Prague 12th September 2006; ISBN 80-213-1518-0.
  • König, Ursula: Lörracher Profile – Bürger unserer Zeit, Band II 2009 Forchheim, ISBN 978-3-937768-10-6
  • Law, Nicholas: Outstanding People of the 20th Century, IBC Cambridge England 1999, ISBN 0-948875-33-X
  • Petr, Jiri (Hrsg).: Scientia Agriculturae Bohemica; Czech University of Life Sciences Prague, 2007 CS ISSN 1211-3174.
  • Trzeciakowski, Witold: Informacja Koscielnego Komitetu Rolniczego o dzialnosci w roko 1987 (Tätigkeitsbericht des Kirchlichen Landwirtschaftskomitees, Warschau 1987).
  • Winkel, Harald (Hrsg): Festschrift für Günther Franz Geschichte und Naturwissenschaft in Hohenheim; Verlag Thorbecke Sigmaringen 1982 ISBN 0-7181-2842-7.
  • Universitätsbund Hohenheim e.V. Mitteilungsblatt 37.Jg. Heft 2. Hohenheim 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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