Manfred-Sauer-Stiftung

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Manfred-Sauer-Stiftung
Zweck: Leistungsbereitschaft Querschnittgelähmter fördern
Vorsitz: Karola Schwarz
Bestehen:
Stifter: Manfred Sauer
Sitz: Lobbach
Website: www.manfred-sauer-stiftung.de

keine Gründung angegeben

Die gemeinnützige Manfred-Sauer-Stiftung wurde 2001 in Lobbach bei Heidelberg von Manfred Sauer gegründet, um zu einem – in jeder Hinsicht – barrierefreien Miteinander von Rollstuhlfahrern und Fußgängern beizutragen. In dem komplett rollstuhlgerechten Stiftungsgebäude befinden sich folgende Einrichtungen:

  • der Fitnessbereich im Gesundheitszentrum zur körperlichen Ertüchtigung
  • die Übungsküche, um die Ernährung der körperlichen Situation anzupassen, ohne auf Genuss zu verzichten
  • die Kreativ-Werkstatt mit unterschiedlichen rollstuhlgerechten handwerklichen Arbeitsplätzen, um herauszufinden, welche Fähigkeiten in einem schlummern mit dem Ziel, wieder aktive Tagesstrukturen zu entwickeln
  • die Ludwig-Guttmann-Sporthalle ist barrierefrei und gehört mit ihrer umfangreichen Ausstattung zu den modernsten barrierefreien Sporthallen Europas.
  • der Kaiser-Ring, Rollstuhlparcours, Test- und Trainingsstrecke für Rollstuhlfahrer und Handbiker

Darüber hinaus wird ein breites Spektrum an Seminarangeboten zu Themen rund um die Rollstuhlsituation angeboten.

Außerdem sind der Stiftung folgende Einrichtungen angegliedert:

  • Seminarhotel in der Manfred-Sauer-Stiftung
  • Seminar- und Tagungsräume in der Manfred-Sauer-Stiftung
  • Restaurant „Die Küche“ in der Manfred-Sauer-Stiftung
  • Gesundheitszentrum in der Manfred-Sauer-Stiftung mit Wellnessabteilung und Fitnessbereich, Physiotherapie sowie diversen Kursangeboten für Rollstuhlfahrer und Fußgänger

Geschichte[Bearbeiten]

Manfred Sauer ist selbst querschnittgelähmt. Er brach sich 1963 als 19-jähriger Schüler während eines Ferienaufenthaltes in England durch einen Schwimmunfall die Halswirbelsäule. Seine medizinische Rehabilitation fand im damaligen weltweit führenden Behandlungszentrum für Querschnittgelähmte, dem Stoke Mandeville Hospital nahe Oxford, England, unter der Leitung des Neurologen Sir Ludwig Guttmann statt. Die von Dr. Guttmann entwickelten Behandlungsmethoden sahen vor, Querschnittgelähmte wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern mit dem Ziel, sie zu Steuerzahlern zu machen. Dieser Leistungsgedanke als Rehabilitationsziel für Querschnittgelähmte begleitete Manfred Sauer sein Leben lang und ist sein Antriebsmotor.

Es folgte nach dem Klinikaufenthalt eine kaufmännische Ausbildung im westfälischen Maria Veen und die erste Anstellung als kaufmännischer Ausbilder im 1965 neu errichteten beruflichen Rehabilitationszentrum für Querschnittgelähmte der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, dem Kurt-Lindemann-Haus.

1974 verließ Manfred Sauer den öffentlichen Dienst, um sich selbständig zu machen, und zwar mit dem von ihm weiterentwickelten sogenannten Kondom-Urinal bei Blaseninkontinenz. 1982 errichtete er im Gewerbegebiet von Lobbach einen Produktionsbetrieb mit mittlerweile über 300 Beschäftigten.

Als Unternehmensnachfolgeregelung entschied sich Manfred Sauer 2001 für das Stiftungsmodell und brachte den Betrieb und sein Vermögen in die Manfred-Sauer-Stiftung ein.

Stiftungsziel[Bearbeiten]

Das Stiftungsmotto lautet "Leistungsbereitschaft Querschnittgelähmter fördern". Im Sinne des Stiftungsgedankens bedeutet Leistungsbereitschaft sowohl die Übernahme von Verantwortung für das eigene Wohlbefinden, die Gesundheit, das nähere Umfeld als auch gesellschaftliches Engagement. Es geht darum, trotz Querschnittlähmung das Leben selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten.

Querschnittgelähmte stehen also im Zentrum der Stiftungsarbeit. Die Angebote der Manfred-Sauer-Stiftung richten sich jedoch an alle Menschen – das Haus ist für jedermann offen. Verbindende Elemente sind die Suche nach Sinnerfüllung und das Bestreben nach aktiver Lebensgestaltung, denn die Manfred-Sauer-Stiftung will "Impulse für bewusstes Leben" geben.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kurse und/oder Hotelaufenthalte in der Manfred-Sauer-Stiftung werden für Querschnittgelähmte und deren Familien oder Begleitpersonen von der Stiftung bezuschusst und gefördert.

Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter[Bearbeiten]

Die Themen Ernährung und Verdauung beschäftigen Querschnittgelähmte ein Leben lang! Gewohnheiten, Lebensumstände und die Lebensmittelauswahl sind nur einige wichtige Einflussgrößen, die dem Betroffenen bislang nicht ausreichend bekannt und bewusst sind. Deshalb hat sich die Manfred-Sauer-Stiftung zum Ziel gesetzt, sich mit dem Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter diesem Thema zu widmen. Es stehen die Wissensvermittlung, die Beratung und die praktische Umsetzung zu Hause im Mittelpunkt. Ziel des Beratungszentrums: Verbesserung der Lebensqualität durch individuelle Problemlösungen und Unterstützung Querschnittgelähmter im Bereich Ernährung und Verdauung. Folgende Personen werden kostenlos beraten: Querschnittgelähmte mit Ernährungs- und/oder Verdauungsproblemen, Angehörige von Querschnittgelähmten, die dem/der Betroffenen bei seinen/ihren Problemen helfen möchten.

Der-Querschnitt.de – Das Informationsportal der Manfred-Sauer-Stiftung[Bearbeiten]

Seit Juni 2013 ist Der-Querschnitt.de, das Informationsportal der Manfred-Sauer-Stiftung, online. Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen bietet es ein Kompendium an Wissenswertem, Hintergründen und Aktuellem zum Thema ‚Leben mit Querschnittlähmung‘. Die Diagnose Querschnittlähmung bedeutet für Betroffene und ihre Familien eine komplette Neuorganisation des Lebens. Alltag, Beruf, Familie und die persönlichsten Bereiche, müssen umstrukturiert und teilweise neu aufgebaut werden. Der-Querschnitt.de will helfen, Antworten auf relevante Fragen zu finden, sodass Frischverletzte aber auch Langzeitbetroffene eine Verbesserung der eigenen Lebensqualität selbst gestalten können.

Arbeitskreis Darmmanagement[Bearbeiten]

Der Arbeitskreis Darmmanagement Querschnittgelähmter (ADQ) ist ein interdisziplinäres, multiprofessionelles Forum für Informations- und Erfahrungsaustausch zu Fragen des Darmmanagements Querschnittgelähmter. Aufgaben und Ziele des ADQ:

  • Evaluierung des aktuellen Wissensstandes und dessen praktische Umsetzung
  • Erarbeitung von Empfehlungen/Handlungsanleitungen zur Ernährung und Verdauung bei neurogenen Darmfunktionsstörungen
  • Etablierung einer einheitlichen Terminologie
  • Wissensbildung, -vermittlung und -publikation
  • Unterstützung von Projekten
  • Verbesserung der Lebensqualität Querschnittgelähmter

Der Arbeitskreis trifft sich 2–3 Mal jährlich. Die Manfred-Sauer-Stiftung unterstützt den Arbeitskreis Darmmanagement personell, organisatorisch.

Netzwerk Ernährung Querschnittgelähmter[Bearbeiten]

Das Netzwerk Ernährung Querschnittgelähmter wurde im Frühjahr 2009 unter der Federführung von Veronika Geng, Pflegewissenschaftlerin und Stefan Ott, Ernährungsberater, beide Mitarbeiter der Manfred-Sauer-Stiftung, gegründet. Das Netzwerk setzt sich multiprofessionell aus Ernährungsfachkräften, Ernährungswissenschaftlern, Pflegefachpersonen und Medizinern aus verschiedenen Querschnitteinrichtungen Deutschlands, der Schweiz und Österreich zusammen mit dem Ziel

  • der Wissenserweiterung,
  • der Erarbeitung von Standards und Richtlinien,
  • der Diskussion von Fallbeispielen und
  • des Erfahrungsaustausches.

Das Netzwerk trifft sich zwei Mal jährlich. Diese Treffen werden durch das Beratungszentrum für Ernährung und Verdauung Querschnittgelähmter der Manfred-Sauer-Stiftung organisiert und durchgeführt. Die Manfred-Sauer Stiftung stellt neben den Mitarbeitern für diese Treffen die Räumlichkeiten und kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Weblinks[Bearbeiten]

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49.372958.8785Koordinaten: 49° 22′ 23″ N, 8° 52′ 43″ O