Lutz Goebel

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Lutz Goebel (* 24. Januar 1955 in Siegen) ist ein deutscher Unternehmer. Seit 2011 ist er Präsident des Wirtschaftsverbands Die Familienunternehmer.

Leben[Bearbeiten]

Lutz Goebel studierte Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen und schloss als Dipl.-Ing. ab. Nach einem betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium in Lille erwarb er 1985 den Master of Business Administration am Insead in Fontainebleau.[1]

Nach seinem MBA-Abschluss 1985 wurde Lutz Goebel Geschäftsführender Gesellschafter beim elterlichen Maschinen- und Anlagenbauer Achenbach Buschhütten in Kreuztal. 1989 wechselte er in die Geschäftsleitung der Unternehmensberatung Arthur D. Little und übernahm von 1992 bis 1996 in der Geschäftsleitung des österreichischen Werkzeugmaschinenbauers EMCO Gruppe die Verantwortung für Marketing und Vertrieb. 1998 stieg er als Unternehmer im Rahmen eines Management Buy In bei der Henkelhausen GmbH & Co. KG in Krefeld ein, die er als Geschäftsführender Gesellschafter zu der Henkelhausen Unternehmensgruppe weiterentwickelte. Das Unternehmen konzipiert und modifiziert Spezialmotoren, u.a. für Baumaschinen, Notstromaggregate und Gas-Blockheizkraftwerke.[2][3]

Lutz Goebel ist Mit-Herausausgeber von Deutschlands Familienunternehmen - Wo sie herkommen, was sie stark macht. Das Buch gibt einen historischen Abriss der deutschen Industriegeschichte und geht der Frage nach, warum der Deutsche Mittelstand zum Weltexportschlager wurde.[4]

Lutz Goebel ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Engagement im Verband[Bearbeiten]

Am 12. Mai 2011 wurde Lutz Goebel als Nachfolger von Patrick Adenauer zum Präsident des Wirtschaftsverbands Die Familienunternehmer gewählt.[5]

Goebel ist besonders durch seine Kritik an der Rentenreform der Bundesregierung 2014 in Erscheinung getreten. Das Herabsenken des Renteneintrittsalters vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung bezeichnete er als „völliges Unding“[6]. Außerdem warnt Goebel, dass die Rente mit 63 den Fachkräftemangel in Deutschland verschärfe.[7][8][9] Ähnlich äußerte er sich auch bei mehreren Auftritten in der Talkshow Maybrit Illner.[10][11]

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 übte Goebel scharfe Kritik an den Steuerplänen von SPD und Grünen. Eine mögliche Vermögensabgabe nannte er „mörderisch“, da sie Unternehmen Eigenkapital entziehe und gerade familiengeführte Betrieben vor große Probleme stelle.[12][13][14][15]

Im Rahmen der Euro-Krise kritisierte Goebel die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, insbesondere den Ankauf von Staatsanleihen. Laut Goebel verzerrt die EZB durch diese Käufe die Zinsen für die Anleihen und setzt den Marktmechanismus außer Kraft.[16] 2011 sprach sich Goebel für einen Schuldenschnitt für Griechenland aus.[17]

Lutz Goebel stellt sich in der Mitgliederversammlung von Die Familienunternehmer im April 2015 für eine dritte Amtszeit als Präsident zur Wahl.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie Lutz Goebel. Abgerufen am 19. März 2015.
  2. Was macht eigentlich... Lutz Goebel?. In: Süddeutsche Zeitung, 16. März 2014
  3. Motorenhersteller Henkelhausen. In: Deutsche Welle, 17. Juli 2012
  4. [http://www.fazbuch.de/buecher/fachbuecher/deutschlands-familienunternehmen Deutschlands Familienunternehmen - Wo sie herkommen, was sie stark macht]. Abgerufen am 19. März 2015.
  5. Der Familienunternehmer. In: Rheinische Post, 25. Mai 2011
  6. Interview mit Unternehmer Lutz Goebel: „Denken an langfristige Markt-Entwicklung“. In: Westdeutsche Zeitung, 26. März 2014
  7. Wirtschaftsverbände kritisieren Rente mit 63. In: Handelsblatt, 22. März 2014
  8. Interview mit Familienunternehmer Lutz Goebel: "Die AfD ist keine Alternative". In: Tagesspiegel, 28. September 2014
  9. Große Hindernisse für Deutschlands "Silver Worker". In: Welt, 11. März 2012
  10. Rente ohne Zukunft: Alles für die Alten?. In: ZDF, 27. November 2014
  11. Talk bei Illner: Ein Wahlprogramm, als stünde Weihnachten bevor. In: Welt, 28. Juni 2013
  12. Lutz Goebel: Die Vermögensteuer ist mörderisch. In: Handelsblatt, 30. April 2012
  13. Familienunternehmer Lutz Goebel streitet mit Katja Kipping über faire Abgaben. In: Die Zeit, 28. Juli 2012
  14. Verband forciert Kampf gegen rot-grüne Steuerpläne. In: Handelsblatt, 27. August 2013
  15. Was Lutz Goebel vorschlägt. In: Handelsblatt, 5. Juli 2011
  16. Europa gaukelt sich etwas vor. In: Die Zeit, 1. September 2012
  17. Lutz Goebel: Familienunternehmer für Schuldenschnitt. In: Handelsblatt, 18. Juli 2011
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