Ludwig Hüttig

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ludwig Hüttig (* 29. Mai 1912 in Titschendorf / Thüringen) war als SS-Hauptsturmführer (SS-Nr. 353433) und Kriminalkommissar Angehöriger der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und Leiter der Staatspolizeistelle Erfurt (Stapo Erfurt) als Außenstelle der Staatspolizeistelle Weimar.

Inhaltsverzeichnis

Lebensstationen[Bearbeiten]

Als Sohn des Pfarrers Clemens Hüttig in Tistschendorf besuchte er die Volks- und danach die höhere Schule. In Coburg bestand er am 6. April 1933 die Prüfung zum Abitur. Politisch orinetierte er sich schon früh an den Nationalsozialisten und trat am 1. Mai 19933 der NSDAP (Mitglied Nr. 2905310). Mitglied der SA wurde er am 28. April 1933. Danach studierte er Theologie und Philosphie in Jena und Göttingen[1]. Im Jahre 1935 brach er sein Studium ab.

Laufbahn bei der Gestapo[Bearbeiten]

Ab dem 1. April 1936 gehörte er dem Geheimen Staatspolizeiamt Berlin an. Im Zuge seiner Schulung wurde er zu den Dienststellen der Gestapo Köln und Halle eingesetzt. Ab dem 1. Januar 1937 wurde er zur Stapo Erfurt versetzt. Von Mai bis November 1937 absolvierte er einen Lehrgang für Kriminalkommissare. Am 1. Mai 1940 wurde er Mitglied der SS.

Dienst beim Einsatzkommando 1b[Bearbeiten]

Im Mai 1941 wurde er zur Grenzpolizeischule in Pretzsch an der Elbe kommandiert. Von dort erfolgte in Rahmen seines Einsatzes als Stellvertreter des kommandierenden Offiziers und späteren SS-Standartenführers Erich Ehrlinger[2] beim Einsatzkommando 1b (Ek 1b) von Juni bis Juli 1941 in den sowjetisch besetzten Gebieten bis nach Tosno. Aus einem Urlaub kehrte er im Juli 1941 wegen der erlebten Kriegsverbrechen durch das EK 1b unter Vortäuschung einer Erkrnakung nicht mehr zurück. Deswegen wurde er später vom SS- und Polizeigericht Weimar angeklagt. Ein Urteil ist aber bis Kriegsende nicht erfolgt[3]. Sein Kommandierung zum Ek 1b lief bis November 1941 aus.

Gestapo-Dienst bis Kriegsende[Bearbeiten]

Ab 1942 gehörte er als stellvertretender Leiter der Stapo Erfurt an. Danach erfolgte seine Ernennung zum Leiter dieser Dienststelle bis 1945.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Am 3. Mai 1945 wurde er von einer Einheit der US-Armee gefangen genommen[4]. Seine Internierung endete am 10. Juni 1948. Im Entnazifizierungsverfahren bei der Spruchkammer Regensburg erhielt er eine Geldbuße vom 500 Reichsmark. Er galt als Minderbelasteter bzw. als Mitläufer. In der Bleistiftfabrik "Argona" in Kronach fand er ab 1950 eine Tätigkiet als Angestellter. Da er mit seinen ehemaligen Bekannten aus der Gestapo-Zeit noch Kontakte hatte, vermittelte Hüttig ihnen eine Beschäftigung bei der Bleistiftfabrik, darunter auch den ehemaligen Leiter der Kriminalpolizeidienststelle von Nordhausen Andreas Schmidt.

Um seine Kenntnisse der Kriegsverbrechen des EK 1b den Behörden mitzuteilen, wandte er sich im Juli 1959 an die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg[5].

Als es zu Prozessen gegen die ehemaligen Gestapo-Leute von Weimar Waldemar Eißfeld und Heinrich Lorenz kam, wurde er als Zeuge vernommen. Im Jahre 1960 hatte er seinen Wohnsitz in München-Neuaubing. Im gleichen Jahr wurde er wegen eines Haftbefahls des Landgerichts Karlsruhe vom 24. November 1960 festgenommen. Vom 26. November 1960 bis zum 25. April 1961 saß er in Untersuchungshaft. In dem Prozess des Schwurgerichts beim Landgericht Karlsruhe gegen die ehemeligen Angehörigen des EK 1b wurde er am 20. Dezember 1961 freigesprochen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In der Gerichtsakten wurde Tübingen als weiterer Studienort genannt, siehe: C.F.Rüter, Justiz und NS-Verbrechen, Band 18, Lfd-Nr. 526, S. 65-568, hier: S. 74
  2. Erich Ehrlinger
  3. C.F. Rüter, ebenda
  4. Andreas Theo Schneider, Die Geheime Staatspolizei im NS-Gau Thüringen, Frankfurt/Main 2008, S. 434 passim
  5. Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen
  Dieser Artikel ist im Marjorie-Wiki entstanden.