Ludwig Drahosch

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Ludwig Drahosch[1] (* 30. März 1969 in Wien) ist ein österreichischer Maler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Mit 9 Jahren begann der junge Ludwig Drahosch sich mit der menschlichen Anatomie auseinanderzusetzen und Zeichenstudien anzufertigen. Die fast zweihundert Zeichnungen erinnern an Skizzen in medizinischen Fachbüchern und Enzyklopädien. Diese Arbeiten führten schließlich zu einer intensiven Beschäftigung mit der klassischen Malerei und mit dem Selbststudium der Werke alter Meister.

Von 1986 – 1989 war Ludwig Drahosch im Kunsthistorischen Museum Wien beim Kopieren alter Meister anzutreffen. In dieser Zeit legte er den Grundstein für seine malerischen Fähigkeiten. Ludwig Drahosch beherrscht die Maltechniken von Peter Paul Rubens, Tizian, Caravaggio, Gerard Dou, Pieter Brueghel dem Älteren , Rembrandt, Wilhelm Leibl, Francisco de Goya, Nicholas Hilliard, Hans Holbein dem Jüngeren, sowie die notwendigen graphischen Fertigkeiten für Radierung, Lithographie und Kupferstich.

Diese Fähigkeiten ermöglichten ihm von 1995–2001 das Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Arik Brauer und Adi Rosenblum, wo er 1997 die goldene Heinrich Friedrich Füger-Medaille erhielt, welche jährlich vom Professorenkollegium der Akademie der bildenden Künste für die beste graphische Arbeit vergeben wird. Neben seinem Studium der Malerei suchte er im Zweitstudium der Philosophie die Auseinandersetzung mit philosophischen Fragestellungen. 2012 übernimmt Drahosch Ludwig die Leitung des Ateliertheaters in Wien. 2013 erscheint das Buch (das Egozoikum)

Werk[Bearbeiten]

Drahoschs Werke sind überwiegend dem Surrealismus zuzuordnen; die von einem hohen Wiedererkennungswert geprägten Kompositionen sind für gewöhnlich frei von überladenen Elementen und werden dabei auf das Notwendigste reduziert.

„Drahosch Arbeit bildet nicht nur Gefühlszustände ab, sondern verweist gleichzeitig auf deren Ursprung in Künstler und Betrachter. Sie bietet dem Betrachter einen Einblick in die subjektive Vorstellungswelt des Künstlers, deren technische Umsetzung, sowie die Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung und deren emotionale Interpretation zu reflektieren.“[2]

Mit der Ausstellung „Traum, Bild, Deutung, Wien 1900–2000.“ auf Schloss Cappenberg wurde mit der Universität Münster eine Relation zwischen Bildender Kunst und Psychologie dargestellt. In diesem Rahmen ergaben statistische Evaluierungen der psychischen und emotionalen Wirkungen von Bildern auf die Betrachter bei den Werken von Ludwig Drahosch jeweils Höchstwerte.[3]

Seine Werke sind heute über den gesamten Globus verteilt – in den USA wurde er von 2005 – 2011 von der Wendt Gallery USA California 92651 Laguna Beach , 1550 South Coast Highway vertreten.

In den Jahren 2004 und 2009 wurden einige seiner Werke in die Kunstkataloge des Dorotheums aufgenommen:

  • Dorotheum SALZBURG: Modern & Contemporary Art 2004
  • Dorotheum Salzburg Bilder und Grafik des 20. Jahrhunderts 2009

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 1986-89 in München, Augsburg, Bonn mit Miniaturmalerei
  • „Traum Bild Deutung. Wien 1900-2000“ auf Schloß Cappenberg vom 19.10.2000 - 29.01.2001 Universität Münster Gemeinschaftsausstellung mit Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka u.a.
  • 2000 „Gegenstand“, Austria Center, Wien
  • 2001 „Gegenstand, Art & High Tech“, Vienna Art Center, Schottenstift, Wien
  • 2001 „Gegenstand, Gegenständliche Malerie aus Wien“, Pasinger Kultur Fabrik, München
  • Lithographie Paris Berlin Wien 22.11.2002 – 07.02.2003, Kleine Galerie, Wien / Österreich
  • „Fremdwelten“ 12.06.2003 – 07.07.2003 Galerie Verdandi, Wien / Österreich
  • Benefiz-Gala: Bone & Joint Decade – Auktion 30.4.2004
  • Charity Auktion für Autisten, November 2004 gemeinsam mit Christian Ludwig Attersee, Ernst Fuchs u.a.
  • Gallery „wendt contemporary”, 7 may - 20 may 2005 , Solo Exhibition, USA California 92651 Laguna Beach , 1550 South Coast Highway
  • Vienna Art Preview, Jänner 2009 „meinerselbst geschieht“ mit Werken von: Erik Aspöck, Geraldine Blazejovsky, Ludwig Drahosch, Stefan Nützel im Rahmen der Autistenhilfe
  • „Wirklichkeiten“ 24 Juli 2010 bis 5. Sept 2010 galerie kunstfabrik großsiegharts mit Irena Armutidisova, Ludwig Drahosch, Peter Bal Bartek, Rudolf Trylus
  • „Veränderungsbarock“ - Ludwig Drahosch 13.11.2010 bis 25.11.2010 Vernissage 12.11.2010 18:00h Ausstellungsstrasse 53 1020 Wien
  • „Seele kontra Welt“ art merikon 21.11.2011 bis 01.12 2011 Palais esterhazy wallnerstrasse 4 Wien
  • Bilderausstellung "Berührungen" von Ludwig Drahosch, in Zusammenarbeit mit ShoFah, First Vienna Thai Spa Juni 2012

Projekte[Bearbeiten]

  • 1993 Drehbuch und Zeichnungen für Computeranimation in Anlehnung an das Höhlengleichnis Platons
  • 1994 Restauration eine Hochaltarbilds von 1717 der Pfarre Vösendorf[4]
  • indePAINTdance - Cooperative Art Performance – ORF KOOPERATION TANZ-MALEREI (1996) Choreografie basierend auf den Bilder von Ludwig Drahosch 1997 ORF Präsentation im Rahmen der Kunststücke [5]
  • “Zwang erfliegt Schwermut“, Wien. O.V.O.J. 30 x 21 cm. 48 S. Illustrierter Katalog im Selbstverlag - Mit einem Beitrag (Mensch, Körper, Fleisch) über die Bilder Ludwig Drahosch von Ulrich Gansert

Theater[Bearbeiten]

  • „Alle sieben Wellen“, Innbruck 2012 Autor: Daniel Glattauer Regie: Nina C. Gabriel Bühnenbild Andreas Lungenschmid Bilder: Ludwig Drahosch[6]
  • „Radowan III“, Villach und Wien 2012 Regie: Nina C. Gabriel Bühne: Andreas Lungenschmid, Fotos und Familiengemälde: Ludwig Drahosch[7]

Mäeutische Zeichen: von der Bildsprache zur Sprachbildung[Bearbeiten]

Den Begriff der „Mäeutischen Zeichen“ prägte Ludwig Drahosch unter Mitwirkung der Künstlerin, Schauspielerin und Regisseurin Nina C. Gabriel mit seinem gleichnamigen Projekt, in dem er die Werke seiner Bildsprache gemeinsam mit erfahrenen Autorinnen und Autoren in einem kreativen Prozess vom Bild zum Wort auf höchstem Niveau, in verschiedenster Weise und von unterschiedlichsten Köpfen in ein gigantisches Werk vereint.

Mäeutische Zeichen sind als Begriff der Bildenden Kunst (Malerei) als Aspekt des postmodernen Surrealismus zu verstehen und übernehmen die Kunst der Wahrheitsfindung in Sinne der Hebammenkunst des Sokrates für den Betrachter dieser Zeichen. Die Mäeutik als Basis der Wahrheitsfindung (siehe Sokratische Methode) führt den, der wissen will über den Zweifel zu der für ihn richtigen Antwort. Platon beschreibt die Gesprächstechnik des Sokrates als Hinführen zu wahrem Wissen.

Die Schritte der Hinführung[Bearbeiten]

Dieses Hinführen erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt wird durch gezielte Fragestellung die Position des Gesprächspartners in Frage gestellt (Elenktik[8] - Überführung). Im zweiten Schritt (Protreptik[9] - Hinwendung) wird durch weitere Fragen die „richtige“ Erkenntnis zum Licht geführt (geboren)

Betrachtung[Bearbeiten]

Die Identifikation des bildenden Künstlers mit der Technik der Mäeutik bedeutet die Interpretation der Fragestellung im Sinne des ersten Schrittes mit der erstmaligen Betrachtung eines Werkes. Die Abbildung von gedanklichen Konstellationen, Bewusstseinszuständen, philosophischen Aussagen, Metaphern von Glaubenssätzen dienen dabei als Zeichen für diese Kunst der Fragestellung.

Interpretation[Bearbeiten]

Dabei stehen Wünsche, ihr Verhältnis zur einer beobachtbaren Wirklichkeit aus seelischer, rationaler, idealistischer und manchmal auch nihilistischer Sicht den Betrachtern beim phänomenalen Hinterfragen des eigenen Blickwinkels zur Seite und ermöglichen damit den Weg zu gehen, der Erkenntnisse ans Licht bringt.

Die Bildsprache unterstützt in diesem Prozess mittels „Mäeutischer Zeichen“ die Sprachbildung. Die Sprache als Übersetzung der vielfältigen bildhaften Zeichen in die normierte Form von Buchstaben und Worten ermöglicht SprachkünstlerInnen, DichterInnen und SchriftstellerInnen die Reformulierung der Bild gewordenen Erkenntnis aus dem Blickwinkel der eigenen Betrachtung und damit den je eigenen Zugang zu wahrem Wissen

Mit den Mäeutischen Zeichenentsteht ein Bildband der Philosophie, Lyrik, Psychologie so wie gegenwärtiger Glaubenssituationen. Ein Nachschlagewerk – Mensch.

Mitwirkende[Bearbeiten]

engagierte Autorinnen und Autoren:

  • Su Zahu
  • Richard Birkefeld
  • Rhett Stoner
  • Nina C. Gabriel
  • Jens Schacht
  • Johann Misliwetz
  • Anner Griem
  • Max Dernet
  • Ralph Valenteano
  • Reza Hajatpour
  • Edgar Valentin Flückiger
  • Walter Karban

Printmedien & Bücher[Bearbeiten]

  • ARTnews (summer 2004)
  • Wiener Medizinische Wochenschrift - Nr 154. Jahrgang Heft 15/16 August 2004
  • Modern Painters ( international arts and cultures april 2005 )
  • „Wenn die Stimmen ringsum verdunsten“ Autisten Charity Auktion 2004 [10]
  • Magazin 2012 Juni 2012 2012 Das vielleicht letzte Magazin der Welt „Die Kunst des Endes“ S 1052,1049,1048,1043 [11]
  • Max Dernet: „Die brennende Tante“ 2011 – Cover Gemälde von L. Drahosch [12]
  • SuZahu: „Vera S. Judas küsst“ 2012 - Cover Gemälde von L. Drahosch [13]

Literatur[Bearbeiten]

  • Uta Grosenick, Burkhard Riemschneider, Lars Bang Larsen: Art at the Turn of the Millenium. 1999.
  • Rudolf Hausner, Walter Schurian: Traum, Bild, Deutung, Wien 1900-2000. Kreis Unna, Schloss Cappenberg, 2000, ISBN 3-924210-40-3.
  • Jens Rowold: Auf den Inhalt kommt es an. Ein psychologischer Fragebogen zur ästhetischen Wirkung von bildender Kunst. Psychologie - Kunst – Ästhetik Bd. 2, 2001, ISBN 3-8258-5636-4.
  • Gerhard Habarta: Lexikon der phantastischen Künstler., 2010, ISBN 978-3-8370-8427-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Bilder und Galerien[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Habarta, Gerhard: Lexikon der phantastischen Künstler, 2010, S. 128.
  2. Seidler, Lorenz: „Farbe und Gefühl auf Leinwand“, Katalogbeitrag zu Traum, Bild, Deutung, Wien 1900–2000. Schloss Cappenberg
  3. Jens Rowold: „Auf den Inhalt kommt es an. Ein psychologischer Fragebogen zur ästhetischen Wirkung von bildender Kunst“ Psychologie - Kunst – Ästhetik Bd. 2, 2001, S 73 und Anhang
  4. Pfarre Vösendorf 20.7.2012
  5. indePAINTdance - Cooperative Art Performance – ORF 20.7.2012
  6. Kritik Krone 20.7.2012
  7. Radowan III 20.7.2012
  8. Michael Landmann: Elenktik und Maieutik: drei Abhandlungen zur antiken Psychologie, H Bouvier 1950
  9. Wolfgang Fischer: Sokrates pädagogisch, Königshausen & Neumann 2004
  10. DerStandard.at 20.7.2012
  11. 2012 20.7.2012
  12. Die brennende Tante 20.7.2012
  13. Vera S Judas küsst 20.7.2012
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