Ludovicia Ingolstadt

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ludovicia Ingolstadt
(StAV)
Wappen Ludovicia Ingolstadt aktuell.jpg
Zweck: Pflege studentischer Tradition
Vorsitz:
Gründungsdatum: 1921
Sitz: Ingolstadt
Website: www.ludovicia-ingolstadt.de

Die Studenten- und Absolventenverbindung Ludovicia Ingolstadt e. V. (StAV) ist eine am 4. Oktober 1921 von Absolventen des heutigen Christoph-Scheiner-Gymnasiums in Ingolstadt als Schülerverbindung gegründete Studenten- und Absolventenvereinigung. Sie ist parteipolitisch und konfessionell ungebunden. Sie gehört dem Kartell des Passauer Seniorenconvents (PSC) an.[1] Die Farben der Verbindung sind "violett-weiß-grün", der Grundsatz lautet Pro amicitia et patria (Für Freundschaft und Vaterland).

Ziel und Zweck[Bearbeiten]

Die Ziele und Zwecke des Vereins sind zum Beispiel die Pflege von Kontakten mit Absolventen verschiedener weiterführender Ingolstädter Schulen oder die Vermittlung von Wissen, welches im späteren Berufsleben nötig sein kann. Dies wird durch die Durchführung von öffentlichen Vortragsreihen, Ausstellungen und Konzerten, das heißt geselligen, sportlichen und kulturellen Veranstaltungen gefördert. Besonders junge Mitglieder sollen bei der Selbstverwirklichung in Ausbildung, Studium und Beruf intensiv unterstützt werden. Zudem werden zur Pflege studentischen Brauchtums sog. Kneipen abgehalten, in denen Comment gilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Vereinigung wurde kurz nach dem Ersten Weltkrieg von sechzehn Absolventen höherer Lehranstalten in Ingolstadt gegründet, um nach dem Schulabschluss die Kameradschaft, die sich im Laufe der Schulzeit entwickelt hatte, zu erhalten. Nach außen sichtbar ist der Zusammenhalt durch die Farben violett–weiß-grün mit violetter Deckfarbe für das farbige Band und eine Mütze. Die Verbindung bekam zunächst den Namen „Freie Burschenschaft Ludovicia Ingolstadt“ und hatte ihre Wiege in der Gaststätte „Drei Mohren“.

Schnell nahm die Verbindung Form und Gestalt durch eine baldige Anschaffung des studentischen Couleurs an, welches durch Spenden einiger Gründungsmitglieder finanziert wurde. Es entwickelte sich in den Folgejahren ein traditionelles Burschenleben und neue Mitglieder stießen zur Ludovicia.

Der gewählte Wahlspruch „pro amicitia et patria“ (Übersetzt: Für Freundschaft und Vaterland) fand allseits Zustimmung. Vaterlandstreue Veranstaltungen waren seit Beginn Bestandteil des Programms des Bundes und so wurde die noch junge Verbindung zum Teil kritisch gesehen. Kritikpunkte waren das Tragen von Farben, die allgemeine studentische Gesinnung, welche unvermeidlich die Politik streifte und bestimmte Ansichten vertrat. Die „F. B. Ludovicia“ wurde durch diese Schwierigkeiten jedoch nicht geschwächt oder in ihrer Entwicklung gehemmt.

Im Laufe der Jahre gelang es einen Mittelweg zu finden, um das Verbindungsleben in zahlreichen Gebieten auszubauen und zu festigen. Neben den traditionellen Herrenkneipen wurden auch Damenkneipen sowie vermehrt Veranstaltungen zur Freizeitgestaltung (Ausflüge, Besichtigungen etc.) und vor allem Vorträge für die allgemeine Bildung angeboten. So wurde aus jungen, unerfahrenen Fuxen eine Vereinigung von erfahrenen Mitgliedern der Gemeinschaft, die bestrebt waren, sich zu einem geachteten Gesellschaftskreis zu entwickeln, der nach kurzer Zeit in der Stadt Beachtung fand.

Bald wurden Kontakte mit Verbindungen benachbarter Städte geknüpft. Einladungen von auswärtigen Verbindungen zu deren Stiftungsfesten gaben Gelegenheiten, die Erfahrungen auf dem Gebiet des farbentragenden Verbindungslebens zu vergrößern und zu vertiefen. Es wurden neue Freundschaften mit anderen Verbindungen geknüpft und bald wurde vom „Losen Verband Freier Burschenschaften Deutschlands“ der „F. B. Ludovicia Ingolstadt“ die Mitgliedschaft angeboten. Nachdem man aufgrund von Satzungsformalitäten am 30. Januar 1924 aus dem Verband „Freie Burschenschaften Deutschlands“ austreten musste, entschloss man sich dem „Losen Verband Freier Burschenschaften Deutschlands“ beizutreten. Die offizielle Aufnahme erfolgte am 18. September 1926 in Ingolstadt anlässlich des 5. Stiftungsfestes im „Wittelsbacher Hof“. Mit den Korporationen dieses Verbandes entwickelte sich in den folgenden Jahren ein intensives farbenbrüderliches Verhältnis.

Während des Dritten Reichs musste sich die Verbindung auflösen, die Bundesbrüder trafen sich jedoch weiterhin auf privater Basis. Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte eine Anordnung des Alliierten Kontrollrats dafür, dass sog. "vaterländische Verbände", also auch farbentragende Verbindungen, nicht weiterbestehen konnten.

Im Jahre 1948 jedoch begannen sich die noch verbliebenen Bundesbrüder wieder zu versammeln. Das erste Treffen fand am 26. März 1948 beim Mitglied Theodor Ritter Pascha statt. Nun wurden Erhebungen und Feststellungen vorgenommen und dabei der Verlust aller Verbindungsutensilien, bis auf die Fahne, festgestellt. Im Jahr 1950 fielen die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte und die Verbindung wurde von den verbliebenen Mitgliedern neu aufgebaut. Auf die Wiedergründungsversammlung im Gasthof „Daniel“ am 16. September 1950 folgte die Wiedergründungsfeier am 30. September 1950, die gleichzeitig das 29. Stiftungsfest war.

Bald traten der Ludovicia wieder neue junge Mitglieder bei. Die Führung des Bundes wurde in die Hände der jungen Bundesbrüder gelegt. In den Folgejahren wurden erneut Freundschaftsbeziehungen zu anderen gleichgesinnten Bünden geknüpft, was zur Folge hatte, dass wiederum mit einem Verband in Kontakt getreten wurde. Der „Passauer Senioren-Convent“, der im Jahre 1952 wieder neu gegründet wurde, wurde am 36. Kartelltag am 8. August 1957 neuer Dachverband der StAV.

Von 1962 bis 1982 wurden an Pfingsten Grenzlandtreffen im Bayerischen Wald durchgeführt. Noch heute klingt eine von der Ludovicia gestiftete Glocke in der Marienkapelle als Mahnung zum Frieden über Deutschlands Grenzen hinaus.

In den 1970er Jahren erlebte die Ludovicia einen größeren Generationenwechsel, der ähnlich wie jener in den fünfziger Jahren starke und neue Impulse freisetzte. Neue Veranstaltungen wurden, neben der „klassischen“ Herrenkneipe nach altem Comment, ins Leben gerufen. Feste, Feiern und Sportveranstaltungen wurden von meist von jüngeren Farbenträgern, den Fuxen, organisiert. Aber auch allgemeinbildende Veranstaltungen waren immer häufiger Bestandteil des Semesterprogramms der Ludovicia. Darüber hinaus wurde es bereits fast zur Tradition, dass eigene Bundesbrüder im Rahmen althergebrachter Kneipzeremonien zur Schulung ihrer Rhetorik und des Intellekts mit Kurzreferaten am Verbindungsleben teilnahmen.

Zum Christoph–Scheiner-Gymnasium, der Entstehungsschule des Bundes, wurden in den 1980er Jahren wieder engere Kontakte geknüpft. Dies wurde durch die neu eingeführte Studienberatung durch den damals amtierenden Fuchsmajor Franz Schabmüller Remus ermöglicht. Die Studienberatung sollte den Schülern die Möglichkeit geben, sich bereits während der Schulzeit an ihrem Heimatort über Studienmöglichkeiten und Chancen zu informieren.

Anfang der 1990er Jahre begann die Vereinigung stark zu wachsen.

Ein Rückschlag war es, die lang benutzte Konstante, das „Kolpinghaus“, Ende der neunziger Jahre verlassen zu müssen. Ein intensives Verbindungsleben war damit vorerst nur noch sehr begrenzt möglich.

Das Vereinsheim Peterskeller[Bearbeiten]

Im Oktober 2005 wurde das Ende des Zweiten Weltkrieges geschlossene ehemalige Weinlokal “Peterskeller” als Vereinsheim für die Ludovicia Ingolstadt reaktiviert und eingeweiht. Die zentrale Lage in der Fußgängerzone der Ingolstädter Altstadt bietet optimale Voraussetzungen zur Durchführung unterschiedlichster Veranstaltungen. Fast 85 Jahre dauerte es, bis die Ludovicia eine eigene Konstante, den früheren Peterskeller, anmieten und zusammen mit dem Bauherrn mitgestalten durfte. Anhand des Präsensbuches wurde versucht, den langen Weg der Konstanten chronologisch aufzuzeigen. Im Präsensbuch sind von sämtlichen Veranstaltungen Zeichnung oder Überschrift, Datum und Ortsangabe eingetragen. Die Daten wurden nicht vollständig erhalten.

  • 1. Oktober 1921 Gasthaus „Drei Mohren“
  • 1921–1954 Hotel Wittelsbacher Hof
  • 1937–1948 während der Kriegs- und Nachkriegsjahre aufgelöst
  • 1948 Am Karfreitag, dem 26. März, erfolgte das erste Treffen nach dem Krieg bei Bbr. Ritter v/o Pascha, anwesend 14 Bundesbrüder.
  • 1950 Gasthof Daniel
  • 1954–1960 Hotel Adler
  • 1960–1966 Gasthof Daniel
  • 1966–1968 Hotel Bienengarten
  • 1968–1971 Mori Stuben
  • 1971–1998 Kolpinghaus
  • 1998–2005 Keine Konstante
  • 2005 13. Oktober Peterskeller

Literatur[Bearbeiten]

  • StAV Ludovicia Ingolstadt e. V.: Festschrift 1921–2006. Ingolstadt 2006.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Info Sign.svg Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.