Landsmannschaft Saxo-Suevia

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Die akademische Landsmannschaft Saxo-Suevia Erlangen im Coburger Convent zu Erlangen ist eine deutsche, farbentragende und pflichtschlagende Studentenverbindung. Sie wurde am 10. Februar 1878 gegründet und ist Mitglied im Coburger Convent. Innerhalb des Coburger Conventes gehört sie dem Silbernen Kartell an.

Landsmannschaft Saxo-Suevia

Wappen Zirkel
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Basisdaten
Hochschulort: Erlangen
Hochschule/n: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg

Gründung: 10. Februar 1878
Korporationsverband: Coburger Convent
Kartell / Kreis / AG: Silberkartell
Farbenstatus: farbentragend
Stellung zur Mensur: pflichtschlagend
Wahlspruch: Dem Freunde die Hand für Wahrheit und Treue
Website: www.saxo-suevia-erlangen.de

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Die akademische Landsmannschaft Saxo-Suevia zu Erlangen geht aus vier Ursprungsverbindungen hervor, die im Laufe der Geschichte fusionierten. Die erste Fusion vollzogen die akademische Landsmannschaft Guestphalia Berlin und die akademische Turnerschaft Saxo-Hansea Leipzig 1911 in Erlangen zur akademischen Landsmannschaft Saxo-Guestphalia. Die zweite Fusion fand durch die akademische Landsmannschaft Suevia Jena und die akademische Turnerschaft Suevia Breslau in Hamburg zur Landsmannschaft Suevia Jena-Breslau in Hamburg im Jahr 1958 statt. Zur heute existierenden Form, der akademischen Landmannschaft Saxo-Suevia, kam es im Jahr 1969 durch die Verschmelzung der Hamburger und der Erlanger Landsmannschaften.

Landsmannschaft Suevia Jena[Bearbeiten]

Am 10. Februar 1878 wurde im Hotel zum Wolf die Kneipgesellschaft F-R-C (Firmen-Runterreißer-Comité) mit den Farben „Schwarz Roth“ gegründet. Unter den zwölf Gründungsmitgliedern waren nicht nur Studenten. Schon am 15. Mai 1878 formte sich die Gesellschaft in die Verbindung „Troglodytia“ mit unbedingter Satisfaktion und den Farben „blau-weiß-schwarz“ (von unten gelesen) um. Die nichtstudentischen Mitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, wodurch die Verbindung mit 14 Aktiven, drei Alten Herren und zwei Ehrenmitgliedern begann. Da der Name „Troglodytia“ als anstößig empfunden wurde, fand am 26. Januar 1879 eine erneute Umbenennung in „Suevia“ statt. „Suevia“ definierte sich als farbentragend, freischlagend und gab unbedingte Satisfaktion.

Gemeinsam mit Rhenania gründete sie den Jenenser C.C. (Chargierten-Congreß).

Am 1. August 1901 erwarb „Suevia“ die Gaststätte „Schöne Aussicht“ als Verbindungshaus.

Nach kurzer Mitgliedschaft im Dachverband Coburger LC fanden sich einige akademische Landsmannschaften, darunter Suevia Jena, zusammen und gründeten am 17. Februar 1900 den Arnstädter LC. Die beiden Verbände schlossen sich unter maßgeblicher Beteiligung von Suevia am 5. Juni 1906 zusammen.

97 Mitglieder der Suevia dienten im Ersten Weltkrieg, davon sind zwölf gefallen. Es wurden 113 Auszeichnungen erworben, darunter 12 Eiserne Kreuze Erster Klasse.[1] Suevia war die einzige Jenaer Verbindung, die während des Krieges nicht suspendierte.

In der Zwischenkriegszeit machte Suevia auf sich aufmerksam, als der „Rasseforscher“ Hans F. K. Günther vom ersten nationalsozialistischen Minister Wilhelm Frick einen Lehrstuhl an der Jenaer Universität erhielt. Auf Betreiben von Suevia konnte ein von der Studentenschaft für Günther beschlossener Fackelumzug zu dessen Tätigkeitsbeginn verhindert werden. Als Dank besuchte der Rektor der Universität die darauffolgende Semesterabschlusskneipe der Suevia.

Im Sommersemester 1930 wurde das Freundschaftsverhältnis mit der akademischen Landsmannschaft Normannia Wien (heute akademische Grenzlandsmannschaft Cimbria Wien) abgeschlossen.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden alle Aktiven verpflichtet einem der Wehrverbände beizutreten. Das den Jenaer Korporationen 1933 von Robert Ley oktroyierte Führerprinzip stand bei Suevia nur auf dem Papier. Die im Sommersemester eingeführte Wohnkameradschaft wurde am 1. Oktober 1934 zum offiziellen Kameradschaftshaus. Die Angriffe des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NDStB) und der Hitlerjugend gegen Korporationen nahmen stetig zu, bis Rudolf Heß am 26. Januar 1936 die Auflösung der Korporationen proklamierte. Am 30. Januar wurde die Aktivitas der Suevia aufgelöst. Im Haus der Suevia wurde im Dezember 1937 die Kameradschaft „Neese/Eger“ gebildet, die dann auf das Haus der Märker zog. Ab dem 1. Februar 1939etablierte sich dann die Kameradschaft „Rudolf Eck“, bis das Haus zerbombt wurde.

Landsmannschaft Suevia-Jena zu Bonn[Bearbeiten]

Am 29. März 1952 reaktivierte die Verbindung als akademische Landsmannschaft Suevia-Jena zu Bonn.

Am 74. Stiftungsfest wurde der neuen Aktivitas die aus den Trümmern des Jenaer Verbindungshauses geborgene und über die innerdeutsche Grenze geschmuggelte Prunkfahne übergeben.

Nach fünf Jahren in Bonn wurde die Nachwuchsgewinnung aufgrund eines fehlenden Verbindungshauses immer schwieriger. Als ein Haus in Hamburg erworben werden konnte, siedelte die Verbindung zum Wintersemester 1956/57 in die Hansestadt um.

Landsmannschaft Suevia-Jena zu Hamburg[Bearbeiten]

Die akademische Landsmannschaft Suevia-Jena zu Hamburg machte erstmals auf sich aufmerksam, als sie den Rektor der Hamburger Universität, Professor Dr. Karl Schiller, für einen Vortrag auf dem neuen Verbindungshaus in der Agnesstraße gewinnen konnte.

Um die Finanzierung des Verbindungshauses gewährleisten zu können, fusionierte die Verbindung im Wintersemester 1957/1958 mit der akademischen Turnerschaft Suevia zu Breslau.

Turnerschaft Suevia Breslau[Bearbeiten]

Die Ursprünge der akademischen Turnerschaft Suevia Breslau lagen im Akademischen Turnverein (ATV) Breslau, der am 1. Juli 1885 aus dem Cartell-Verband akademischer Turnvereine auf deutschen Hochschulen austrat, da er die eingeführte unbedingte Satisfaktion ablehnte.

Nicht alle Mitglieder lehnten diese ab und so kam es am 24. Juni 1885 zur Gründung des ATV Suevia durch ehemalige Mitglieder des ATV Breslau, darunter Hermann Leporin. Der Wahlspruch des Herzogtums Schwaben „Furchtlos und treu“ wurde übernommen.

Am 4. Dezember 1885 wurde Suevia in den Vertreter-Convent aufgenommen und verdiente sich sukzessive einen guten Ruf durch sehr gute sportliche Leistungen. Im Sommersemester 1890 schlossen sich Normannia Leipzig (heute Leipziger Burschenschaft Normannia) , Markomannia Freiburg (heute Markomanno-Albertia Freiburg) und Suevia zu einem Kartell zusammen, das bis 1899 bestand.

1895 wurde die akademische Turnerschaft Franconia gegründet, um ein festes Paukverhältnis zu sichern. Zusätzlich kam es zu einem Paukverhältnis mit dem Breslauer LC.

Am 23. und 24. Februar 1913 schlossen sich die Turnerschaften Philippina Marburg, Markomanno-Albertia Freiburg, Turnerschaft Ghibellinia München, Turnerschaft Rhenopalatia Heidelberg, Eberhardina Tübingen und Suevia zum ‘‘Blauen Kreis‘‘ zusammen, der jedoch vom Vertreter-Convent verboten wurde.

Am Ersten Weltkrieg nahmen fast alle Mitglieder der Suevia teil, darunter Georg Schellmann, Träger des Hohenzoller’schen Hausordens mit Schwertern. Es fielen etwa 20 Mitglieder und von 1914 bis zum 1919 war Suevia suspendiert.

Von 1922 bis 1934 wurde Suevia als Vorsitzende des Breslauer Waffenrings gewählt. Am 26. Juni 1934 kam ein Mitglied bei einer Mensur ums Leben.

Am 26. Juni 1932 weihte Suevia ihr Verbindungshaus in der Parkstraße 27 ein. Zu dieser Zeit bestand die akademische Turnerschaft aus 221 Mitgliedern, davon 138 Alten Herren. Das Haus wurde 1933/1934 als Kameradschaftshaus in Betrieb genommen. Das 50. Stiftungsfest im Jahr 1935 war das letzte Großereignis der Suevia, bevor die Aktivitas Ende 1935 aufgelöst werden musste. Durch politischen Druck beschlossen die Alten Herren 1938 die Errichtung einer Kameradschaft nach den Richtlinien des NSDStB, die als Kameradschaft Götzen gemeinsam mit den Turnerschaften Franconia und Guestphalia gegründet wurde.

Im Zweiten Weltkrieg fielen etwa 20 Mitglieder der Suevia. In den letzten Kriegsmonaten bedienten sich die Nachbarn am unbewohnten Verbindungshaus, so dass nur noch eine Ruine übrig blieb.

Ab 1948 begannen erste Bemühungen, die Mitglieder der Suevia wieder zu vereinen. 1950 wurde mit der Turnerschaft Alsatia zu Frankfurt ein Freundschaftsvertrag geschlossen, der bis 1957 Bestand hatte. Um selbst wieder eine Aktivitas aufzubauen, beschloss die akademische Turnerschaft Suevia eine Fusion mit der akademischen Landsmannschaft Suevia Jena zu Hamburg.

Landsmannschaft Suevia Jena-Breslau zu Hamburg[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 1958 fusionierten die akademische Turnerschaft Suevia Breslau und die akademische Landsmannschaft Suevia Jena zur akademischen Landsmannschaft Suevia Jena-Breslau zu Hamburg.

Aufgrund interner Querelen und dem (hochschul-)politischen Zeitgeist der 1960er Jahre konnte Suevia keine zukunftsfähige Aktivitas mehr aufbauen, so dass diese zum 23. März 1968 suspendiert wurde.

Landsmannschaft Guestphalia Berlin[Bearbeiten]

Am 10. Dezember 1885 gründete sich der Verein Studierender der Zahnheilkunde und Medizin Neo-Guestphalia in Berlin. Er hatte den Grundsatz der unbedingten Satisfaktion. Am 27. November 1888 wurde die Bezeichnung auf Guestphalia verkürzt. Es wurden ein „rot-weiß-blaues“ Band sowie eine rote Mütze mit silbernem Vorstoß getragen. Seit 1893 im Sommer auch ein weißer Stürmer. Zum 3. November 1890 wurde der medizinische Fachgrundsatz aufgehoben und es entstand die Verbindung Guestphalia.

Vom Wintersemester 1890/1891 bis zum Wintersemester 1891/1892 bestand ein Paukverhältnis mit Hercynia. Am 19. Februar 1892 wurde Guestphalia in den Berliner CC aufgenommen, der bis November 1894 bestand.

Ab 1894 gedieh der Wunsch, Mitglied im Dachverband Coburger LC zu werden, was jedoch nur schwer zu schaffen war. So beschloss Guestphalia, die suspendierte Berliner Landsmannschaft Palaiomarchia zu rekonstituieren und somit Guestphalia aufzulösen. Im Rahmen der Streitigkeiten im Coburger LC der Jahre 1897/98 traten einige ehemalige Mitglieder der Guestphalia wieder aus und rekonstituierten den Altherrenverband der Guestphalia am 10. Dezember 1898. Die akademische Landsmannschaft Guestphalia wurde am 6. Mai 1899 rekonstituiert.

Ab dem 19. Januar 1900 bildete Guestphalia mit den akademischen Landsmannschaften Thuringia (heute akademische Landsmannschaft Thuringia Berlin), Palaio-Silesia und Brandenburgia (heute akademische Landsmannschaft Brandenburg Berlin) einen Paukverband, wodurch sie Mitglied im Dachverband Arnstädter LC wurde. Mit der Wiedervereinigung der beiden Landsmannschafter-Dachverbände zu Pfingsten 1906 wurde Guestphalia Mitglied im Coburger LC.

Aufgrund interner Unstimmigkeiten suspendierten die Alten Herren die Aktivitas am 7. Dezember 1907, entfernten hierbei einen Teil der Mitglieder und reaktivierten am Folgetag. Am 31. August 1909 wurde die Aktivitas endgültig suspendiert.

In einer schriftlichen Abstimmung im Februar 1911 wurde eine Fusion mit der Turnerschaft Saxo-Hansea zu Leipzig in Erlangen beschlossen.

Turnerschaft Saxo-Hansea Leipzig[Bearbeiten]

Am 21. Mai 1898 wurde an der Handelshochschule Leipzig der akademische Verein Hammonia gegründet. Im Sommersemester 1899 wandelte er sich in eine Verbindung mit den Farben „Rosa-Hellblau-Weiß", im Sommersemester 1902 in die freischlagende Turnerschaft Saxo-Hansea. Die Turnerschaft pflegte die unbedingte Satisfaktion und führte die Burschenfarben Weiß-Hellblau-Rosa, die Fuxenfarben Hellblau-Rosa sowie blaue Mützen. Der Wahlspruch lautete „Für Wahrheit und Treue!“.

Von 1902 bis 1906 hatte sie ein Paukverhältnis mit der freien Verbindung Mecklenburgia (heute akademische Landsmannschaft Mecklenburgia Rostock zu Hamburg). Später folgten ebensolche mit der freien Verbindung Variscia (heute akademische Turnerschaft Arminia zu Köln) und der Saxo-Borussia.

1910 stellte Saxo-Hansea beim Coburger LC einen Aufnahmeantrag, woraufhin der Kongress in Coburg beschloss, dass sie in Erlangen mit der vertagten akademischen Landsmannschaft Guestphalia Berlin verschmelzen sollte. Am 12. März 1911 beschloss Saxo-Hansea die Fusion in Erlangen.

Landsmannschaft Saxo-Guestphalia Erlangen[Bearbeiten]

Am 6. Mai 1911 fusionierten die akademische Landsmannschaft Saxo-Hansea Leipzig und die akademische Landsmannschaft Guestphalia Berlin zur akademischen Landsmannschaft Saxo-Guestphalia zu Erlangen.

In Erlangen angekommen, musste sich Saxo-Guestphalia gegen Einsprüche der arrivierten Verbindungen wehren. Die freischlagende Verbindung Guestphalia (heute Corps Guestphalia) klagte vergebens gegen den Namen und das Corps Rhenania gegen das gleiche Couleur in Band und Mütze.

Saxo-Guestphalia trug hellblaue Mützen und ein Rot-Weiß-Hellblaues Burschenband. Das Fuxenband war Rot-Weiß-Rot (ab dem Wintersemester 1912/13 „Hellblau-Rosa"). Der Wahlspruch lautete „Dem Freunde die Hand für Wahrheit und Treue“.

Erstmals am Nürnberger Thomastag nahm Saxo-Guestphalia 1911 teil. Am 14. Dezember 1913 wurde das Gasthaus Reck in Oberndorf zur Exkneipe geweiht.

Alle Mitglieder der Aktivitas nahmen am Ersten Weltkrieg teil, wodurch am 11. Oktober 1914 beschlossen wurde zu suspendieren. Durch regelmäßige Rundbriefe wurden alle Mitglieder über Gesundheitszustände, Ehrungen und Verbindungsangelegenheiten auf dem Laufenden gehalten. Nach dem Ende des Krieges leisteten die Mitglieder der Aktivitas, wie viele andere Erlanger Studenten, Dienst im Freicorps Epp gegen die linke Revolution.

Am 30. Oktober 1920 wurde die Ankneipe des Wintersemesters im eigenen Haus an der Bergstraße 13 gefeiert. Die 1920er-Jahre waren geprägt von wirtschaftlichen Sorgen, die Mitglieder der Aktivitas hatten aufgrund der finanziellen Unterstützung durch vereinzelte Alte Herren ein vergleichsweise komfortables Leben.

1925 fungierten zwei Burschen der Saxo-Guestphalia als Gründungsburschen der akademischen Landsmannschaft Hansea zu Nürnberg.

Im 60. Jahr des Dachverbandes Deutsche Landsmannschaft, 1928, übernahm Saxo-Guestphalia mit 19 Alten Herren und 17 Aktiven das Präsidium. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 100 Landsmannschaften in der DL zusammengeschlossen.

Mit dem Vormarsch des NSDStB wurde das Ende der Korporationen eingeleitet. Auch Saxo-Guestphalia verlor den Kampf um neue Mitglieder durch den Erlass, dass alle jungen Studenten in die SA eintreten mussten. Auch die Erlaubnis von Korporationszugehörigkeit und Mitgliedschaft in einem nationalsozialistischen Verband, darunter auch dem NSDStB, wurde sukzessive aufgehoben. In Erlangen versuchten einige Verbindungen verbandsübergreifend durch eine „lose Arbeitsgemeinschaft“ ihre Existenz noch zu retten. Am 31. Januar 1936 gaben auch diese Verbindungen auf und lösten sich offiziell auf.

Am 19. Juni 1938 gründete Saxo-Guestphalia mit der Burschenschaft Frankonia, der ATV-Turnerschaft Teutonia und der Turnerschaft Palatia (heute akademische Turnerschaft Alemanno-Palatia Erlangen-Nürnberg) die Kameradschaft „Hesselberg“. Das Haus in der Bergstraße wurde verkauft.

Im Zweiten Weltkrieg fielen sechs Mitglieder der Saxo-Guestphalia.

1949 wurde die Verbindung rekonstituiert. Die ersten Neumitglieder kamen von der neu entstandenen freien Verbindung „Saxo-Coburgia“, die sich mit dem Übertritt ihrer Mitglieder in die Saxo-Guestphalia wieder auflöste.

Bis zum Bau des eigenen Verbindungshauses 1957 war das Gasthaus Nützel der Lebensmittelpunkt der Saxo-Guestphalia.

1959 trat Saxo-Guestphalia in ein Paukverhältnis mit den Erlanger Corps.

Aufgrund schwindender Mitgliederzahlen begann Saxo-Guestphalia 1968 Fusionsverhandlungen mit der akademischen Landsmannschaft Suevia Jena-Breslau zu Hamburg.

Landsmannschaft Saxo-Suevia Erlangen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 22. Februar 1969 fusionierten die akademische Landsmannschaft Suevia Jena-Breslau zu Hamburg und die akademische Landsmannschaft Saxo-Guestphalia zu Erlangen zur akademischen Landsmannschaft Saxo-Suevia zu Erlangen. Saxo-Suevia führte die Mitgliedschaft im Silbernen Kartell fort.

Anfang der 1970er-Jahre entbrannte die Frage im Dachverband Coburger Convent, ob die Mitgliedsbünde weiterhin pflichtschlagend sein müssen. Saxo-Suevia schloss sich in dieser Frage dem Würzburger Kreis an, der die treibende Kraft für die Beibehaltung der Pflichtmensur darstellte. Gleichzeitig senkte Saxo-Suevia die Anzahl seiner Pflichtmensuren von vier auf zwei. Am 30. Oktober 1971 fand die Schlüsselübergabe des Wohnheims statt, das baulich an das Verbindungshaus in der Löhestraße angrenzt. 1976/77 übernahm Saxo-Suevia das Präsidium des Coburger Convents. Auf Anregung ihres Mitgliedes Johannes Steinhoff wählte sie das Präsidialmotto „Völkerfamilie Europa – ein Ziel ohne Alternative“.

Am Pfingstkongress des Coburger Convents 1985 gewann Saxo-Suevia erstmals das CC-Fußballturnier. Nach weiteren Siegen 1994, 1998, 1999, 2000, 2002 und 2009 stellt sie die erfolgreichste Fußballmannschaft des Coburger Convents.

Im Mai 1990 unternahm Saxo-Suevia die erste Bundesfahrt an eine ihrer Gründungsstätten nach Jena.

1994 kündigte die akademische Grenzlandsmannschaft Cimbria Wien das 64-jährige Freundschaftverhältnis zu Saxo-Suevia, da die Kriterien zur Aufnahme neuer Mitglieder zu weit auseinander gingen.

Im Wintersemester 1995/1996 wurde der Kneipsaal auf dem Verbindungshaus mit neuen Möbeln ausgestattet. Das Mobiliar wurde der Gaststätte Loreley in Coburg nachempfunden.

Das 125. Stiftungsfest im Jahr 2003 und das 130. Stiftungsfest im Jahr 2008 waren zwei Höhepunkte der jüngeren Geschichte. An beiden Festkommersen hielt der jeweilige Bayerische Innenminister die Festrede.

2011 errichtete Saxo-Suevia ein großräumiges Archiv, das auf Nachfrage für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden kann.

Wohnheimverein Saxo-Suevia e.V.[Bearbeiten]

1971 wurde neben dem Verbindungshaus ein separates Studentenwohnheim gebaut, für das sich alle männlichen Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg und der Fernuniversität in Hagen bewerben dürfen. Im Wohnheim ist Platz für 17 Studenten. Es stehen zwei Küchen und zwei Bäder zur Verfügung.

Prinzipien[Bearbeiten]

Saxo-Suevia ist ein farbentragender und pflichtschlagender Männerbund.

Sie pflegt das Sportprinzip, Lebensbundprinzip, das akademische Prinzip und das Conventsprinzip.

Organisation[Bearbeiten]

Saxo-Suevia besteht aus einer Aktivitas und einem Altherrenverband.

Geleitet wird der Bund von den drei Chargierten, die für jedes Semester demokratisch vom Burschenconvent gewählt werden.

Zusätzlich gibt es in der Aktivitas das Amt des Fuxmajors, des Schriftleiters, des Kassenwarts, des Schmuckwarts, des Medienwarts und des Archivars.

Der Altherrenverband ist ein eingetragener Verein. Die Vorstandschaft besteht aus zwei Vorsitzenden, einem Schriftwart und einem Kassenwart.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • 100 Jahre Landsmannschaft im CC Saxo-Suevia zu Erlangen, hg. vom Altherrenverband der Saxo-Suevia, Altenkirchen 1978.
  • 125 Jahre Landsmannschaft Saxo-Suevia, hg. vom Altherrenverband der Saxo-Suevia, Erlangen 2002.
  • Jörn Petrick, Gedenkbuch der Landsmannschaft im Coburger Convent Saxo-Suevia zu Erlangen, hg. vom Altherrenverband der Saxo-Suevia, Erlangen 2011.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Berthold Ohm, Handbuch der Deutschen Landsmannschaft. Erlangen. Saxo-Guestphalia, 13. Auflage, Hamburg 1934, S. 322.
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49.5978111.03146Koordinaten: 49° 35′ 52,1″ N, 11° 1′ 53,3″ O