Kretas-Konzept

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Das Kretas-Konzept (Eigenschreibweise: KreTAS-Konzept; abgeleitet von Kreativ-Therapeutische Arbeit in Schulen und pädagogischen Systemen) wurde von Waltraut Barnowski-Geiser in den Jahren 1999 bis 2010 entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass Kinder in Schulen und anderen pädagogischen Einrichtungen frühzeitig Unterstützung in ihrer emotionalen Befindlichkeit erfahren sollten und kreative Medien, wie Musik, Kunst, Tanz, professionell eingesetzt,dabei besondere Dienste erweisen können. Auf diesem Boden erwuchs das Projekt "Schule braucht Gefühl", das erstmalig in der Gesamtschule Rheydt-Mülfort durchgeführt wurde.

Entstehung[Bearbeiten]

KreTAS entstand im Schnittfeld von Therapie/Pädagogik und den Künsten. Es wurde der Überzeugung gefolgt, dass die schwierige Situation von Kindern im 3. Jahrtausend ein innovatives Zusammenarbeiten einzelner Fachdisziplinen erfordert - nicht ihren Ausschluss. Grundlagen leiborientierter Philsosophie und Therapie (Merleau-Ponty,Schmitz,Fuchs, Baer/Frick-Baer u.a.), neurowissenschaftliche Erkenntnisse ( Hüther, Spitzer,Bauer u.a.) sowie Haltungen und Grundlagen leiborientierter Kreativer Kinder-und Jugendlichentherapie (Baer/Barnowski-Geiser) wurden im Praxisfeld Schule umgesetzt.Das sich in seiner Gesamtheit erlebende Kind, mit Körper, Seele und Geist im sozialen Umraum , steht in der KreTAS-Arbeit im Fokus.

Kennzeichen[Bearbeiten]

Schülerinnen sollen durch KreTAS-Arbeit, also durch frühzeitige und schulnahe therapeutisch-fördernde Interventionen,über das gesprochene Wort hinaus erreicht werden. Insbesondere die Integrationsfähigkeit und die allgemeine Lernleistung wurden nach Veränderung der emotional-sozialen Grundsituation als deutlich verbessert beschrieben; ansonsten eher therapieferne Schichten konnten durch KreTAS erreicht werden. Für spezielle Problemgruppen erwies sich die KreTAS-Arbeit als besonderes hilfreich, hier insbesondere für Kinder aus Problemfamilien/Suchtfamilien ( Das AWOKADO-KOnzept/Forschungsstudie Institut für Musiktherapie Hamburg,Barnowski-Geiser, 2009), für Kinder mit AD(H)S, für traumatisierte und verstummte Kinder sowie zur genderspezifischen Förderung.

Ausblick[Bearbeiten]

Die in der Projektarbeit gewonnenen Ergebnisse wurden evaluiert (Semnos-Akademie 2008 Baer/Barnowski-Geiser). Eine Ausweitung der KreTAS-Arbeit auf andere Schulformen und den vorschulischen Bereich erscheint angezeigt,die dringende Notwendigkeit zur Ausbildung von Schnittfeldexperten ( Kreative Therapeuten in Schulen, Kreative Kinder-und Jugendlichentherapeuten) evident.Logische Implementierungen in die allgemeine Unterrichtsarbeit und die Ausbildung von Studierenden befinden sich in der Entwicklung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Barnowski-Geiser, W. (2010): Schule braucht Gefühl. Kinder kreativ-therapeutisch fördern. Semnos-Verlag/Neukirchen-Vluyn.ISBN 978-3-934933-30-9
  • Barnowski-Geiser, W. (2009): Hören, was niemand sieht. Kreativ zur Sprache bringen, was Kinder und Erwachsene aus alkoholbelasteten Familien bewegt. Semnos-Verlag/Neukirchen-Vluyn.ISBN 978-3-934933-26-2
  • Baer, U./Barnowski-Geiser, W. (2005): Hyperaktive Kinder kreativ. Das Semnos-Konzept in Therapie und Pädagogik. Semnos-Verlag/Neukirchen-Vluyn.ISBN 3-934933-13-0
  • Baer, U./Barnowski-Geiser, W. (2010): Keine Angst vor der Schule. Was Eltern tun können. Weinheim und Basel/Beltz-Verlag.ISBN 978-3-407-22502-3.
  • Barnowski-Geiser,W. (2009): Hyperaktive und verstummte Kinder. In: H. H. Decker-Voigt/E. Weymann (Hrsg.): Lexikon Musiktherapie. Göttingen.ISBN 3-8017-0636-2
  • Damasio, A. R. (1997): Descartes’ Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn. München
  • Decker-Voigt, H.-H.; Dunkelziffer e.V. (Hrsg.) (2005): ,,Der Schrecken wird hörbar". Musiktherapie für sexuell missbrauchte Kinder. Bremen.ISBN 3872044346
  • Frohne-Hagemann, I.; Pleß-Adamczyk, H. (2004): Indikation Musiktherapie bei psychischen Problemen im Kindes- und Jugendalter. Göttingen.ISBN-10: 3525462115
  • Fuchs, T. (2008): Das Gehirn - ein Beziehungsorgan. Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption. Stuttgart.ISBN-10: 3170192914;
  • Hüther, G. (1999): Biologie der Angst. Wie aus Stress Gefühle werden. Göttingen.ISBN: 978-3-525-01439-4.
  • Tüpker,R. Musiktherapie in der Schule. (2005) Hg. mit Natalie Hippel und Friedemann Laabs, Wiesbaden: Reichert Verlag, ISBN 978-3-4568-4589-0

Weblinks[Bearbeiten]

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