Konstantin zu Ysenburg

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Konstantin zu Ysenburg (* 12. Juli 1833 in Wertheim; † 27. Dezember 1917 in München[1]) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Konstantin Wilhelm Karl zu Ysenburg entstammte der Linie Philippseich des gräflichen Hauses Ysenburg-Büdingen. Er war ein Sohn des Grafen Vollrath Friedrich zu Ysenburg-Büdingen (1800–1864) und seiner Gattin Malwina, geborene zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg (1808–1879). Seine Geschwister waren Thekla (1829–1830), Amalie (1830–1909), Ferdinand (1832–1893) und Georg Adolf (1840–1904). Die Ehe der Eltern wurde 1851 geschieden.

Bereits der Vater Konstantins, Graf Vollrath Friedrich zu Ysenburg, war ein begabter Zeichner, ohne dass er eine akademische Ausbildung genossen hätte. Konstantin schlug zunächst die Militärlaufbahn ein und brachte es bis zum k.u.k. Rittmeister. 1873 trat der 40-Jährige in die Antikenklasse der Münchner Kunstakademie unter der Leitung von Johann Georg Hiltensperger ein[2] und bildete sich zum Landschafts-, Figuren- und Bildnismaler aus. 1875 heiratete er in Berchtesgaden Anna Mayer (1851–1942), die anlässlich der Hochzeit geadelt wurde. Der Ehe Konstantins mit Anna von Mayer entstammten zwei Töchter, Maria[3] und Margith,[4] die unverheiratet blieben.

Konstantin zu Ysenburg ließ sich 1876 in Lindau am Bodensee nieder.[5] Die Wintermonate verbrachte er unter wechselnden Adressen jedoch meist in München. Mit seinen Arbeiten beschickte er die Ausstellungen des Münchner Kunstvereins, dessen Mitglied er zeitlebens war, sowie Ausstellungen der Münchener Künstler-Genossenschaft im königlichen Glaspalast. Seit den 1880er Jahren wandte er sich zunehmend der erzählenden Malerei zu und schuf daneben Landschaften und Interieurs, die er meist mit oberbayrischen Landleuten staffierte und die wegen ihrer feinen Auffassung von der Kritik gelobt wurden.[6]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Männlicher Halbakt, 1876: Öl auf Leinwand., 85 x 70 cm; sign. u.r.: Ysenburg 1876.[7]
  • Selbstbildnis: Internationale Kunstausstellung im Münchener Glaspalast, 1883.[8]
  • Nach der Jagd: Kölner Dombaulotterie 1888.
  • Im Gespräch: München, Kunstverein 1888.[9]
  • Försters Marie, Zufriedenes Alter, Vesper, 1891.[10]
  • Stilleben (2 Bilder), ausgestellt 1897 und 1905.[11]
  • Landschaft, Pastell: ausgestellt 1902.[12]
  • Blick auf den Königssee, o.J..: Öl auf Leinwand., 56 x 67 cm; sign. u.l. und bezeichnet: München.[13]
  • Mädchen am Spinnrad, 1889, Öl auf Leinwand, 70 x 54 cm.[14]
  • Bildnis des Fürsten Karl II. von Isenburg-Birstein in Zivil, Kopie nach Ernst Bosch: Birstein, Schloss.
  • Schloß Birstein, gesehen vom Kutschenhof, 1910: Birstein, Schloss.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Karl Prinz von Isenburg: Isenburg-Ysenburg. Stammtafel des Geschlechts. Stargard, Berlin 1941.
  • Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Neue Folge, Bd. 17, Klostermann, Frankfurt/M. 1998, Tf. 59–76.
  • Siegfried Weiß: Das Haus Ysenburg/Isenburg und die Bildende Kunst im 19. Jahrhundert. In: Büdinger Geschichtsblätter Bd. 18, 2004/05, S. ?.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Münchner Neueste Nachrichten, Nr. 656, 29.12.1917, S. 2: Todesmitteilung; Nr. 657, 29.12.1917, S. 7: Todesanzeige
  2. Eintrag in der Matrikeldatenbank.
  3. * 1881 in Lindau, † 1916 in Berchtesgaden; begraben in München
  4. * 1894 in München, † 1968 in Tegernsee, lebte in Kreuth; ihr Grab, neben dem ihrer Mutter auf dem Kirchhof von Rottach-Egern, wurde 1991 aufgelassen.
  5. Bericht über Wirken und Mitgliederstand des KV München während des Jahres 1912, München 1913: k.u.k. Rittmeister a.D., Maler in Lindau
  6. Münchner Neueste Nachrichten Nr. 17, 13.1.1891; Nr. 479, 21.10.1891; Nr. 483, 23.10.1891: KV-Berichte.
  7. Auktionskatalog Schöninger, München, 27.9.1994, Nr. 316
  8. Katalog-Nr. 2203
  9. Münchener Neueste Nachrichten, Nr. 447, 29.9.1888: ... zwei ältere Gebirgsbewohner in lebhaftem Zwiegespräch bei vollem Maßkrug mit viel Beobachtung der Eigenthümlichkeiten derselben zur Anschauung gebracht.
  10. Münchner Neueste Nachrichten, Nr. 17, 13.1.1891; Nr. 479, 21.10.1891; Nr. 483, 23.10.1891: KV-Berichte
  11. Münchner Neueste Nachrichten Nr. 258, 7.6.1897; Nr. 577, 11.12.1905
  12. Münchner Neueste Nachrichten, Nr. 333, 21.7.1902.
  13. Auktionskatalog Weiner, München, 14.3.1984, Nr. 179; mit Abb.; Schätzpreis 5000.- DM
  14. Auktionskatalog 332, Nagel, Stuttgart, 26.9.1990, Nr. 2418
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