Kasiglas

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Kasiglas ist ein Handelsname der KRD-Gruppe, Geesthacht, für beschichtete und ggf. warmumgeformte Polycarbonat- (PC), PMMA- (Plexiglas-), Polyphenylensulfon- (PPSU) oder Styrol-Acrylnitril- (SAN)-Scheiben, die mittels einer dünnen Lackschicht vor Abrieb geschützt sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Kasiglas wird seit Mitte der 1980er Jahre von der Firma KRD produziert, die ihren Ursprung in einer Hamburger Autoreparaturwerkstatt hat: dem Kraftfahrzeug-Reparatur-Dienst, KRD. Die Betreiber standen vor der Aufgabe, Polizeifahrzeuge vor teuren Vandalismus-Folgen zu bewahren und statteten sie mit Verscheibungen aus bruchfesten Polycarbonat an Stelle von Glas aus. Um diese vor Abrieb zu schützen, mussten sie den Kunststoff mit einem geeigneten Lacksystem beschichten, das sie zunächst bei einem Drittanbieter fanden. Seit Anfang der 1990er Jahre entwickelt das Unternehmen auch eigene Beschichtungen auf Polysiloxan-Basis.

Kasiglas findet bis heute in Polizei-Einsatzfahrzeugen Verwendung. Die Beschichtung übersteht sogar den Kontakt mit Flugsand und Scheibenwischern. Die Scheiben sind zum Teil ein Autoleben lang im Einsatz. Inzwischen haben sich die Kasiglas-Einsatzfelder aber verschoben in Richtung allgemein sicherheitsrelevanter Anwendungen.[1]

Anwendungen[Bearbeiten]

Kasiglas kommt überall dort zum Einsatz, wo sich transparente Kunststoffe in einem anspruchsvollen Umfeld bewähren müssen; wichtigstes Einsatzfeld ist der Glas-Ersatz, da beschichtetes Polycarbonat und PMMA bruchfester sind als Glas. In einigen Anwendungen spielt auch das im Vergleich zu Glas geringere Gewicht des polymeren Materials eine wichtige Rolle, etwa im Automobilbau. Kasiglas-Verbundverscheibungen aus Polycarbonat oder PMMA und einem transparenten thermoplastischen Polyurethan als Zwischenlage erfüllen besonders hohe Sicherheits-Ansprüche und sind sogar für den Einsatz in Kraftfahrzeug-Windschutzscheiben geeignet.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Da Kasiglas sich lediglich durch eine Mikrometer-dünne Beschichtung vom polymeren Substrat unterscheidet, entsprechen die physikalischen Eigenschaften weitgehend denen der beschichteten Materialien. Die eingesetzten Lacksysteme können so an das Substrat angepasst werden, dass sie bei der Warmumformung selbst Biegungen mit engen Biegeradien ohne Brüche und Rissbildungen überstehen. Drei Millimeter dicke PC-Halbzeuge lassen sich ohne Eintrübung mit Radien von rund 450 Millimetern biegen; diese Radien machen auch die darauf optimierten Beschichtungen mit, ohne abzuplatzen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Stefan Albus: Beschichter mit Durchblick. In: Kunststoffe, Heft 9/2001, S. 120
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