Karl Winkler

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Karl Winkler (* 1899 in Usch bei Kolmar / Warthegau; † 1966) war als SS-Sturmscharführer der Gestapo Lagerleiter der Arbeitserziehungslager (AEL) Liebenau und des AEL Lahde.

Laufbahn[Bearbeiten]

Als Sohn eines Glasmachers besuchte er die Volksschule in Hannover. Danach erlernte er das Handwerk eines Schlossers. Ab 1917 nahm er am I. Weltkrieg in einem Infanterie-Regiment teil. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Im Jahre 1919 trat er in den Polizeidienst. Im Jahre 1930 wurde er zum Polizei-Hauptwachmeister befördert. Gleichzeitig erlangte er den Beamtenstand auf Lebenszeit.[1] Am 1. Mai 1937 wurde er Mitglied in der NSDAP und bewarb sich um eine Stellung bei der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Bis 1942 war er in der Staatspolizeileitsstelle Hannover im Verwaltungsdienst tätig.[2]. Zum Polizeisekretär war er 1940, zum Polizei-Obersekretär war er im Jahre 1942 befördert worden.

Leitung AEL Liebenau[Bearbeiten]

Nach seiner Aussage wurde er dann Ende 1942 Anfang 1943 von dem SS-Standartenführer Rudolf Batz als Leiter der Gestapo Hannover mit der Leitung des AEL Lübenau beauftragt, wo er den Leiter Louis Hein ablöste. In der Zeit zwischen der Ablösung von Hein und der Dienstaufnahme von Winkler übernahm nach Ansicht von Andrea Zech der SS-Unterscharführer Fricke die Leitung des AEL Lübenau. Während seines Kommandos im AEL Liebenau erschoss er zwei Gefangene, die sich aus einem Abfallhaufen Gemüsereste holten.

Unter seiner Führung wurde das AEL Liebenau im Jahre 1943 nach Lahde verlegt. Das AEL Lahde wurde zum Kriegsende in die Außenstelle der Gestapo in Ahlem evakuiert.[3]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Im Zeitraum Sommer / Herbst 1945 wurden alle Personen verhaftet, die Dienstposten im AEL Lahde versehen hatten. Die Unterbringung durch die britischen Militärbehörden erfolgte zuerst im Internierungslager Recklinghausen, von wo dann eine Verlegung zum Internierungslager Staumühle bei Paderborn erfolgte. Der erste Prozess gegen Winkler erfolgte im Jahre 1947 in Wuppertal mit anderen Angehörigen der Mannschaften vom AEL Lahde. Für mehrere Todesfälle im AEL Lahde wurde er zum Tode verurteilt. Es folgte eine Begnadigung zu 20 Jahren Zuchthaus. Nach 12 Jahren wurde er am 7. Mai 1957 aus der Haftanstalt Werl entlassen.[3]

Im Jahre 1960 beantragte er eine Wiederaufnahme seines Verfahrens, was aber im Jahre 1961 vom Landgericht Bielefeld abgelehnt wurde. Als die Staatsanwaltschaft Verden noch einmal Ermittlungen wegen der Ereignisse im AEL Liebenau gegen Winkler aufnahm, wurden diese ebenfalls ergebnislos 1963 eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Brinkmann, Das "Arbeitserziehungslager" Lahde 1943-1945, Sonderdruck aus den Mindener Heimatblättern 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gregor Espelage, Das Arbeitserziehungslager Liebenau - Ein Lager der Firma Wolff & Co. mit Unterstützung der Gestapo Hannover, in: Kurt Buck (Red.), Die frühen Nachkriegsprozesse, Bremen 1997, S. 93-109
  2. Andrea Tech, Arbeitserziehungslager in Nordwestdeutschland 1940-1945, Göttingen 2003, S. 117-118
  3. 3,0 3,1 Gregor Espelage, ebenda, S. 106

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