Karl Wever

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Karl Wever (* 15. Juli 1882 in Wilhelmsort; † 4. März 1960 in Berlin) war ein deutscher Vortragender Rat im Kanzleramt der frühen Weimarer Zeit und Ministerialdirektor im Reichsfinanzministerium.

Leben[Bearbeiten]

Wever war der älteste der drei Söhne des Bankdirektors Arnold Wever und seiner Ehefrau Martha Dressler.

Wever machte 1902 auf dem Humanistischen Gymnasium Steglitz sein Abitur. Anschließend studierte er Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg und Berlin. 1906 folgte die Referendarprüfung, an die sich die praktische Ausbildung an mehreren Berliner Gerichten anschloss. Nach der 1911 abgelegten großen Staatsprüfung zum königlich preußischen Gerichtsassessor ernannt, arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei der Handelskammer Berlin und dem Magistrat Charlottenburg, bevor er in das Reichsamt des Innern in das Referat für Seeschifffahrt wechselte. Hier arbeitete er an zwei Gesetzesvorlagen für die Postdampfersubvention und - nach dem Untergang der Titanic - für die Verbesserung der Sicherheit auf See.

Nach Kriegsausbruch war er auf fast allen Gebieten des Reichsamtes des Innern tätig. Seit August 1914 als Adjutant des Staatssekretärs und Staatsministers v. Delbrück tätig, erhielt er am 11. Dezember 1914 seine Ernennung zum Kaiserlichen Regierungsassessor. Im März 1916 wurde er nach Erkrankung von Geheimrat Schütt zum stellvertretenden Reichskommissar der Deutschen Seeversicherungs-Gesellschaft AG und der Deutschen Versicherungsbank ernannt. Gleichzeitig wurden ihm sämtliche Referate der Seeschiff¬fahrt und der Seeversicherung übertragen. 1918 wurde er zum Kaiserlichen Regierungsrat und ständigen Hilfsarbeiter im Reichswirtschaftsamt ernannt.

Unter den Reichskanzlern Gustav Bauer, Hermann Müller, Constantin Fehrenbach, Joseph Wirth, Wilhelm Cuno und Gustav Stresemann war er seit Juli 1919 in der Reichskanzlei als Geheimer Regierungsrat und Vortragender Rat tätig. Der Bearbeitung von Beamten- und Staatsangelegenheiten folgte die Bearbeitung der Fragen der inneren Politik. Während des Kapp-Putschs war er Vertreter des Kanzlers, der zusammen mit seinem Kabinett Berlin verlassen hatte. Hier stand er unverhofft seinem jüngeren Bruder Walther II. Wever gegenüber, der als Generalstabschef des Gruppenkommandos I Kurt von Hammerstein-Equord dorthin abkommandiert war. Beide Brüder waren sich schnell einig, dass das oberste Gebot die Vermeidung jeglichen Blutvergießens war. Karl war anschließend der ständige Vertreter des Staatssekretärs in der Reichskanzlei. Aufgrund erheblicher Arbeitsüberlastung war sein Gesundheitszustand so angeschlagen, dass er sich am 19. August 1923 im Alter von 41 Jahren in den einstweiligen Ruhestand versetzen ließ.

1925 trat er nach seiner Genesung wieder in die Reichsverwaltung ein und übernahm die Unterabteilung für Besoldungs- und Beamtenversorgungsangelegenheiten - später Abteilung IV - im Reichsfinanzministerium,, die er ab 1931 als Geheimer Regierungsrat, dann als Ministerialdirigent und seit April 1937 als Ministerialdirektor bis zum Kriegsende 1945 leitete.

Wever heiratete 1914 in Berlin Emmi Lange, Tochter des Ingenieurs Christian Lange und seiner Ehefrau Gertrud geb. Meinhold. Aus der Ehe stammen drei Kinder.

Mitgliedschaften und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für seine Gesetzesvorlagen zur Verbesserung der Sicherheit auf See wurde er 1914 mit dem Kronenorden IV. Klasse ausgezeichnet. 1917 folgten das Verdienstkreuz für Kriegshilfe und 1918 das Eiserne Kreuz II. Klasse am weiß-schwarzen Bande.

1924 gab er die erste Wever-Zeitung heraus, die seither regelmäßig erscheint. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1922 wurde er zunächst zum stellvertretenden Vorsitzenden des Wever´schen Familien-Verbandes und 1925 zu dessen Vorsitzenden gewählt. Er hielt diese Funktion bis 1930 inne.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walther Wever: Geschichte der Familie Wever. Berlin 1898
  • Eberhard Winkhaus: Wir stammen aus Bauern- und Schmiedegeschlecht. Starke, Görlitz 1936
  • Günther Wever: Familienchronik Wever. Loseblattsammlung seit 1977
  • Walther Wever: Familienchronik Band 1. 4. Auflage, Barsinghausen 2007
  • Arnold Brecht: Aus nächster Nähe. DVA, Stuttgart 1966 u.a. S. 135

Weblinks[Bearbeiten]

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