Kaleidoskopismus

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Adolf Hölzel: Abstraktion II

Der Malstil des Kaleidoskopismus stellt die Zergliederung des Lichts in Farben und Formen und die Auflösung der Form in Licht und Farbe in den Vordergrund. Er bedient sich augenfällig einer Darstellung in der prismenhaften Zergliederung des Lichts, bei der die gefächerten Grundfarben Gelb, Rot und Blau in unterschiedlicher Gewichtung zueinander stehend, farblich die kompositorische Basis bilden. Die formale Bildkomposition ist komplex und besteht aus variablen, polygonen Elementen, in denen sich die Farbgebung volltonig oder subtil nuanciert, artikuliert.

Der Kaleidoskopismus soll in seiner ausgeprägten Farbgebung den Betrachter spontan ansprechen und motiviert diesen unmittelbar zum Dialog. Oft liegen den Bildern daher reale Vorgaben zugrunde. Vielfach verlässt die Gestaltung jedoch das konkrete Motiv und orientiert sich in einer sich selbst gehörenden Komposition. Die Gestaltung ist dann weitgehend von einer dominanten Farbgebung bestimmt, wo komplementäre Akzente die einzelnen Bildkomponenten ergänzen und polarisieren.

Der Maler Adolf Hölzel (1853 - 1954) entlehnte mit großem Engagement, auf der Suche nach einem neuen Ausdrucksmöglichkeiten, seinen Bildaufbau der strukturierten Zergliederung des Kaleidoskopes. Man bezeichnete Hölzel daher auch als "Kaleidoskopen".

Als eigene Stilrichtung entwickelte erst Harald Reiter seit 1986 den KALEIDSOKOPISMUS. Reiter, *1942 in Trier, verzichtet, im Gegensatz zu Hölzel, auf die kirchenfensterartige Segmentierung der Fläche und folgt in seiner Darstellungsweise den Grundmustern unserer Wahrnehmung. Hell und dunkel, warm und kalt, Rhythmik, Ruhe oder konträre Spannung werden latent oder ganz bewusst erfahren und bestimmen die harmonische Konzeption seiner Bilder.

Der Kaleidoskopismus (griechisch: καλος = schön) folgt nur scheinbar unwillkürlich dem selbstgestellten ästhetischen Anspruch. Das Sujet erfährt im Besonderen durch seine subtile Untergliederung eine prägnante, gestalterische Spannung, die sich in einer erzählerischen, unbefangenen Farben- und Formenvielfalt etabliert. Der dichte, komplexe Bildaufbau entsteht durch fließende und prismenhafte Farbnuancen. Die gegliederte Formstruktur betont so in einer eigenen Sprache die Modulation der Farbklänge und transportiert eine emphatische Betrachtungsweise des Sujets oder einer frei assoziierenden Komposition.

Der Duktus des KALEIDOSKOPISMUS fußt erkennbar in den Stilrichtungen der Klassischen Moderne, ohne dort jedoch starr verhaftet zu sein. Impressionismus, Expressionismus und Kubismus haben diese Stirichtung inspiriert und die ständige Weiterentwicklung, vor allem in Frankreich, initiiert.

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