KDStV Borusso-Westfalia Bonn

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Wappen Karte
Deutschlandkarte, Lage der Stadt Bonn
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Universität: Bonn
Gründung: 16. November 1927 in Bonn
Verband: CV
Eintritt in CV: 1927
Kürzel: B-W!
Farben: schwarz-silber-grün
Mitglieder: ca. 165 (2012)
Website: www.borusso-westfalia.de

Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Borusso-Westfalia zu Bonn im CV ist eine farbentragende, nichtschlagende, katholische Studentenverbindung. Sie ist Mitglied des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen.

Geschichte[Bearbeiten]

Mitte der 1920er Jahre wuchsen die Mitgliederzahlen der Bonner Korporationen so stark an, dass man 1926 auf der Cartellversammlung den Antrag stellte, eine siebte Verbindung in Bonn zu genehmigen. Die KDStV Borusso-Westfalia wurde am 16. November 1927 von der KDStV Alania Bonn und der KDStV Bavaria Bonn unter dem Namen Borusso-Guestphalia gegründet. Damit wurden die preußischen Provinzen Rheinland und Westfalen in direkten Zusammenhang gestellt, 19 Jahre bevor das heutige Land Nordrhein-Westfalen entstand. Anfang Dezember fanden die feierlichen Publikationsfeiern mit einem Pontifikalamt in der Münsterbasilika und einem Kommers in der Beethovenhalle statt. Seit diesem Jahr ist sie auch Mitglied im Cartellverband, derzeit mit der Ordnungsnummer 86. Nach Beanstandungen des Corps Guestphalia zu Bonn, das die gleichen Farben in umgekehrter Reihenfolge trug, änderte die neue Verbindung ihren Namen in Borusso-Westfalia und die mittlere Farbe von Weiß in Silber; außerdem fügte sie eine silber-schwarze Perkussion hinzu.

Im Wintersemester 1933/34 gab es auf dem Bonner Marktplatz eine Schlägerei zwischen Gegnern und Anhängern des Nationalsozialismus. Da unter den Gegnern Mitglieder der Borusso-Westfalia waren, wurden diese von Repressalien des NS-Regimes getroffen und z. B. zum Arbeitsdienst gezwungen. Dies führte zum Ende der Korporation, ein Jahr bevor sich der gesamte Dachverband auflöste, um sich nicht der NS-Gleichschaltung zu beugen. Einzelne Mitglieder hielten jedoch innerhalb eines Ehemaligenvereins weiterhin Kontakt und wiederbegründeten die Borusso-Westfalia am 24. Mai 1948.

Profil[Bearbeiten]

Couleur[Bearbeiten]

Die Verbindung trägt die Farben schwarz-silber-grün mit silber-schwarzer Perkussion; die Fuxenfarben sind silber-schwarz-silber mit schwarzer Perkussion. Es wird seidenes weißes Hinterhauptcouleur in kleinem Format getragen.

Der Senior trägt zu seinem Burschenband als Amtsband zwei Freundschaftsbänder. Das weiß-schwarz-weiße Burschenband der Tochterverbindung GV Gaudeamus (siehe unten) und das blau-gold-weiße Band der Mutterverbindung Alania Bonn. Die Füxe tragen ihr Band ausnahmsweise über die linke Schulter, eine Besonderheit im couleurstudentischen Brauchtum, um eine Verwechslung mit den Burschen der Tochterverbindung zu vermeiden; außerdem tragen sie zur Vollwichs ausnahmsweise kein Band, um eine Verwechslung mit dem Fuxmajor zu vermeiden.

Wappen[Bearbeiten]

In einem geteilten gespaltenen Schild rechts ein schwarzes Kreuz auf silbernem Grund, links ein steigendes silbernes Pferd auf rotem Grund. Auf dem Schild zwei sich zugewandte Helme, rechts mit silber-schwarzen Helmdecken und einem schwarzen Adler als Helmzier, links mit silber-grünen Helmdecken und einem steigenden silbernen Pferd als Helmzier, jeweils mit drei Straußenfedern in den Farben der Helmdecken, die beiden äußeren in den Metallen.

Zirkel[Bearbeiten]

Der Zirkel Borusso-Westfaliae besteht aus den Initialen B-W und aus einem stilisierten VCF unter dem B. Dieses lateinische Element ist den meisten Zirkeln christlicher Verbindungen gemeinsam; das V steht für vivat, das C für crescat und das F für floreat. Es bedeutet lebe, wachse, gedeihe Borusso-Westfalia.

Wahlspruch[Bearbeiten]

Der Wahlspruch der Borusso-Westfalia ist „Treu deutsch alle Wege“, was im Zusammenhang mit dem Zeitgeist des Gründungsjahres 1927 verstanden werden muss.

Verbindungshaus[Bearbeiten]

Im Jahre 1958 erwarb die Verbindung ihr jetziges Verbindungshaus auf dem Bonner Prachtboulevard Poppelsdorfer Allee. Damals wurde es von der Österreichischen Botschaft gemietet. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einer Kaufmannsfamilie im Stil der Neurenaissance erbaut und besticht außen durch seine verklinkerte Palaisfassade mit Giebeln und Erkern, innen durch Stuckdecken, Holzdielen, Flügeltüren und zweigeschossigen Kellergewölben. Gegenüber befindet sich die ehemalige Residenz der Bankiers Rothschild-Simon.

Tochterverbindung[Bearbeiten]

Borusso-Westfalia hat eine Tochterverbindung, die Gymnasialverbindung Gaudeamus zu Mülheim an der Ruhr. Sie wurde am 22. August 1978 vom Lehrer Hinkelmann, einem Borusso-Westfalen, am Karl-Ziegler-Gymnasium gegründet und trägt die Farben weiß-schwarz-weiß; die Fuxenfarben sind schwarz-weiß.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

  • Andreas Birkmann (* 1939), Richter am Bundesgerichtshof, Justizminister Thüringens a. D.
  • Ewald Böckenhoff (1929–2005), Professor, Agrarmarktökonom, Berater der Bundeslandwirtschaftsminister
  • Gustav Ermecke (1907–1987), Professor, Moraltheologe und Sozialethiker
  • Helmut Falter (* 1935), Inhaber der Mayerschen Buchhandlung
  • Wilfried Hansmann (* 1940), Kunstwissenschaftler, Hauptkonservator beim Landschaftsverband Rheinland/Rheinisches Amt für Denkmalpflege
  • Antonius John (1922–2013), Volkswirt, Wirtschaftsjournalist und Professor für Politikwissenschaft
  • Otto Leggewie (1910–1991), Altphilologe und Fachdidaktiker
  • Gerhard Schneider (* 1938), Sammler verfemter Kunst
  • Franz Virnich (1882–1943), Jurist, Mitbegründer der KDStV Borusso-Westfalia, NS-Widerstandskämpfer, Opfer der NS-Justiz
  • Franz-Josef Wuermeling (1900–1986), CDU, 1953–1962 Bundesfamilienminister, bis 1969 Mitglied des Bundestages[1]
  • Dr. Willy Ilbertz Der frühere Geschäftsführer des Deutschen Beamtenbundes war bereits selbst viele Jahre Philistersenior der Verbindung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel Saxonia Münster, in: Siegfried Schieweck-Mauk, Lexikon der CV- und ÖCV-Verbindungen, Gemeinschaft f. dt. Studentengeschichte 1992, S. 676
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