Königlich Bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 2

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Das Königlich Bayerische Reserve-Infanterie-Regiment 2 wurde im Zuge der Mobilmachung der Bayerischen Armee zum Ersten Weltkrieg am 2. August 1914 aufgestellt und bestand bis zum Ende des Krieges.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Regiment wurde bis 2. August 1914 als Teil der 1. Reserve-Infanterie-Brigade mobilgemacht. Erster Kommandeur war Oberstleutnant Maximilian Helbling (1865–1935), der seinen Dienst zuvor als Chef des Stabes des 2. Infanterie-Regiments „Kronprinz“ in München versah. Es war in drei Bataillone und eine MG-Kompanie gegliedert.

1914[Bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war das Regiment als Teil der Reserve des I. Armee-Korps in zweiter Linie im Bereich Saargemünd aufmarschiert. Am 16. August rückte es ostwärts der Saar flussaufwärts bis auf Höhe Mittersheim vor. Am 18. August 1914 bestand es, vorn rechts an der Nahtstelle zum preußischen XXI. Armee-Korps eingesetzt, seine Feuertaufe bei Mittersheim, wo es in einem Gegenangriff den französischen Vormarsch zum Stehen brachte. Während der Schlacht in Lothringen am 20./21. August 1914 drang das Regiment von Mittersheim nach Rodt vor, das entspricht einem Geländegewinn von ca. 15 km. Bis 22. August 1914 abends war der Rhein-Marne-Kanal überschritten und Avricourt genommen. Am 24. August 1914 wurde das Fort Manonviller eingeschlossen, das am 27. August fiel. Das Regiment erreichte bis 5. September 1914 die Linie Maixe - Lunéville. Nach dem Ausscheiden des II. und III. Armee-Korps aus der 6. Armee verlegte das Regiment etwa 20 km nach hinten und ging westlich der Vogesen bei Château-Salins in Stellung. Ende September 1914 wurde es nach Brebières verlegt, folgte am 2. Oktober früh den vorn eingesetzten Verbänden der 1. Reserve-Division als Reserve. Am 5. Oktober 1914 früh erreichte es nunmehr vorn links eingesetzt die Stellungen westlich Fampoux. Danach kämpfte sich das Regiment bis 6. Oktober 1914 über die Vimy-Höhen bis kurz vor St. Laurent, einem ostwärtigen Vorort von Arras, vor, wurde jedoch von frisch herangeworfenen französischen Kräften zunächst zum Stehen gebracht. Anschließend wurde es herausgelöst und rechts vom Reserve-Infanterie-Regiment 1 eingesetzt. Bis 26. Oktober 1914 arbeitete es sich noch bis etwa 1 km ostwärts Roclincourt vor und ging dort in Stellung. Über die Jahreswende 1914/1915 grub sich das Regiment vor Roclincourt ein.

1915[Bearbeiten]

Im Zuge der ersten großen französischen Offensive vor Arras im Mai 1915 wies das Regiment die von der französischen 19. und 34. Infanterie-Division beiderseits Roclincourt vorgetragenen Angriffe ohne Geländeverlust ab. Am 11. August 1915 wurde Major Ernst Brunner zum Regimentskommandeur ernannt. Im September/Oktober 1915 versuchten es die Franzosen ein weiteres Mal, die Linien der 1. Reserve-Division nördlich des Regiments zu durchstoßen. Da dies ebenfalls misslang, hatte das Regiment während dieser französischen Offensive eine relativ ruhige Zeit. Zwischenzeitlich wurde nach der Versetzung von Major Brunner dem Oberstleutnant Anton Staubwasser das Kommando über das Regiment übertragen. Im Oktober 1915 wurde die 1. Reserve-Division durch die kombinierte Division von Generalleutnant Hartz abgelöst.

1916[Bearbeiten]

Am 17. März 1916 übernahm Oberstleutnant Ernst Ritter von Brunner, der befördert, mit dem Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens ausgezeichnet und damit in den persönlichen bayerischen Adelsstand erhoben worden war, wieder das Regiment. Am 8. August 1916 an die Somme bei Cléry verlegt hatte das Regiment eingesetzt vorn rechts am 12. August 1916 schwere französische Angriffe zu bestehen. Noch im August wurde das Regiment aus der Front herausgezogen und als Teil der Armeereserve eingesetzt, die in dauernder Bereitschaft gehalten wurde.

1917[Bearbeiten]

Am 23. April 1917 wurde Major Orff zum Kommandeur des Regiments ernannt. Anfang April 1917 lag die 1. Reserve-Infanterie-Division tief gestaffelt westlich von Thélus, Reserve-Infanterie-Regiment 3 rechts, Reserve-Infanterie-Regiment 2 links und das Reserve-Infanterie-Regiment 1 in der Mitte. Der englische Angriff unterstützt durch Gas, Flammenwerfer, Tanks und Minensprengungen, stieß beim rechten Nachbarn, der preußischen 79. Reserve-Division durch, so dass die eigenen Stellungen auf den Vimy-Höhen nun ebenfalls gefährdet waren. Bis zum Abend des 9. April wurde das Regiment auf Bailleul zurückgenommen. Auf Antrag des I. Reservekorps ging das Regiment weitere 2 km auf den westlichen Ortsrand von Oppy zurück, um sich der Feindeinsicht von den verloren gegangenen Vimy-Höhen zu entziehen. Nachdem Major Orff am 17. Mai 1917 zum 13. Infanterie-Regiment abkommandiert worden war, wurde dem Major Martin Ritter von Dittelberger das Kommando über das Regiment übertragen, das er bis zum Ende des Krieges behielt. Das Regiment traf im Oktober 1917 bei Hollebeke in Flandern ein.

1918[Bearbeiten]

Während der Rückzugskämpfe in Flandern wurde am 4. Oktober 1918 das Regiment vor Ledeghem geworfen und verstärkte die dort in Stellung liegende Verbände. Am 14. Oktober brachen jedoch die Engländer durch die Linien des Regiments und wurde nach Kämpfen bei Morseele weitgehend aufgerieben. Die Reste des Regiments waren anschließend als Reserve eingesetzt. Am 20. Oktober 1918 fing es nordostwärts Waereghem die Spitzen eines englischen Verbandes auf. Am 30. Oktober 1918 lag es ostwärts der Schelde bei Gavere in Stellung. Am Ende des Krieges stand das Regiment bei Diest. Von dort verlegte es über Lüttich, Aachen in die Gegend von Barmen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. Chr. Belser AG. Verlagsbuchhandlung. Stuttgart 1930.
  • Max Helbling, Ernst Ritter von Brunner, Martin Ritter von Dittelberger: Das K. B. Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 2. Oldenburg in Oldenburg. Stalling. 1926. (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. bayer. Anteil. Heft 41).

Siehe auch[Bearbeiten]

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