Julius Gehrum

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Julius Gehrum (* 14. Februar 1889 in Tiefenbronn bei Pforzheim; † 10. November 1947 in Straßburg) war als SS-Hauptsturmführer (SS-Nr. 307 930) und Kriminalkommissar Angehöriger der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und Leiter des Grenzpolizei-Kommissariats Kehl (GPK Kehl), einer Außenstelle der Staatspolizeileitstelle Karlsruhe.

Werdegang[Bearbeiten]

Als Sohn eines Angestellten der Ortsverwaltung besuchte er die Volksschule. Danach absolvierte er die Ausbildung zum Goldschmied. Von 1909 bis 1911 leistete er seinen Militärdienst beim 1. badischen Leibgrenadierregiment 109 ab. Zum Ersten Weltkrieg wurde er zum Dienst eingezogen.

Karriere bei der Polizei[Bearbeiten]

Zur badischen Gendarmerie kam er ab dem 1. Mai 1918. Er erlangte dort den Dienstgrad eines Gendarmerieinspektors. Mitglied der NSDAP wurde er am 1. Mai 1933. Seit dem 1. Juni 1934 war er Angehöriger der Gestapo. Von 1934 bis 1940 leitete er das GPK Kehl. Seit Mai 1937 war er Mitglied der SS. Zum Kriminalinspektor wurde er im November 1938 befördert. Ab Juni 1940 kam seine Versetzung nach Straßburg, wo er in der Gestapo-Dienststelle die Position eines Abteilungsleiters einnahm. Dort wurde er auch zum Kriminalkommissar befördert.[1]

Schwarzwälder Blutwoche[Bearbeiten]

Im November 1944 wurde der Befehl des SS-Sturmbannführers Dr. Helmut Schlierbach[2] von Gehrum ausgeführt, gefangene französische Widerstandskämpfer zu erschießen.[3] Am 23. November 1944 begann Gehrum mit zwei bis vier Helfern eine Rundreise zu den Orten, wo noch überlebende französische Widerstandskämpfer in Haft waren. An den Orten forderte Gehrum die Herausgabe der Gefangenen und erschoss sie mit seinem Kommando[4]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Mit dem Kriegsende kam er in Internierungshaft. In einem Prozess vor einem Militärgericht in Straßburg wurde er (offenbar in Abwesenheit) am 8. Mai 1947 zum Tode verurteilt. Es folgte eine Anklage vor dem Militärgericht in Wuppertal. Im Urteil vom 11. Juli 1947 wurde er freigesprochen. Nach erfolgter Auslieferung an Frankreich wurde das Todesurteil am 10. November 1947 in Straßburg vollstreckt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Stolle: Die Geheime Staatspolizei in Baden: Personal, Organisation, Wirkung und Nachwirken einer regionalen Verfolgungsbehörde im Dritten Reich (= Forschungsstelle Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten der Universität Karlsruhe [Hrsg.]: Karlsruher Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus. Nr. 6). UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz 2001, ISBN 978-3-89669-820-9, S. 352–353.
  2. Helmut Schlierbach in der deutschsprachigen Wikipedia
  3. Tony Redding: Bombing Germany: The Final Phase: The Destruction of Pforzheim and the Closing Months of Bomber Command's War. Barnsley (UK), 2015, S. 142 (englisch, 376 S.).
  4. Erschießung französischer Widerstandskämpfer. In: Stadtwiki Pforzheim-Enz. 19. März 2011, abgerufen am 30. März 2018.
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