Josef Johann Jarosch

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Josef Johann Jarosch, Okt. 2013

Josef Johann Jarosch (* 1. April 1947 in Stein (Mittelfranken)) ist ein deutscher Gymnasiallehrer, Indogermanist und Fachbuchautor.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur 1967 am Heinrich-Schliemann-Gymnasium Fürth und einem Abschluss an der Heeresoffizierschule III in München studierte Jarosch von 1970 bis 1977 Anglistik und Klassische Philologie an der Universität Erlangen, unterbrochen von einem einjährigen Auslandsstudium am Kalamazoo College, Kalamazoo, Michigan, USA (1972–1973). Nach dem Referendariat von 1977 bis 1979 in Würzburg und Wunsiedel war er Gymnasiallehrer am Anne-Frank-Gymnasium Erding von 1979 bis 1981 und an seiner ehemaligen Schule in Fürth von 1981 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 2011.

1982 bis 1985 war er Lehrbeauftragter am Erlanger Seminar für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit.

Die bedeutendsten akademischen Lehrer Jaroschs sind von 1973 bis 1982 Karl Hoffmann, Johanna Narten und Gert Klingenschmitt und seit 2011 Thomas Steer und Robert Plath.

Seit 1976 ist Jarosch verheiratet; der Ehe entstammen drei Kinder.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten]

Jarosch ersetzt die junggrammatischen Vorstellungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, nach denen die attestierten Wörter der idg. Einzelsprachen auf eine (in der Regel allerdings kaum feststellbare) einzige und einheitliche grundsprachliche Vorform ("Historizität des Rekonstrukts") zurückgehen sollen, durch das Konzept eines flexiblen evolutiven Gewebes, das für alle Wörter formal gleich sei und alle Herleitungen lautgesetzlich beschreibe ("unmittelbare Vereinbarkeit von Attestat und Rekonstrukt"). Ausgangspunkt sei für alle grammatischen Kategorien nach den Grundprinzipien von Occam's Razor stets ein Idealparadigma der Form ist / sind (grundsprachlich *h₁és -ti / *h₁ s- énti). In induktiver Betrachtungsweise träten die einzelsprachlichen Attestate an bestimmten Stellen in dieses evolutive Gewebe ein und folgten dann ihrem Pfad zurück in die (gemeinsame) sprachhistorische Vergangenheit. In deduktiver Betrachtungsweise träten sie an diesen Stellen aus dem evolutiven Gewebe aus und entwickelten sich hin zu den attestierten Wörtern regelhaft weiter. Im Gewebe seien alle Wörter - auch bei z.T. gravierenden formalen Unterschieden im Ablaut-Bereich - miteinander Gleichungen, sofern sie nur von derselben Wurzel stammten.

Das Konzept des Idealparadigmas stellt insbesondere durch dessen weitere Reduzierbarkeit auf noch einfachere Formen den Sprachursprung auf wissenschaftlich seriöse Grundlagen.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Germanisch *kwem-a-/kum-a-:Ein kategorientreuer Rekonstruktionsansatz. Schuch, Weiden 1992, ISBN 3-926931-06-X.
  • Vergleich vs. Rekonstruktion: Die Stammbildung als Hauptträger sprachlicher Evolution. Schuch, Weiden 1993, ISBN 3-926931-14-0.
  • Kategorie und Kategorientreue: Das vergessene Paradigma. Schuch, Weiden 1993, ISBN 3-926931-15-9.
  • Germanisch *et-a-/at-ja-: Die Grundstruktur des Nominalablauts. Schuch, Weiden 1994, ISBN 3-926931-18-3.
  • Grundsprachlich *pê´t‘/pô´t‘: Ein lautgesetzlicher Rekonstruktionsansatz. Schuch, Weiden 1994, ISBN 3-926931-23-X.
  • Rekonstruierendes und etymonomisches Wörterbuch der Germanischen Starken Verben. Schuch, Weiden 1995–(2010). Band I bis XII erschienen, Band XIII in Vorbereitung, angelegt auf 15–16 Bände. ISBN 3-926931-24-8 /-25-6 /-26-4 /-27-2 /-28-0 /-29-9 /-30-2 /-41-8 /-44-2 /-46-9 /-47-7 /-48-5; DNB 944025072
  • Das Stativredukt oder Was hat das Germanische Starke Verbum mit der Erschließung des grundsprachlichen Urmediums zu tun? In: Meschkulturnaja kommunikazija w globalnom mire, S. 153–170, Wladimir, WGGU, 2009, ISBN 978-5-87846-686-8.

Weblinks[Bearbeiten]

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