Josef Brinsteiner

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Josef Brinsteiner (* 8. November 1857 in Peterfecking, heute Saal an der Donau; † 1944) war ein deutscher Mediziner.

Leben und Tätigkeit[Bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch studierte Brinsteiner Medizin. Er schloss seine Ausbildung 1884 mit der Promotion zum Dr. med. an der Ludwig-Maximilians-Universität in München ab.

Anschließend trat Brinsteiner in den Staatsdienst mit dem Rang eines Obermedizinalrates. Den Großteil seiner Karriere verbrachte Brinsteiner als Gefängnisarzt in der Strafanstalt Landsberg am Lech. Der Nachwelt bekannt wurde Brinsteiners Wirksamkeit in diesem Zusammenhang im Jahr 2015 durch die zufällige Auffindung der Häftlingsakte des späteren Diktators Adolf Hitler aus dessen Gefangenenzeit in der Festung der Strafanstalt Landsberg in den Jahren 1923 und 1924: Nachdem die seit Jahrzehnten verschollene Haftakte Hitlers bei einer Auktion zum Verkauf angeboten wurde, wurde sie von der bayerischen Regierung beschlagnahmt und dem Staatsarchiv München übergeben, das den Akteninhalt in Form einer umfassenden Quellenedition der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Große Beachtung in der deutschen und internationalen Presse fand dabei vor allem der Bericht einer ärztlichen Untersuchung Hitlers durch Brinsteiner am Tag seiner Einlieferung in die Haftanstalt am 11. November 1923, in dem Brinsteiner notierte, dass Hitler einen „rechtsseitigen Kryptorchismus“ aufweise, d.h. dass diesem der rechte Hoden fehle. Dieser wurde als Nachweis der seit Jahrzehnten vielbemunkelten Einhodigkeit des Diktators gewertet.[1]

Schriften[Bearbeiten]

  • Zur vergleichenden Pathologie des Alveolar-Echinococcus der Leber. München 1884, OCLC 163027634 (23 S., Dissertation).

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Fleischmann: Hitler als Häftling in Landsberg am Lech 1923/24: Der Gefangenen-Personalakt Hitler nebst weiteren Quellen aus der Schutzhaft-, Untersuchungshaft- und Festungshaftanstalt Landsberg. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 2015, ISBN 978-3-87707-978-2 (552 S.).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Berichterstattung siehe z.B. Sven Felix Kellerhoff: Der wahre Grund für Hitlers gestörtes Sexleben. In: Die Welt vom 18. Dezember 2015; Adolf Hitler hatte nur einen Hoden. Das Ei des Diktators. In: TAZ vom 18. Dezember 2015; Hitlers Hoden-Diagnose: Das bedeutete der Befund für den Diktator. In: Bild vom 18. Dezember 2015; Hitler really did have only one testicle, Gemern researcher claims. In: Guardian vom 19. Dezember 2015; Hitler really did have only one ball, according to new medical report. In: Daily Telegraph vom 18. Dezember 2015.
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