Jon Törklánsson

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Jon Törklánsson (* 1962 in Akranes, Island) ist ein isländischer Künstler.

Leben[Bearbeiten]

Jon Törklánssons Eltern betrieben in den 1960er- und 1970er-Jahren einen Verlag, in dem Fotobände von Andy Warhol und Joseph Beuys erschienen.

1981 übersiedelte Jon von Island nach Dänemark und begann ein Studium für Design und Produktentwicklung in Kopenhagen, das er zwei Jahre später abbrach. 1983 folgte er seiner deutschen Freundin, die er an der Hochschule kennengelernt hatte, nach Hamburg. Dort schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten durch und begann zu malen. Im Mittelpunkt seiner Interessen standen jedoch nicht die Malerei, sondern Semiotik sowie Kultur- und Texttheorien, die er in der zeitgenössischen französischen Philosophie fand. In seiner Zeit in Hamburg experimentierte er mit verschiedenen Materialien und versuchte, in seinen Bildern und in den Kommentaren über diese Bilder die linguistischen Theorien der französischen Theoretiker Michel Foucault, Roland Barthes und Jean-François Lyotard einfließen zu lassen.

1989 führte ihn eine Reise nach Paris. Mangelnde Französisch-Kenntnisse verhinderten den Besuch von Vorlesungen und Seminaren an Hochschulen. Zurück in Hamburg realisierte er in kleineren Galerien Ausstellungen seiner Bilder und Texte. 1992 kam er erneut nach Paris und besuchte Seminare bei Jacques Derrida an der École des Hautes Études en Sciences Sociales. 1993 kam er nach München, unterbrach seine Ausstellungstätigkeiten und besuchte wiederum Lehrveranstaltungen an der Universität in Philosophie und Literaturwissenschaft. Einkünfte aus verschiedenen Übersetzungen und Verlagsarbeit erlaubten es Jon, ein kleines Atelier in München einzurichten, ohne auf den Verkauf seiner Kunstwerke angewiesen zu sein. 2001 schrieb er ein Buch über Zusammenhänge zwischen bildender Kunst am Ende des 20. Jahrhunderts und postmodernen Zeichentheorien, das nie erschien. Seit 2004 lebt Jon abwechselnd in München und Island, wo er seit dem Tod seiner Eltern geerbte Grundstücke an Landwirte verpachtet.

Seit 2005 wendet sich Jon mehr und mehr von der Materialität der bildenden Kunst ab und widmet sich der Repräsentation von Kunst, d.h. genauer: der Repräsentation von Repräsentationen. Dies verknüpft er mit Fragen der Darstellung und Vertretung, mit jenen von Blickregimes und ökonomischen Zusammenhängen, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit bzw. Sagen und Zeigen. Im Mittelpunkt seines Schaffens steht dabei die Frage des Zusammenhangs von textuellen und fotografischen Signifikationsprozessen.

Arbeiten[Bearbeiten]

Forschungsleistungsdokumentation, 2015
einn á móti einum, 2002-04
Datei:The Sublime Is There (Hidden), 1998.jpg
The Sublime Is There (Hidden), 1998
  • 1998: The Sublime is There (Hidden): Arbeiten im Bereich der Bildenden Kunst (Öl u.a.)
  • 2002: Gründung von inge rev. (Internationale Gesellschaft für Realitätsverweigerung), einer artscience production, gemeinsam mit den Literaturwissenschaftlern Christian Quendler und Martin Sexl.
  • 2003: Gründung der association des anarchistes binaires (aab): »Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meiner Welt.«
  • 2002-04: einn á móti einum
  • 2015: Forschungsleistungsdokumentation
  • 2016: enginn snjór

Weblinks[Bearbeiten]

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Island Anmerkung zu isländischen Personennamen: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.