Jan Laser

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Jan Laser (* 1. Januar 1941 in Milkel; † 3. März 1991 in Hoyerswerda) war ein evangelisch-lutherischer Pfarrer und Mitarbeiter der Christlichen Friedenskonferenz.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jan (eigentlich: Johannes) Laser wurde am 1. Januar 1941 in Milkel, in der sorbischen Oberlausitz, geboren und gehörte der sorbischen Nationalität an. Sein Vater Gerhart war ein evangelischer Pfarrer, der durch die deutsch-christliche (DC) Kirchenleitung der Sächsischen Landeskirche 1941 aus seinem Pfarramt vertrieben wurde.

Laser verbrachte die frühen Kindheits- und die ersten Schuljahre im erzgebirgischen Jöhstadt, wohin der Vater zwangsverwiesen worden war. In den folgenden Jahren wuchs er in Nostitz bei seinem Großvater Karl Würgatsch auf, der ebenfalls evangelischer Geistlicher war.

Nach Erlangung der Abiturreife studierte er evangelische Theologie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Mit seinem Hochschulabschluss wurde er in das Vikariat der Sächsischen Landeskirche übernommen, die ihn nach Königswartha in der Oberlausitz abordnete. Hier wurde er 1966 zum Pfarrer ordiniert. In den folgenden Jahren baute er in seiner volkskirchlich geprägten Kirchgemeinde ein vielfältiges kirchliches Leben auf, in das er zahlreiche Laien-Mitarbeiter integrieren konnte. Seit den 1970-er Jahren war er ein aktiver Mitarbeiter in der Christlichen Friedenskonferenz, wurde in deren DDR-Regionalausschuss gewählt, und gründete in seinem Ort eine Basisgruppe der CFK.

Unterstützt von Theologen der Sektion Theologie der Humboldt-Universität zu Berlin hat er zusammen mit Engagierten aus seiner Kirchgemeinde ein "Ökumenisches Basisseminar" ins Leben gerufen, das durch zahlreiche Tagungen und Aktionen weit über Königswartha hinaus Aufmerksamkeit erregte. Seine CFK-Gruppe hatte sich die Aufgabe gestellt, die evangelischen Gemeindeglieder - erwachsene wie heranwachsende - zu befähigen, sich für die Ziele des Konziliaren Prozesses der Kirchen für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Zu den prominenten Gästen und Referenten dieser Studien- und Begegnungsarbeit gehörten solche Theologen wie der Dichter Ernesto Cardenal und die Hochschullehrerin Dorothee Sölle. Zu Vorträgen und Gesprächen über aktuelle gesellschaftliche und Friedensfragen wurden auch namhafte Marxisten von Akademien und Hochschulen sowie aus dem DDR-Staatsapparat eingeladen. Lasers wichtigster Beweggrund für diese breitgefächerte politisch-theologische Friedensarbeit war die Überzeugung von der Notwendigkeit, dass Christen aus ihrem Glauben etwas für Frieden und Verständigung zwischen den verfeindeten politischen Lagern im Kalten Krieg beizutragen haben.

Im Jahre 1989 verließ Laser seine Gemeinde in Königswartha und wurde Pfarrer in Hoyerswerda. Hier verstarb er am 3. März 1991.

Jan Laser war zweimal verheiratet und wurde Vater zweier Söhne.

Werke[Bearbeiten]

  • Gemeinde Jesu Christi: einseitig für alle. Zehn Fragen zur Kirche, hg. Christliche Friedenskonferenz in der DDR, Ökumenisches Basisseminar Königswartha
  • Bewohnbare Erde für alle. Zehn Fragen zur Friedensverantwortung von Christen, hg. Christliche Friedenskonferenz in der DDR, Ökumenisches Basisseminar Königswartha

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