Jürgen Lieberoth

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jürgen Lieberoth (* 21. November 1929 in Leipzig) ist ein theoretischer Physiker.

Leben[Bearbeiten]

Er ist der Sohn des Rechtsanwalts Herbert Lieberoth und seiner Ehefrau Ilse geb. v. Wilucka. Nach dem Besuch der Thomasschule, eines humanistischen Gymnasiums in Leipzig, legte er dort 1948 das Abitur ab. Von 1948 bis 1950 unterzog er sich in Leipzig einer Berufsausbildung zum Feinmechaniker. Von 1950 bis 1956 studierte er Physik an den Universitäten Leipzig und Köln. 1959 promovierte er an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. 1972 habilitierte er sich bei Rudolf Schulten an der Fakultät für Maschinenwesen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Bis 1988 hielt er regelmäßige Vorlesungen über Mathematik und Statistik als Privatdozent an der RWTH Aachen und betreute mehrere Doktoranden. Er hat die Simulationsmethode in der Reaktortechnik verfeinert. Von 1960 bis 1988 übte er eine Berufstätigkeit als Physiker bei der Interatom GmbH in Bensberg aus. Er gehörte zur Führungsebene des Unternehmens und war an der Entwicklung des Kernkraftwerks Kalkar beteiligt. Er lebt in Overath.

Zu einigen Themen der Physik bezieht er eine Außenseitermeinung. Beispielsweise sieht Lieberoth Licht nur als elektromagnetische Welle, lehnt den Welle-Teilchen-Dualismus also ab. Seine Begründung: Trifft eine schwache Lichtwelle auf ein Atom der Empfängermaterie, so löst sie dort - in Übereinstimmung mit dem Energiesatz - gekoppelte Quantensprünge aus, ohne dabei selbst viel Energie zu verlieren. Das Empfängeratom bezieht also die für seinen Quantensprung notwendige Energie zum größten Teil von seinen Nachbarn. Das duale Licht hat kaum eine Chance, Lichtjahre das Universum zu durchqueren. Für ein Photon ist die Wahrscheinlichkeit, auf seiner sich ausbreitenden Kugelschale irgendwo in der Welt seine gesamte Energie schnell zu verlieren, einfach zu groß. Für das reine Wellenlicht ist dies dagegen kein Problem. Zur Verifikation dieser Meinung werden einfache Experimente angedeutet. So sollte ein "kaltes" Auge oder eine kalte Photoplatte keine fernen Sterne sehen können.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Zur Linearisierung in der Turbulenztheorie, 1959 (Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln)
  • Ein Beitrag zur Monte Carlo-Methode in der Reaktortheorie, 1972 (Habilitationsschrift der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Hochschule Aachen)
  • (mit M. Wagner) Über eine Methode zur Lösung der Transportgleichung für ebene Zellprobleme, Nukleonik 3, Band 3, Heft 1961
  • Zur numerischen Lösung der Transportgleichung, Zeitschrift für angewandte Mathematik und Mechanik, Band 43, Sonderheft der GAMM-Tagung 1963
  • Klassische Ableitung des effektiven differentiellen Streuquerschnittes für Neutronen in einem einstimigen Gas, Zeitschrift für Physik 193, 181-184, 1966 (Prof. Dr. Fritz Sauter zum 60. Geburtstag gewidmet)
  • A Monte Carlo Technique to Solve the Static Eigenvalue Problem of the Boltzmann Equation, Nukleonik 11, 5. Heft, 213-221, 1968
  • Verbesserte Diffusionsnäherung in der Transportgleichung für ebene Probleme, Nukleonik 3, 5. Heft, 185-188, 1961

Weblinks[Bearbeiten]

  Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.