Irena Wachendorff

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Irena Wachendorff

Irena Wachendorff (* 1961 in Bonn) ist eine deutsche Musikpädagogin, Lehrerin und Lyrikerin, die aufgrund diverser unwahrer Behauptungen über ihre Herkunft und ihr Leben Bekanntheit erlangte.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Abitur studierte Irena Wachendorff Violine an der Musikhochschule Köln/Aachen. Während des Studiums arbeitete sie am Stadttheater Aachen in Bühnenmusikrollen, u.a. bei der deutschen Uraufführung von Jérôme Savarys „Melodies de Malheur“ und Ariane Mnouchkines „Mephisto“. Von 1990 bis 1995 leitete sie die Fachgruppe Musik und Literatur der GEDOK in Bonn.

Irena Wachendorff engagiert sich im Rahmen des ersten arabisch-jüdischen Waldorfkindergartenprojektes „Ein Bustan“ (arabisch für: eine Quelle im Garten). Ziel sei, den Friedensprozess und die Versöhnung zwischen Juden und Arabern in Israel über den Abbau gegenseitiger Vorurteile und Sprachbarrieren zu unterstützen. Im Januar 2011 gründete Irena Wachendorff den deutschen Förderverein „Ein Bustan Deutschland e. V.“.[1]

Vorwurf der Vortäuschung einer Zugehörigkeit zum Judentum[Bearbeiten]

Die von Wachendorff in Debattenbeiträgen verbreiteten Angaben über ihre angebliche jüdische Identität unter Bezugnahme auf die Biographien ihrer Eltern wurden durch Belege und Nachforschungen in Frage gestellt, worüber u.a. der Spiegel berichtete.[2][3] Einige der Beschuldigungen räumte Irena Wachendorff gegenüber der Jerusalem Post ein, darunter, dass sie ihre Teilnahme am Libanonkrieg in der israelischen Armee sowie biographische Details ihrer angeblich jüdischen Eltern erfunden habe, insbesondere über ihren Vater, der tatsächlich Wehrmachtsoffizier gewesen war.[4][5] Bisher wies Wachendorff noch keine Mitgliedschaft in einer jüdischen Gemeinde nach. Frühere Angaben erwiesen sich auf Nachfrage an die entsprechenden Gemeinden als unwahr.[2] Die Londoner Zeitung The Jewish Chronicle erhielt auf diverse Nachfragen keine Antwort: "The JC received no response to emails or phone messages to Ms Wachendorff at time of going to press." und Rabbiner Walter Rothschild kommentierte: “It is quite possible she said ‘I am Jewish’ and that she means it.” (...) “It is understandable, but wrong.”[6]

Gegen einen ihrer Kritiker, der behauptet hatte, sie sei eine „das Leben von Juden gefährdende Hochstaplerin“, wurde laut Zeitungsbericht Strafanzeige wegen Beleidigung gestellt.[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Freizeichen. Gedichte und Aphorismen. Bonn 1989, kein Verlag oder ISBN
  • Grenzwort. Gedichte und Aphorismen. BoD, Norderstedt 2005, ISBN 3-8334-3330-2
  • Eurydike dreht sich um. Gedichte und Aphorismen. Kovar Verlag, Egling an der Paar 2008, ISBN 978-3-86577-113-1

Vertonungen[Bearbeiten]

  • Martin Christoph Redel, Erträumt - Gesänge auf Texte von Irena Wachendorff für Mezzosopran und Klavier op 60 Boosey & Hawkes, uraufgeführt am 10. Mai 2007
  • Martin Christoph Redel, Erträumt - Gesänge auf Texte von Irena Wachendorff für Mezzosopran und Orchester op 60 a Boosey & Hawkes, uraufgeführt am 10. Juli 2007
  • Martin Christoph Redel, Schattenmond - Endzeitgesänge auf Texte von Irena Wachendorff und Fragmenten aus Briefen von Sophie Scholl für 8-stimmigen Frauenchor a cappella op 65 Boosey&Hawkes, uraufgeführt am 8. November 2009
  • Konrad Lang, Eurydike dreht sich um - Liederzyklus auf Gedichte von Irena Wachendorff für Mezzo-Sopran,Bariton,Viola und Klavier, uraufgeführt am 23. Mai 2010
  • Martin Christoph Redel, Innen-Lieder - für Bratsche solo auf Gedichte von Irena Wachendorff op 67 Boosey & Hawkes, uraufgeführt am 27. Februar 2011 in Wien

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. die Webseite des Vereins
  2. 2,0 2,1 Die eingebildete Jüdin - Ein Grusical made in Germany, Achse des Guten vom 26. Juni 2012
  3. Heute in den Feuilletons, Rubrik auf Spiegel Online vom 28. Juni 2012
  4. Anti-Israel German activist lied about IDF service, The Jerusalem Post vom 1. Juli 2012
  5. Anti-Israel Activist Lies About Being Jewish and Her Mother’s Time at Auschwitz, The Algemeiner vom 4. Juli 2012
  6. German anti-Israel poet 'lied about being Jewish and Holocaust survivor parents', The Jewish Chronicle vom 5. Juli 2012
  7. Beschimpfungen im Internet, Frankfurter Rundschau vom 11. Januar 2012
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