Institut Kirchhoff Berlin

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Institut Kirchhoff Berlin
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Rechtsform GmbH
Gründung 1983
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung * Jutta Kunert-Kirchhoff
  • Erhard Kirchhoff
Mitarbeiter 130 (2016)
Umsatz 10 Mio. Euro (2015)
Branche Analytisches Labor
Website www.institut-kirchhoff.de

Das Institut Kirchhoff Berlin ist ein mittelständisches Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet der Analytik von Lebensmitteln, Futtermitteln, Bedarfsgegenständen, Wasser und pharmazeutischen Produkten in Berlin, das die Tradition eines bereits 1902 gegründeten Laboratoriums fortsetzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte des Unternehmens reicht zurück bis in das Jahr 1902, als der Nahrungsmittelchemiker Wilhelm Lohmann ein chemisches Laboratorium und hygienisches Institut gründete, das von ihm als vereidigter, gerichtlicher Sachverständiger bis 1931 geführt wurde. Gemeinsam mit Wilhelm Nils Fresenius legte er den Grundstein für die erste Trinkwasserverordnung. Die Einrichtung wurde 1931 vom staatlich approbierten Nahrungsmittelchemiker Ludwig Hess bis 1956 fortgeführt und nach seinem Tode seit 1956 von seiner Tochter Hildegard Hess, einer staatlich geprüften Lebensmittelchemikerin, als öffentlich bestellte und vereidigte Handelschemikerin bis 1986 weitergeführt. Nach dem Eintritt von Erhard Kirchhoff in das Unternehmen im Jahre 1983 wird es bis heute als Institut Kirchhoff Berlin GmbH seit 1989 gemeinsam mit seiner Ehefrau Jutta Kunert-Kirchhoff geleitet. Beide sind staatlich geprüfte Lebensmittelchemiker und Gegenprobensachverständige nach § 43 LFGB.

Analytisches Leistungsspektrum[Bearbeiten]

Das Leistungsspektrum des Instituts umfasst alle Methoden der lebensmittelchemischen Standardanalytik sowie die enzymatische Analytik und immunchemische Verfahren. Der Einsatz chromatographischer Trenntechniken schließt alle Methoden der HPLC und der Gaschromatographie auch in der Kopplung mit der Massenspektrometrie ein. Zur spektrometrischen Analytik stehen Systeme für UV-, IR- und NMR-Messungen zur Verfügung. Auch mikrobiologische und biochemische Methoden werden eingesetzt. Für solche Analyte, für die bisher keine analytischen Normen existieren, werden eigene qualitätsgesicherte Methoden entwickelt, um auf aktuelle Fragen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und umweltrelevante Fragen Lösungen zur Verfügung zu stellen. Beispiele für solche Entwicklungen waren u. a. die Bestimmung von Acrylamid, synthetischen Lebensmittelfarbstoffen und Pyrrolizidinalkaloiden.

Sensorik[Bearbeiten]

Sensorische Verfahren werden u. a. nach DIN 10975 (Expertengutachten zur lebensmittelrechtlichen Beurteilung) und DIN 10967 (Profilprüfung) unter Einsatz von Referenzmaterialien mit einem hausinternen Sensorikpanel angeboten. Darüber hinaus bietet die Institut Kirchhoff Berlin GmbH auch die Prüfung von Packstoffen und Packmitteln für Lebensmittel, Dreiecksprüfungen und Rangordnungsprüfungen an.

Untersuchungsmaterialien[Bearbeiten]

Das Spektrum der Untersuchungsmaterialien umfasst nach DIN EN ISO 17025 alle Lebensmittel, Bedarfsgegenstände, Wasser, Kosmetika, Spielwaren, Heimtierfutter, Nahrungsergänzungsmittel und pharmazeutische Produkte.

Wissenschaftliche Seminare[Bearbeiten]

Das Institut Kirchhoff veranstaltet regelmäßig wissenschaftliche Seminare zu aktuellen analytischen Fragestellungen, so z. B.:

  • Statusseminar: Tee und Honig, alte Lebensmittel mit neuen Herausforderungen – Pyrrolizidinalkaloide zwischen Skandalisierung und Bagatellisierung, 26. Februar 2014, Berlin
  • Seminar in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft: Mineralölbestandteile in Lebensmitteln und Kosmetika – Analytik – Toxikologie – rechtliche Bewertung, 9. bis 10. Februar 2017, Berlin

Akkreditierungen/Zertifizierungen/Zulassungen[Bearbeiten]

Das Institut ist seit 1991 im Akkreditierungsprogramm nach DIN EN 45001 der Deutschen Akkreditierungsstelle Chemie (DACH), DIN EN ISO/IEC 17025:2000, DIN EN ISO/IEC 17025:2005 bzw. DIN EN ISO/IEC 17020:2012 mit regelmäßigen Reakkreditierungen bzw. Überwachungsbegehungen. Seit 1991 liegt der Institut Kirchhoff Berlin GmbH auch die Erlaubnis zur Durchführung von Versuchen mit vermehrungsfähigen Krankheitserregern und Fortzüchtung von Krankheitserregern nach § 44 des IfSG vor. Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts sind als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige und Gegenprobensachverständige (§ 3(6) GPV) zertifiziert. Darüber hinaus sind im Institut zwei von der Industrie- und Handelskammer zu Berlin öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für chemische Analyse und Beurteilung von Lebensmitteln, Kosmetika und Bedarfsgegenständen tätig. Eine Zulassung gemäß § 16 BioStoffV wurde erteilt.

Verbands- und Gremienarbeit[Bearbeiten]

Erhard Kirchhoff war bis 1997 Vorsitzender der Fachgruppe Freiberufliche Lebensmittelchemiker in der GDCh. Zurzeit ist er ehrenamtlich Vorsitzender der Arbeitsgruppe Lebensmittellaboratorien der GDCh[1]. Seit 2012 ist er Vorsitzender des Sektorkomitees Gesundheitlicher Verbraucherschutz der Abteilung 4 der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS).

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Erhard Kirchhoff wurde 2013 mit der Adolf-Juckenack-Medaille der Lebensmittelchemischen Gesellschaft ausgezeichnet.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

  • J. Konetzki, E. Becker, E. Kirchhoff und M. Nestola: Bestimmung von Pyrrolizidinalkaloiden mittel Online-SPE-LC-MS/MS, Lebensmittelchemie - Zeitschrift der Lebensmittelchemischen Gesellschaft (Fachgruppe in der GDCh)- , S. 82-83, 70. Jahrgang, 2016, Wiley-VCH-Verlag, Weinheim, ISSN 0937-1478
  • Jutta Kunert-Kirchhoff: Modellreaktionen zur Maillard-Reaktion: Umsetzungen von Phenylalanin mit reduzierenden Zuckern und ausgewählten Zuckerabbauprodukten im Laborautoklaven, Dissertation 1988, TU Berlin [3]
  • Erhard Kirchhoff: Isolierung und Charakterisierung der Lipoxygenasen der Erdnuss (Arachis hypogaea), Dissertation 1980, TU Berlin [4]
  • K. Rubach, C. Breyer, E. Kirchhoff: Isotachophoretic determination of preservatives, Z Lebensm Unters Forsch. 1980 Feb;170(2):99-102. German, PMID 7395384

Webseite des Unternehmens[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fachgruppe Lebensmittellaboratorien der GDCh [1]
  2. GDCH-Ehrung [2]
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