Ines Hildur

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Ines Hildur, 2015

Ines Hildur (bürgerlich Ines Hildur Müller-Hartmüller, * 4. März 1959 in Freiberg) ist eine dem abstrakten Expressionismus nahestehende Malerin, Architektin und Innenarchitektin.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Ines Hildur wuchs im sächsischen Freiberg auf. Nach dem Abitur folgte von 1977 bis 1982 ein Studium der Architektur an der TU Dresden mit dem Schwerpunkt Innenarchitektur. Nach dem Studium war sie als Architektin in Dresden, u. a. an der Bauakademie, tätig.

Danach lebte und arbeitete sie in Saarbrücken, wo im Jahr 1991 eine Begegnung mit dem Berliner Maler Strawalde ihre intensive Hinwendung zur Malerei auslöste. Im selben Jahr besuchte sie verschiedene Seminare an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken im Rahmen einer Gasthörerschaft, anschließend die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg in den Malklassen von Strawalde, Gunter Damisch, Paolo Piva, Nancy Spero, Leon Golub. Ab 1994 kam es zu ersten öffentlichen Präsentationen ihrer Arbeiten. Es schlossen sich Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz an.

Seit 2002 ist Ines Hildur im In- und Ausland als Dozentin im Bereich Freie Malerei tätig.[1][2][3][4][5][6]

Ihr Lebensmittelpunkt als Grenzgängerin zwischen freier und angewandter Kunst ist Leipzig.

Werk[Bearbeiten]

 
Ines Hildur bei der Arbeit, 2019

Ines Hildur arbeitet im Spannungsfeld zwischen Intuition und bewusster Entscheidung, zwischen impulsivem Malprozess und überlegtem Dialog mit dem Bild. Dabei spielt sie mit den Mitteln der Malerei, Zeichnung, (De-)Collage oder Enkaustik und sie experimentiert mit unterschiedlichsten Materialien: Pigmente, Steinmehle, Asche und Kreiden (pudrig trocken aufgestäubt oder wässrig gebunden), Bitumenlack, Kaffee, Wachs, Kohle, Graphit, Eisenstaub gerostet, Acryl, eingeklebte Papiere u.a. auf Leinwand, Papier und Holz. [7]

Der Kunsthistoriker Tilo Richter sagt im Vorwort zu Ines Hildurs anlässlich der Ausstellung in der Galerie Kunst + Objekte Leipzig 1999 erschienenen Ausstellungskatalogs: „Künstlerische Authentizität und ausgeprägte Handschrift entstehen hier nicht durch einmaligen expressiven Impuls, sondern durch beinahe ritualisiertes Überarbeiten, durch wiederholte Spontaneität.“ Der Prozess des fortwährenden Veränderns zeitigt ein imaginäres Tagebuch der Künstlerin.[8]

Sie bevorzugt das quadratische Format. Die Farbe Schwarz (Bitumenbeimischung) hat dabei eine tragende Rolle. Als Grundierung verwendet, bekommen die Bilder dadurch Tiefe und Volumen. In ihrer anfänglichen Schaffensperiode bestanden ihre Malmaterialien hauptsächlich aus gefundenen Erden und Sanden. Daraus folgt eine zurückgenommene Farbigkeit. Später wandte sie sich einer stark farbigen Ausdrucksweise mit Pigmenten und Bindemitteln zu, ausgelöst durch eine Ausstellung 2004 in Paris unter dem Motto „Joie“ (Freude).

Seit einigen Jahren arbeitet sie wieder im Spektrum der unbunten Farben.

Sammlungen und Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Öffentliche Sammlungen[Bearbeiten]

  • 2004: September 1-5. Kunstsammlung der VNG – Verbundnetz Gas AG [9]

Private Sammlungen[Bearbeiten]

  • Commerzbank Dresden
  • Kanzlei Greger, Lederer, Woertge, Leipzig

Auftragswerke[Bearbeiten]

  • 1997: MDR, Leipzig
  • 2000: EXPO 2000, Projekt Buntgarnwerke, Leipzig

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1994: Galerie Filmhaus, Saarbrücken
  • 1998: MDR, Leipzig
  • 2000: Regierungspräsidium, Dresden
  • 2003: Kunstverein Die Treidler, Frankenthal
  • 2005: Galerie Ferry, Paris (Frankreich)
  • 2006: Kunstverein Ebersberg
  • 2010: Kunst und Justiz, Karlsruhe
  • 2019: Gallery AYN, Paris (Frankreich)

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1997: Landeskunstaustellung Saar, St. Ingbert
  • 2005: Große Kunstausstellung Wasserburg/Inn
  • 2005: Große Sächsische Kunstausstellung, Leipzig

Kataloge[Bearbeiten]

  • Ines-Hildur Müller-Hartmüller. Passage-Verlag, Leipzig 1999, ISBN 3-932900-13-8. (28 Blatt im Schuber, erscheint anläßlich der Ausstellung in der Galerie Kunst + Objekte Leipzig).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freie Kunstakademie Gerlingen: Ines Hildur | Dozent*innen | Freie Kunstakademie Gerlingen. Abgerufen am 8. August 2019.
  2. Ines Hildur | Freie Kunst Akademie Augsburg. Abgerufen am 8. August 2019.
  3. FabrikAmSee. Abgerufen am 8. August 2019.
  4. Ines Hildur. Abgerufen am 8. August 2019.
  5. KFH – Kunstfabrik Hannover – Hier entsteht Kunst. Abgerufen am 8. August 2019.
  6. ines hildur. Abgerufen am 8. August 2019.
  7. Begegnung mit Ines Hildur. In: Singulart Magazin. 30. August 2017, abgerufen am 14. August 2019 (de-DE).
  8. Tilo Richter | Buchbeiträge - Texte. Abgerufen am 29. August 2019.
  9. VNG-ART Ines Hildur: September. Abgerufen am 22. August 2019.
  10. Sammlung | yellow-green-figure. Abgerufen am 8. August 2019.
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