Hugo Roth

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Hugo Roth (* 19. August 1881 in Eisern, heute zu Siegen gehörend; † 1. Juni 1950 ebenda) war ein deutscher Unternehmer und Politiker. Er war von 1927 bis 1943 Bürgermeister von Eisern.

Leben[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Roth besuchte in Siegen das Realgymnasium sowie anschließend die Wiesenbauschule, eine Schule für Kultur- und Wasserbau. Diese spätere Ingenieurschule wurde 1972 in die neu gegründete Gesamthochschule Siegen, heute Universität Siegen, integriert.

Laufbahn[Bearbeiten]

In Merzig war Roth im Anschluss an seine Ausbildung in unterschiedlichen Ressorts der Kreisverwaltung tätig. Nach seiner Rückkehr in seinen Heimatort Eisern gründete er dort die Freiwillige Feuerwehr und wurde deren erster Brandmeister. 1911 wählte ihn die Gemeinde zum Vorsteher der Hauberggenossenschaft. In diesem Amt blieb Roth bis zu seinem Tod 1950. 1915 wurde Roth aufgrund seiner Kenntnisse als Kulturbaumeister zum obersten Beamten der Kreisverwaltung im damals besetzten Kurland bestimmt.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg gründete Roth in Eisern 1922 ein technisches Fachgeschäft mit Waren für Erzbergbau und Hüttenwerke, die heutige Hugo Roth GmbH.[2] Daneben war Roth weiterhin verschieden ehrenamtlich tätig: Er war Mitglied des Kuratoriums und des Prüfungsausschusses der Wiesenbauschule Siegen. Außerdem war er Mitbegründer der Sparkassenämter Eiserfeld und Wilnsdorf. Daneben widmete er sich als langjähriger Bürgermeister seiner Gemeinde Eisern (1927–1943) und als Mitglied des Kreistages in Siegen der Kommunalpolitik. Zu seinen kommunalen Projekten zählten der Bau der Straße von Siegen nach Eisern (Bauzeit 1931–1933) sowie einer Entschwefelungsanlage zum Erzbergbau. Letztere galt damals als Pilotprojekt.

Die Entwicklung seines Geschäftes wurde durch den Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 unterbrochen; nach Kriegsende folgte der Wiederaufbau, der Hugo Roth zusammen mit seiner jüngsten Tochter Elfriede auch gelang. 1945/46 wurde Roth nochmals zum Bürgermeister in Eisern und später zum Amtsbürgermeister in Wilnsdorf berufen.[3][4]

Persönliches[Bearbeiten]

Hugo Roth wurde als Sohn des Handwerkers Christian Roth und seiner Frau Jakobine Katharine Friederike Roth geb. Hoffmann geboren. Das Ehepaar Hugo und Hedwig Roth hatte acht Kinder, wovon nur vier den Tag ihrer Geburt überlebten: Irmgard Roth (unsicher: 1907–1918), Dr. Bertram Roth (1915–1962), Elise Roth (1922–2015) und Elfriede Roth (1924–2007). Hugo Roth selbst starb am 1. Juni 1950 an einem Herzinfarkt.

Hugo-Roth-Haus[Bearbeiten]

1954 wurde in der Nähe der Wiesenbau- und späteren Ingenieurschule in Siegen ein Wohnheim für ausländische Studierende errichtet. Das Gebäude erhielt Roths Namen, da dieser sich dem Bauträger, der Inneren Mission, sein Leben lang verbunden fühlte. 20 Jahre später wurde das Haus zu einem Wohnheim mit sozialpädagogischer Betreuung und Eingliederungswerkstatt umgestaltet. Am 2. Dezember 1974 zog der erste Nichtsesshafte in das Haus ein. 2002 zog der damalige Betreiber, die Diakonische Wohnungslosenhilfe, aus dem Gebäude aus, der Gebäudetitel wird seitdem nicht mehr weitergeführt.[1][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 In: Siegener Zeitung. 22. Februar 1997
  2. In: Technischer Handel, Zentralblatt für den technischen Bedarf. Februar 1997
  3. In: Siegener Zeitung. 22. Februar 1997
  4. Amt Wilnsdorf (Kr. Siegen): Verwaltungsbericht 1948–1968; Amtsdirektor Schäfer, Dezember 1968.
  5. Die Historie der Diakonie in Südwestfalen im Überblick. Diakonie in Südwestfalen. Abgerufen am 30. September 2015.
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