Herwig Pöschl

Aus MARJORIE-WIKI
Wechseln zu: Navigation, Suche

Herwig Pöschl (* 1950 in Oberndorf bei Salzburg) ist Kurator für Kunstprojekte und strategische Kulturentwicklung, er ist auch Educational Cultural Producer und Lehrbeauftragter an den Universitäten Lugano, Turin und Bologna. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Leben & Arbeit[Bearbeiten]

Pöschl studierte Psychologie und Musikpsychologie bei Wilhelm Revers, klinische Psychologie bei Igor Caruso und besuchte Kompositionskurse in Darmstadt und Köln bei Mauricio Kagel, Karlheinz Stockhausen, Iannis Xenakis und Instrumentalstudien bei Christoph Caskel (Percussion).

Er begann seine berufliche Karriere als Musiker und Komponist Neuer Musik und spielte in Ensembles wie „Spontan Music Group“, „Just Music“, „Schallmomente“, mußte aber seine Karriere als Musiker wegen einer einer ererbten Muskelschwäche aufgeben.

Am Institut für Alltagskultur verwirklichte er zahlreiche Kulturstudien. In den Jahren 1980 bis 1990 arbeitete Pöschl vorwiegend im Auftrag des österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky an Entwicklungsprojekten zum kulturellen, sozialen und ökonomischen Wandel in den Bergbau- und Industriegebieten Mühlbach am Hochkönig, Eisenerz im Rahmen eines von ihm gegründeten Instituts für Alltagskultur. Er gründete 1985 in der Salinenstadt Hallein das Kulturforum Hallein. Dabei programmierte er die ersten drei Jahre des Kulturforums und entwickelte das Stadtfest Hallein. In dieser Zeit beteiligte er sich an Projekten zur Industriekultur und Entwicklung der Gemeinwesenarbeit im Sinn von Saul Alinsky.

1986 bis 1989 leitete Pöschl den ersten Kulturentwicklungsplan der Stadt Salzburg als Stabstelle von Bürgermeister Reschen und die Ausschreibung für das nicht realisierte Projekt Guggenheim-Museum Salzburg. Im Kulturentwicklungsplan Salzburg wurde mit tatkräftiger Unterstützung des Bürgerrechtlers Herbert Fux das Budget für freie Kulturförderung vervierfacht und ein Kulturstättenprogramm mit Neugründungen vom Rockhaus bis zum Literaturhaus verwirklicht.

1989 gründete er das ICCM (International Centre for Culture and Management) gemeinsam mit Ingo Mörth, Heiner Zametzer und Walter Reicher, welches bis 2008 ungefähr 1000 Kulturmanager ausbildete. Pöschl leitete die MA/MBA-Studiengänge, welche zuletzt in Zusammenarbeit mit dem Columbia College Chicago und der Fudan Universität in Schanghai stattfanden. In derselben Zeit war er Lehrbeauftragter an den Universitäten Salzburg und Linz. vb1990 schufen Herwig Pöschl und Jeff Bernard die Grundlagen für eine Förderstelle für Kulturentwicklung und Kulturinitiativen des Bundesministeriums für Kunst und Kultur (Bundesministerin Hilde Hawlicek). In dieser Zeit beriet Herwig Pöschl Nationalrat Herbert Fux, den Mitbegründer der Grünen, in Fragen für ein Kulturförderungsgesetz mit dem Erfolg einer Verpflichtungserklärung des Bundes.

Von 1990 bis 2005 leitete er die Internationale Sommerakademie für Kulturmanagement, ein gemeinsam mit Kulturkontakt Austria gegründetes Capacity-Trainingsprojekt, welches Kulturprojekte in Ost- und Südosteuropa Kulturprojekte förderte. 1995 bis 2001 war Pöschl Gastprofessor an der Moholy-Nagy University of Art and Design, Budapest und baute mit Ferenc Müller das Kulturmanagement auf. 1996 bis 2000 war er Präsident des von ihm 1989 in Barcelona und 1992 in Warschau mitbegründeten European Network for Cultural Administration Centres mit Sitz in Brüssel, leitete internationale Treffen und Konferenzen. 2009 entwickelte er für die Universität Salzburg das Masterstudium Cultural Producer und weitere Ausbildungstätigkeiten. Das Programm leitet Elke Zobl, mit welcher Pöschl im Rahmen des Marie-Curie-Programms der EU ein zweijähriges Forschungsprojekt zu einem Teilaspekt der Cultural Production (GirlZines) verwirklicht hat.

2010 entwickelte er das „Masterstudium Music for Film & Media“ an der Universität für Weiterbildung Krems in Krems. Damit etablierte er erstmals ein Studium, welches Kompositionstudien für verschiedene Medienformate (Film, TV, interaktive digitale Medien und Business Audio) mit fortgeschrittenster Audiotechnologie und Musikbusiness-Wissen verbindet. Für das Goethe-Institut Neu-Delhi baute er Grundlagen für ein Capacity Training für Kulturmanagerinnen in Südasien.

2011/12 ist Pöschl als Kunstkurator der Stadt Bernau bei Berlin bestellt. Aufbau einer Sammlung bedeutender Bildhauer der DDR wie Fritz Cremer, Waldemar Grzimek und des Internationalen Bildhauer Symposium Steine ohne Grenzen Bernau gemeinsam mit Rudolf J. Kaltenbach und Silvia Ch. Fo Er ist Gründungsmitglied der Fondazione Fitzcarraldo und war Mitherausgeber des International Journal for Arts Management an der HEC Montreal bis 2008. Er ist Ehrenmitglied des Münchner Klubs für kulturelle Vielfalt G 34.

Weblinks[Bearbeiten]

Info Sign.svg Dieser Wikipedia-Artikel wurde, gemäß GFDL, CC-by-sa mit der kompletten History importiert.