Hermann Witkugel

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Hermann Witkugel (* 20. September 1891 in Kassel; † 14. März 1978 in Wolfhagen) war leitender Beamter beim Landkreis Ziegenhain und beim Landkreis Wolfhagen. Wegen seiner Haltung zum christlichen Glauben wurde er nach Schlochau, Regierungsbezirk Schneidemühl, im Jahr 1939 strafversetzt.

Leben[Bearbeiten]

Hermann Witkugel war Sohn eines königlichen Reichsbahnbeamten. Er besuchte Schulen in Kassel, Soest, Neheim-Hüsten und in Nordhausen. der häufige Schulwechsel hing mit dem Beruf seines Vaters (Reichsbahnbeamter) zusammen. 1909 verließ er das königliche Friedrichsgymnasium in Kassel. Er arbeitete bis zum Einbruch des Ersten Weltkriegs bei der Stadt Kassel und bei der Stadt Marburg sowie beim Landratsamt in Hofgeismar als Verwaltungslehrling. Während des Ersten Weltkrieges war er Regierungs-Supernumerar bei der Regierung in Kassel und beim Kasseler Landratsamt.

Im Februar 1919 begann sein Dienst beim Landratsamt in Ziegenhain, zunächst als Kreissekretär bzw. Kreisoberinspektor. In Ziegenhain hat sich Hermann Witkugel sehr stark in der Jugndarbeit der Kirchengemeinde und des CVJM engagiert. Am 17. September 1933 rief die Kameradschaft der Hitlerjugend offen zum Kampf gegen die Tätigkeit des CVJM auf. Hermann Witkugel blieb standhaft. In Ziegenhain war Witkugel lange Jahre Vorsitzender des CVJM und in der Kirchengemeinde Ehrenkirchenältester. Am Evangelischen Gemeindehaus in Ziegenhain wurde 1988 eine Gedenktafel für Witkugel angebracht.

Am 16. Januar 1939 wurde Witkugel Regierungsoberinspektor beim Landratsamt Schlochau im Regierungsbezirk Schneidemühl in der Grenzmark. Es war für ihn eine Strafversetzung. In Ziegenhain konnte man im "dritten Reich" keinen gebrauchen, der sich wie Hermann Witkugel zu seiner Kirche und zum Christlichen Verein junger Männer (CVJM) hielt. "Der Herr Reichsminister des Inneren hat Sie durch Erlass vom 21. Dezember 1938 im dienstlichen Interesse mit Wirkung vom 15. Januar 1939 ab an das Landratsamt Schlochau versetzt", lautete der Versetzungsbescheid. Hermann Witkugel lehnte sich gegen die Versetzung nicht auf. In Schlochau hatte er Kontakte zum Dichter Werner Bergengruen.

1945 nahm die Stadtverwaltung in Kellinghusen den Flüchtling Witkugel für drei Monate in ihren Dienst. In Ziegenhain fand er vom 18. September 1945 an wieder eine Heimat, aber keine Anstellung beim Landratsamt. Am 25. April 1947 siedelte er nach Wolfhagen über, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1956 Leiter der staatlichen Abteilung beim Landratsamt war.

In Wolfhagen gehörte Witkugel über drei Wahlperioden dem Kirchenvorstand der Evangelischen Kirchengemeinde an. Als Kirchenältester war er für viele Pfarrer ein unverzichtbarer Ratgeber. Im CVJM hat Witkugel die Funktion des Vorsitzenden, später auch des Ehrenvorsitzenden übernommen.

Die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof in Wolfhagen.

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