Hermann Theophilus Söhlmann

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Hermann Theophilus Söhlmann (* 1. März 1725 in Hannover; † 12. Januar 1798 ebenda) war ein deutscher Lohgerber und Meister des hannoverschen Lohgerberamtes. Er gilt als Begründer des Wohlstandes der Lederfabrikanten-Familie Söhlmann.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

 
Die 1737 geborene Dorothea Elisabeth Schilling heiratete Söhlmann 1756 in der Aegidienkirche von Hannover

Hermann Theophilus Söhlmann wurde zur Zeit des Kurfürstentums Hannover geboren als eines von drei Kindern des aus Braunschweig stammenden und in Hannover als Schuhmacher und Lohgerber-Amtsmeister in der Schuhstraße tätigen Heinrich Christoph Söhlmann (* 14. April 1689; † 25. Juni 1764 in Hannover) und der Catharina Elisabeth Heumann (getauft 25. Juni 1703 in der Marktkirche von Hannover; gestorben 6. Oktober 1766 in Hannover). Der Vater Söhlmanns gilt als Stammvater des hannoverschen Zweigs der Familie und verhalf durch eigenen Wohlstand seinen drei Söhnen auf dem Weg in die Selbständigkeit: Zwei wurden Gerbermeister, einer Drechsler.[1]

Söhlmann wurde wenige Tage nach seiner Geburt am 5. März 1725 in der Marktkirche von Hannover getauft. Später richtete er, ebenso wie sein Bruder Johann Dietrich, einen eigenen Handwerksbetrieb in der Neuen Straße ein, jedoch unter der Adresse „Neuenstraße No.8“[1] in der Calenberger Neustadt.[2][Anm. 1]

 
Grabmal des Lohgerberamtsmeisters und seiner Ehefrau auf dem Alten St.-Nikolai-Friedhof

Nachdem Söhlmann ab 1752 den Titel eines Meisters des Lohgerberamtes zu Hannover tragen durfte, erwarb er sich durch den Ankauf roher Häute ein großes Vermögen, vor allem aber während des Siebenjährigen Krieges: In dieser kriegerischen, absolutistischen und noch lange zünftisch geprägten Zeit, in der es – lange vor der Industrialisierung – noch kaum Verkehrswege über Land gab und auch Handel und Wirtschaft zumeist nur lokal beschränkt in kleinem Rahmen betrieben wurden, sammelte Söhlmann persönlich in dem Lager der Franzosen bei Minden große Mengen tierischer Häute, die die französischen Soldaten zuvor als unverkäuflich weggeworfen hatten. Diese Häute brachte Söhlmann dann – in gekälktem Zustand – als Rohstoff zur Weiterverarbeitung nach Hannover.[1]

Am 29. Juli 1756 hatte Söhlmann in der Aegidienkirche die Dorothea Elisabeth Schilling (* 15. Februar 1737 in Hannover; † 23. März 1814 ebenda) geheiratet, mit der er zehn Kinder hatte, von denen jedoch nur drei Söhne und zwei Töchter ihre Eltern überlebten.[1]

Hermann Theophilus Söhlmann konnte seiner Familie mehr als 100.000 Thaler hinterlassen. Ebenso wie seine rund 16 Jahre später verstorbene Ehefrau wurde er auf dem Alten St.-Nikolai-Friedhof begraben, wo sich das gemeinsame Grabdenkmal der beiden, allerdings ohne die Bekrönung in Form einer Urne – bis heute erhalten hat.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die 1679 auf dem seinerzeit abgetragenen Stadtwall an der Leine hieß zunächst Wallstraße und ab 1690 Neue Straße. Sie wurde 1952 bei der Anlage der Straße Leibnizufer aufgehoben; vergleiche Helmut Zimmermann: Verschwundene Straßennamen ..., HBL Neue Folge 48 (1994), S. 370

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Gernot Becker (Verantw.): Söhlmann, illustrierte Familiengeschichte(n) auf der Seite gebe.paperstyle.de, zuletzt abgerufen am 9. Juli 2016
  2. Helmut Zimmermann: Verschwundene Straßennamen in Hannover, in: Hannoversche Geschichtsblätter (HBL), Neue Folge 48 (1994), S. 355–378; hier: S. 370
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