Hermann Ploppa

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Hermann Ploppa (* 25. August 1953 in Flensburg) ist ein deutscher Publizist und Autor zweier Bücher zu Politik und Zeitgeschichte sowie eines humoristischen, autobiographisch geprägten Romans. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel über die Außenpolitik der USA und über transatlantische Eliten.

Inhaltsverzeichnis

„Hitlers amerikanische Lehrer“[Bearbeiten]

In seinem 2008 erschienenen Buch Hitlers amerikanische Lehrer – Die Eliten der USA als Geburtshelfer des Nationalsozialismus legt Ploppa dar, dass wesentliche Bestandteile der nationalsozialistischen Ideologie ihren Ursprung in Grundauffassungen der Eliten der USA haben, wie sie am Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet waren. Dazu gehöre die Überzeugung, aufgrund biologischer Überlegenheit an die Spitze der US-Gesellschaft gelangt zu sein. Der in England und in den USA damals weit verbreitete Sozialdarwinismus habe sich somit auch in eugenischen Auffassungen niedergeschlagen. In den einzelnen Bundesstaaten der USA regelten Gesetze, dass „minderwertige“ (inferior) Menschen weder heiraten noch Kinder bekommen durften. Kastrationen, Sterilisationen oder lebenslange Internierung wurden in den USA gesetzlich geregelt. Die Eugenik, also die biologische „Zuchtwahl“ zur Verbesserung der genetischen Qualität der Bevölkerung, erlebte in den USA in den 1920er Jahren durch die massive Förderung so genannter philanthropischer Stiftungen wie der Rockefeller Foundation oder der Carnegie Institution for Science ihren Höhepunkt. Ploppa stützt sich in seiner Beweisführung u. a. auf eine archivbasierte Studie des amerikanischen Autors Edwin Black.

Zum anderen stellt Ploppa drei US-amerikanische Autoren vor, die Hitlers Denkmuster in dessen programmatischem Buch Mein Kampf wesentlich geprägt hätten: neben dem bekanntesten Beispiel Henry Ford sind dies Madison Grant und Lothrop Stoddard. Henry Fords Aufsatzsammlung Der internationale Jude prägte Hitlers antisemistische Auffassung bekanntermaßen entscheidend. Auch für Grants und Stoddards Schriften zeigt Ploppa Übernahmen von darin enthaltenen Ideologemen durch Hitler.

„Die Macher hinter den Kulissen“[Bearbeiten]

In seinem zweiten Sachbuch vertritt Ploppa die These, dass elitäre Netzwerke abseits der demokratisch legitimierten Öffentlichkeit die Politik westlicher Demokratien entscheidend beeinflussen. Durch Organisationen wie die Atlantik-Brücke, den Council on Foreign Relations, die Bilderberg-Konferenz, die Trilaterale Kommission und Denkfabriken wie die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik oder die Stiftung Wissenschaft und Politik setze eine kleine gesellschaftliche Gruppe am Mehrheitswillen der Bevölkerung vorbei ihre Agenda durch. Dieses Modell der sog. Governance sei schon lange in Großbritannien und den USA vorherrschend – nun werde es zunehmend auch in kontinentaleuropäischen Ländern wie z. B. Deutschland in aller Stille eingeführt. Damit einher gehe ein Bedeutungsverlust des Nationalstaates, der nur noch einer von mehreren Spielern neben den multinationalen Konzernen und Banken auf der einen und Nichtregierungsorganisationen auf der anderen Seite sei. Ploppa beruft sich auf Zbigniew Brzezinski, der in seinem Buch Die einzige Weltmacht den transatlantischen Netz- und Bündnissystemen die Aufgabe zuweist, nach dem eventuellen Niedergang der USA als globaler Hegemonialmacht das „Betriebssystem US-Finanzkapitalismus“ weiterzuführen. In diesen Zusammenhang ordnet Ploppa auch die Bestrebungen nach einer transatlantischen Freihandelszone TTIP ein.

„Bakterienstraße 51“[Bearbeiten]

2010 veröffentlichte Ploppa seinen satirischen Roman Bakterienstraße 51 – Ein vergnüglicher Anekdotenreigen. Darin beschreibt er in 13 Anekdoten seine Kindheit im Flensburg der frühen sechziger Jahre. In ihrer Dramaturgie orientieren sich die Anekdoten an Episoden von TV-Familienserien jener Zeit.

Werke[Bearbeiten]

  • Hermann Ploppa: Hitlers amerikanische Lehrer. Die Eliten der USA als Geburtshelfer des Nationalsozialismus. Liepsen Verlag, Sterup 2008, ISBN 978-3-9812703-0-3
  • Hermann Ploppa: Bakterienstraße 51. Ein vergnüglicher Anekdotenreigen. Liepsen Verlag, Sterup 2010, ISBN 978-3-9812703-1-0
  • Hermann Ploppa: Die Macher hinter den Kulissen. Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern. Nomen Verlag, Frankfurt a. M. 2014, ISBN 978-3-939816-22-5

Weblinks[Bearbeiten]

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