Hermann Degener

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Hermann Degener war ein deutscher Likörfabrikant in Neuruppin, Brandenburg[1].

Biografie[Bearbeiten]

Hermann Degener.jpg
Wohnhaus Rudolf-Breitscheid-Straße 9
Familiengrabstätte Degener in Neuruppin
„Ruppiner Klosterlikör“

Er gründete seine Weinhandlung und Likörfabrik im Jahre 1883 in Neuruppin am Ende der Karl-Marx-Straße. Hermann Degener hatte sie noch zu Lebzeiten Fontanes eröffnet,und produzierte dort Liköre mit mindestens 32 Vol.-% Alkohol.

Sein Sohn Hans Hermann Degener (1893-1937), der die Likörfabrik vom Vater übernahm, war mit Elly Schultze (1904-1996) verheiratet. Diese hatte gegen den Willen ihres Vaters bei der Post in Finsterwalde gearbeitet, ehe sie 1928 durch die Eheschließung nach Neuruppin kam. Als ihr Mann im Alter von 44 Jahren an einer Blutzuckerkrankheit starb und die junge Witwe mit kleinen Kindern und der Spirituosenfabrik hinterlässt, meldete diese 1945 das erste Gewerbe für einen Mittagstisch in Neuruppin an, dieser ist so erfolgreich, das bald eine Küchenhilfe angestellt werden musste. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Einmarsch der Roten Armee wird ihr Wohnhaus von diesen verwüstet. Elly erkrankt an Scharlach. Ein Zettel auf Russisch an ihrer Tür „Vorsicht, ansteckende Krankheit!“ rettet ihr Leben, die Soldaten ziehen ab.[2]

Während der DDR-Zeit, produzierte die Fabrik unter der Staatsmarke „Bärensiegel“.[3] Der Enkel des Gründers, Hans-Hermann Degener (* um 1930), welcher noch heute in der Rudolf-Breitscheid-Straße 9 im alten Degener´schen Wohnhaus wohnt, gab die alten Familienrezepte im Jahre 2007 an Sven Stirnemann[4] weiter, der heute im Alleinvertrieb die alten Spezialitäten anbietet, welche bis zu 52 Vol.-% Alkohol enthalten und bereits in Fontanes „Liqueur-ABC“[5] enthalten waren.

Spezialitäten[Bearbeiten]

  • „Boltenmühler Hexenfeuer“
  • „Degeners Klosterkorn“
  • „Ruppiner Klosterlikör“
  • „Ruppiner Tafelrunde“
  • „Zieten aus dem Busch“

Literatur[Bearbeiten]

  • Petra Torjus (Hrsg.): Elf Frauen die Neuruppin bewegten, Neuruppin 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Degener, Hermann; Destillation 1902; 28, 34 Zusammenstellung „Deutsches Reichs-Adressbuch für Industrie, Gewerbe und Handel“, 1902-1903, 1. Band Homepage Spirituosenerzeuger und Vertreiber Weingüter und Weinhandel ~ 1880 - 1987
  2. In Neuruppin gab es am Wochenende zum ersten Mal Führungen mit weiblichen Inhalten Märkische Allgemeine 18. Oktober 2010
  3. Das Geheimnis der Quelle von Neuruppin Berliner Morgenpost 10. Juni 2008
  4. Sven Stirnemann übernimmt Alleinvertrieb der Degenerschen Alkoholitäten Ruppiner Anzeiger 27. September 2007
  5. Theodor Fontane Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Fünf Schlösser (= Werke, Schriften und Briefe, 20 Bde. in 4 Abt., Wanderungen durch die Mark Brandenburg, 3 Bde.: Abt. II), (Hrsg). Walter Keitel, Helmut Nürnberger, Carl Hanser Verlag München, Wien; Auflage 4, 2006, ISBN 3-4461-0681-2, S. 341


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