Hermann Behrendt

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Hermann Behrendt

Hermann Behrendt (* 27. Juli 1941 in Berlin) ist ein deutscher Manager und Politiker (AfD). Von Ausbildung her Jurist, war er in leitender Funktion in groß- und mittelständischen Firmen tätig, bei letzteren auch als Mitunternehmer. Behrendt wurde im April 2013 in der Gründungsversammlung des Landesverbandes der Alternative Nordrhein-Westfalen zum Mitglied des Vorstands und stellvertretenden Sprecher gewählt. Von März bis Juni 2014 amtierte er als kommissarischer Sprecher des Landesverbandes NRW der AfD.

Leben[Bearbeiten]

Behrendt wurde 1941 als Sohn des Wirtschaftsprüfers Hermann Behrendt und seiner Ehefrau Charlotte, geb. Radtke, in Berlin geboren. Er wuchs mit zwei Geschwistern in West-Berlin auf. Der Vater verstarb bereits 1947.

Behrendt studierte ab 1960 Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. In Berlin legte er 1964 sein Referendarexamen und 1968 sein Assessorexamen ab. 1967 wurde er an der Freien Universität mit einer Dissertation über „Kollektivität der betrieblichen Übung und Individualrecht“ zum Dr. iur. promoviert. Behrendt begann seine berufliche Laufbahn 1968 bei der damaligen Horten AG in Düsseldorf, wo er bis 1978 tätig blieb, die letzten Jahre als Leiter der Rechtsabteilung. Um mehr im kaufmännischen Bereich tätig sein zu können, wechselte er dann zur Kaufring eG, Düsseldorf, über und wurde dort 1983 Mitglied des Vorstandes und ab 1987 Vorstandssprecher. In dieser Zeit wandelte er die damalige Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft um.

1990 wechselte er nach Differenzen mit dem Aufsichtsrat über den zukünftigen Kurs des Unternehmens zur neu geschaffenen Treuhandanstalt Berlin und war dort für die Privatisierung des Großhandels der ehemaligen DDR verantwortlich. Die dabei gewonnenen Erfahrungen gab Behrendt im Auftrag der Bundesregierung und des damaligen Finanzministers Theo Waigel in einem großen Beratungsprojekt an die Reformstaaten in Osteuropa weiter. Das Projekt mit rund 30 Mitarbeitern und Sitz in Moskau dauerte von 1992 bis 1994 und war das größte seiner Art. Seit 1994 ist Behrendt als geschäftsführender Gesellschafter in mehreren Gesellschaften in den Bereichen Transpondertechnologie und Sicherheitstechnik tätig. Behrendt ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er lebt in Korschenbroich (Rhein-Kreis Neuss). Er ist Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche.

Politisches Wirken[Bearbeiten]

Behrendt trat noch als Schüler der SPD bei, übernahm aber dort niemals Parteiämter. Nach Jahren zunehmender Distanzierung, insbesondere wegen der Nähe der SPD zu den sog. 68-ern, trat er aus dieser Partei aus und war anschließend bis zu seinem Eintritt bei der Alternative für Deutschland nicht mehr parteipolitisch engagiert. Behrendt nahm bereits an der Initiativveranstaltung der AfD im März 2013 in Oberursel teil und wirkte am 12. April 2013 in Rommerskirchen bei der Gründung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen mit. Auf dem dortigen 1. Landesparteitag wurde er zum Vorstandsmitglied und stellvertretenden Sprecher des Vorstands gewählt. Behrendt gehört seitdem ununterbrochen dem Landesvorstand an, bis Juni 2014 als dessen kommissarischer Sprecher[1]. Auf der Bundesebene der AfD leitete Behrendt den Satzungsausschuß, seit 2014 ist er Mitglied des Finanzkonvents. Auf der Ebene des Landesverbandes NRW leitete er die programmatischen Arbeitskreise „Demokratie“ sowie „Arbeit und Soziales“.

Auf dem NRW-Landesparteitag der AfD in Schmallenberg im Mai 2013 wurde Behrendt auf Platz 6 der Landesliste zur Bundestagswahl gewählt und verpasste angesichts des Wahlergebnisses von 4,7 % für die AfD nur knapp einen Sitz im Bundestag. Als Direktkandidat hatte er im Wahlkreis 109 (Mönchengladbach) kandidiert[2]. Noch vor seinem Engagement bei der Alternative für Deutschland hatte Behrendt sein demokratietheoretisches Konzept einer Mandative Demokratie entwickelt und in einem 2011 veröffentlichten Buch vorgestellt[3]. Es wurde aufgrund seiner teils radikalen Ansichten in Fachkreisen (Otfried Höffe 2011[4], Hans Peter Bull 2012[5], Klaus von Beyme 2013[6]) sehr kritisch rezipiert.

Schriften[Bearbeiten]

  • Kollektivität der betrieblichen Übung und Individualrecht. Berlin: Ernst-Reuter-Ges., 1966 (Hochschulschrift)
  • Wer A sagt, muß auch B sagen. Chronik der Familien Arning und Behrendt. Korschenbroich 2008, ISBN 978-3-00-024228–1.
  • Die mandative Demokratie. Eine Realutopie. Bookstation GmbH, Düsseldorf 2011, ISBN 978-3-00-037224–7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.nrw-alternativefuer.de/unser-neuer-landesvorstand/
  2. Die Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein- Westfalen – Normdaten (Person): Bundestagswahl 2013, Heft 3, Endgültige Ergebnisse, Düsseldorf, 2013
  3. http://mandative-demokratie.de/files/die_mandative_demokratie.pdf
  4. Otfried Höffe: Ist die Demokratie zukunftsfähig?: Über moderne Politik. München: C. H. Beck, 2011. ISBN 3-406-61525-2
  5. Hans Peter Bull: Widerspruch zum Mainstream: Ein Rechtsprofessor in der Politik. Berlin: BWV Verlag, 2012. ISBN 3-8305-3123-0
  6. Klaus von Beyme: Von der Postdemokratie zur Neodemokratie. Wiesbaden: Springer-Verlag, 2013. ISBN 978-3-658-00980-9
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