Herbert Schmidt (Fallschirmjäger)

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Herbert Schmidt im Frühjahr 1940

Herbert Schmidt (* 3. Oktober 1912 in Feste Courbiére (Preußen); † 16. Juni 1944 bei Pontivy (Frankreich)) war ein deutscher Offizier und Fallschirmjäger im Zweiten Weltkrieg. Zuletzt hatte er den Dienstgrad eines Majors im Generalsstab inne.

Polizeikarriere und Übertritt zur Wehrmacht[Bearbeiten]

Am 6. April 1932 trat Schmidt als Polizeianwärter der Deutschen Polizei bei und absolvierte an der Polizeischule Brandenburg an der Havel sein erstes Lehrjahr. Zum 1. April 1933 trat er der Abteilung Wecke z.b.V. bei und wurde dort der Landespolizeigruppe General Göring zugeteilt, welches ab dem 1. Oktober 1934 in Regiment General Göring umbenannt wurde. Am 15. Juli 1934 absolvierte er in dessen Reihen seine Prüfung von Unteroffizieren für die Offizierslaufbahn. Anschließend besuchte Schmidt vom 15. Juni 1936 bis 29. September 1936 das Ausbildungs-Personal-Kommando bei der II. Schiffstammabteilung der Ostsee in Stralsund. Nach dessen Abschluss, anvancierte er zum Zugführer der 2. Kompanie im Regiment General Göring. Diese Position hielt er anschließend für etwa ein halbes Jahr inne, bevor Schmidt einen Fallschirmschützenlehrgang vom 16. März 1937 bis 12. Mai 1937 in Stendal absolvierte. Nach dieser Ausbildung, wurde er am am 1. April 1938 Kompanie-Offizier des I. Bataillons im Fallschirm-Jäger-Regiment 1. In diesem Regiment, nahm er zusätzlich ab dem 20. Oktober 1938 die Funktion des Personal- und Einstellungsoffiziers wahr.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Zum Beginn des Zweiten Weltkrieges, wurde Schmidt am 1. September 1939 zum Chef der 1. Kompanie des Fallschirm-Jäger-Regiment 1 ernannt, welches jedoch im Polenfeldzug nicht mehr zum Einsatz kam. Schmidts erster Kampfeinsatz erfolgte im Zuge des Unternehmens Weserübung. Am 14. April 1940 waren britischen Truppen bei Namsos und wenige Tage später auch in Andalsnes gelandet. Schmidt erhielt noch am Abend des 14. April 1940 den Kampfauftrag, die Vereinigung der norwegischen Truppen, die nördlich von Oslo standen, mit den britischer 148. Infanterie-Brigade um jeden Preis zu verhindern. Hierzu wurden 15 Ju 52 zur Verfügung gestellt. In der Nacht und bei starken gegnerischen Abwehrfeuer, sprangen Schmidt und seine Kompanie etwa 8 km südlich von Gudbrandsdal ab. Starker Schneefall und der Nachteinsatz verhinderten jedoch ein geschlossenes Landen der Kompanie im unwirklichen Gebirgsgelände, so dass Schmidt nach längeren Suchen nur 61 Fallschirmjäger sammeln konnte.

Beförderungen

Bald darauf entbrannten die ersten Gefechte zwischen norwegischen Einheiten und seiner Kompanie, in deren Verlauf Schmidt schwer verwundet wurde, als er eine Straße überquerte. Er blieb dennoch bei seiner Truppe und führte seine Kompanie weiter. In mehrfachen Scharmützeln und Stoßtruppaktionen, konnten die Fallschirmjäger wichtige Bahnlinien unterbrechen und zunächst jeden gegnerischen Angriff der Norweger abwehren. Vier Tage nach dem Absprung, am 17. Mai 1940, musste Schmidt jedoch aufgrund der Verluste seiner Kompanie die Straßensperrung zwischen Lillehammer und Drontheim wegen Munitionsmangel aufgeben. Er ergab sich daraufhin mit nur noch 34 Fallschirmjägern seiner Kompanie und geriet vorübergehend in norwegische Kriegsgefangenschaft. Der Rest seiner Einheit war gefallen. Für seine Kühnheit und dem mit Geschick durchgeführten Einsatz erhielt Schmidt am 29. Mai 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Nach der Kapitulation Norwegens im Juni 1940 kehrte Schmidt nach Deutschland zurück.

Hier wurde er mit Wirkung vom 3. August 1940 zum Ordonnanz-Offizier beim Staatssekretär und Generalinspekteur der Luftwaffe Generalfeldmarschall Erhard Milch in das Reichsluftfahrtministerium versetzt. Diese Position hielt Schmidt vom August 1940 bis 30. November 1941 inne. Anschließend besuchte er ab dem 1. Dezember 1941 für 10 Monate die Luftkriegsakademie in Berlin. In dessen Anschluss, wurde Schmidt am 1. Oktober 1942 der 1. Luftwaffen-Felddivision und anschließend ab dem 1. Juni 1944 der 2. Luftwaffen-Felddivision zugeteilt. Am 16. Juni 1944 wurde Schmidt, der sich auf der Fahrt zusammen mit General Hermann-Bernhard Ramcke zum Generalkommando des XXV. Armeekorps befand, im Pkw sitzend durch einen französischen Widerstandskämpfer der Résistance rücklinks tödlich getroffen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Dörr: Die Ritterkreuzträger der Fallschirmtruppen, Teil II Fallschirmjäger, S. 265–266
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