Helgoland (Band)

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Helgoland
Allgemeine Informationen
Genre(s) Improvisation, Punk Jazz, No Wave, Jazzcore
Gründung 1993
Website helgoland.co.uk
Gründungsmitglieder
Michele Avantario
Rudi Burr
Gregor Wanke (bis 1995)
Aktuelle Besetzung
Schlagzeug
Michele Avantario
Bass
Rudi Burr
Ehemalige Mitglieder
Monica Navarro, Ludger Dünnebacke, Hannes Falk, Klemens Kaatz, Alexander Diehl, Douglas Patton, Gunnar Büttner, Andi Viehöver, Carsten Meyl, Valentin Mayr

Helgoland ist eine Instrumental-Band aus Hamburg. Ihre Musik reicht von freier Improvisation bis zu streng strukturierten, teils sehr kurzen Stücken, die Elemente und Zitate aus Punk, Metal, Reggae, Latin, Swing, Easy Listening und Afro-Beat enthalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Helgoland wurde 1993 von Michele Avantario (Schlagzeug), Rudi Burr (Bass) und Gregor Wanke (Gitarre) als Instrumental-Trio gegründet. Die erste Veröffentlichung der Band, Early Helgoland, erschien 1994. Nach dem Ausstieg von Wanke und des assoziierten Mitglieds Carsten Meyl (Tapes) spielte Helgoland unter dem Namen Helgolandrest bzw. Elgolan einige Kurz-Auftritte als Duo. 1996 stieß Gunnar Büttner als Keyboarder und Synthesizer-Spieler zur Band. In dieser Triobesetzung entstand 1997 der 10-Inch-Tonträger 20 Minutes with Helgoland (NWN/Agog).

Mit Douglas Patton (Gitarre, Holzbläser) wurde Helgoland 1998 zum Quartett. In dieser Besetzung spielte Helgoland auch zwei Auftritte auf der Insel Helgoland. 2001 verließ Büttner die Band, kurz darauf stieg Klemens Kaatz (Keyboard) ein. 2005 erschien die Jingle-Single Your Success (Knistern). Anschließend arbeitete Helgoland als Trio (mit wechselnden Gitarristen) weiter.

Helgoland tourte in verschiedenen Besetzungen: 1994 mit der Hamburger Band Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs in Deutschland und den Niederlanden; 1998 mit der Schweizer Band Alboth! in Deutschland; 2001, 2002 und 2003 in Deutschland und den Niederlanden; 2010 mit der Hamburger Band Fuo in Deutschland; 2015 mit den israelischen Duos Parve und Suicidal Furniture in Israel.

Seit 2011 besteht Helgoland aus Avantario (Schlagzeug) und Burr (Bass).

Musik[Bearbeiten]

Die Musik der Gruppe Helgoland hat sich über die Jahre und mit jedem Besetzungswechsel zum Teil stark verändert. Während auf der Mini-CD Early Helgoland noch Stücke zu hören sind, die auf Improvisationen zu einfachen grafischen Notizen basieren (oder aus solchen hervor gegangen sind), ist die Musik auf 20 Minutes with Helgoland auf konventionellere Art strukturiert. Rund ein Dutzend ein- bis zweiminütiger Instrumental-Lieder wechseln sich hier mit ebenso vielen frei improvisierten Miniaturen ab.

Für die CD 99 (1999, NWN/Agog) rückte die Band die freie Improvisation wieder in den Vordergrund: Das von Tobias Levin (Ex-Cpt. Kirk &.)im Electric Avenue Studio produzierte Album enthält 99 Stücke, die zum Teil nur einige Sekunden lang sind und auf spontanen, mündlichen Absprachen sowie grafischen oder schriftlichen Notizen basieren. Die Stammbesetzung Avantario, Büttner, Burr wurde für die Aufnahme-Sessions zu 99 (bei denen rund 300 Improvisationen in zwei Tagen eingespielt wurden) um Gäste wie die Vokalisten Pia Burnette (Ex-Electro-Sun) und Isaac Margono, die Gitarristen Andreas Künnecke (Ex-Unhold) und Günter Reznicek (La Stampa, Nova Huta) sowie den Saxofonisten Holger in't Veld (Ex-Steiner) erweitert.

Ebenfalls 1999 erschien auf Felix Kubins Gagarin-Label die Kompilation Psykoscifipoppia, auf dem Helgoland (unter dem Namen Electric Helgoland) mit acht mithilfe von Tracker-Software (z.B. Impulse Tracker) produzierten Computer-Stücken vertreten sind.

Das 2001 erschienene Album Media Music (Reis/Stora) enthält sowohl Computer-Tracks als auch mit herkömmlichen Instrumenten eingespielte Stücke. Das erweiterte Instrumentarium, das für die Aufnahmen von Media Music verwendet wurde, umfasst neben Gitarre, E-Piano, Synthesizer, Computer, Bass und Schlagzeug auch Klarinetten, Saxofon, Glockenspiel und – für den Schlusston des Stücks Aelita's Theme – eine Posaune. Mit Much Too March und Zombie Tammilehto finden sich auf Media Music auch Stücke mit Gesang, außerdem eine instrumentale Cover-Version von Nova Hutas Soft End.

Einige der auf Psykoscifipoppia und Media Music vertretenen Tracker-Stücke (u.a. Any French Song Title, No Deli Dyskoteka, Airhead) gingen ins Live-Repertoire des Quartetts über.

Auf Media Music sind keine freie Improvisationen mehr zu hören. Dafür spielte Helgoland in den Jahren 1997 bis 2005 halb-improvisierte Begleitmusiken zu verschiedenen Stummfilmen (Aelita, Turk-Sib, Panzerkreuzer Potemkin) live in Hamburger, Kölner und Lübecker Kinos.

Für das italienische Label Music à la Coque produzierten Helgoland 2000/2001 die 7-Inch-Single Dust. Das Titelstück ist eine zweiminütige Collage, die mithilfe von Audio-Software am Computer zusammengeschnitten wurde. Als Ausgangsmaterial dienten Aufnahmen aus einer zweitägigen Impro-Session, bei der Helgoland neben ihren angestammten Instrumenten auch ein altes Wandklavier und eine Heimorgel verwendet haben.

Eine weitere 7-Inch-Single erschien 2005: Your Success enthält 46 Kurz-Stücke, die vorab am Computer skizziert und von der Band live eingespielt wurden. Ebenfalls im Jahr 2005 erschien in Kooperation mit dem Hamburger Sänger Teobi eine Cover-Version von Osten war rot (Kolossale Jugend) auf dem Tonträger Um und bei Kolossale Jugend (veröffentlicht auf dem renommierten Hamburger Independent-Label L'Age d'Or).

2013 veröffentlichte das Hamburger Hasenbart-Label einen Tonträger mit dem Helgoland-Stück Iced Up Søx als sogenannte „Lathe Cut Record” (eine Art Flexi-Disc). Die Auflage betrug 42 Stück.

Alle anderen Tonträger Helgolands wurden in Auflagen von 100 bis 1.000 Stück veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Musik Helgolands wurde anfangs mit (Free-)Jazz und Grindcore in Verbindung gebracht, später als Snatchcore, Avant-Pop und Jazz-Punk bezeichnet.

Im Musikmagazin Intro wurde die Musik Helgolands mit der des US-amerikanischen Jazz-Avantgardisten John Zorn sowie mit der der japanischen Bands Melt Banana und Ruins verglichen.[1]

Das Musikmagazin Spex feierte die Musik auf der Split-LP Psykoscifipoppia als „elektronischen Anarchismus”.[2]

Die Tageszeitung über die Veröffentlichung "Your Success": [3]

Ihre stilistische Vielfalt ermöglicht es der Gruppe, sowohl auf Jazzfestivals (Rumor Festival, Utrecht, NL; Forma Nova, Fredericia, DK; Jazz Open und Jazz And The Edge Of The Plate, Hamburg) als auch in Kunst-Galerien, Punk-Clubs und D.I.Y.-Zusammenhängen willkommen zu sein.

Kooperationen[Bearbeiten]

Außer mit Teobi hat Helgoland bisher noch mit folgenden Künstlern zusammen gearbeitet: 1994 mit der Film- und Performance-Künstlerin Mariola Brillowska (live im Lichtmeß-Kino, Hamburg), 1995 mit dem Sänger Kristof Schreuf (live bei der „Peter Ehrlich Show” im Offenen Kanal (TV), Hamburg), 1999 und 2000 mit der Autorin und Illustratorin Simone Henneken (als Henneken Rockets, live im Metropolis-Kino, Hamburg), 2002 mit der niederländischen Band Shakespier (live in Nijmegen), 2010 mit dem Schriftsteller Carsten Klook (live im Kulturhaus 73, Hamburg), 2014 mit der Jazz-Saxofonistin Anna-Lena Schnabel (live im Golem, Hamburg)

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1994: Early Helgoland (Mini-CD)
  • 1998: 20 Minutes With Helgoland (10", NWN/Agog)
  • 1999: Helgoland And Band 99 (CD, NWN/Agog)
  • 1999: Psykoscifipoppia (Split-LP mit Brezel Göring, Felix Kubin, Max Kleyderstorm, Groenlandorchester, 12"/CD, Gagarin)
  • 2001: Media Music (12"/CD, Reis/Stora)
  • 2001: Dust (7", Music à la Coque)
  • 2005: Your Success (7", Knistern)
  • 2013: Iced Up Søx (8" Lathe Cut, Hasenbart)

sowie zahlreiche Beiträge für verschiedene Label-Compilations (z.B. Fidel Bastro, L’age d’or, Freibank)

Videos[Bearbeiten]

  • 1999: 88 Video Appetizers
  • 2001: Soft End
  • 2001: Helgoland live at Helgoland

Die Videos wurden von Jens Rabeler und Rudi Burr produziert und wurden mehrfach von dem Musikfernsehsender VIVA Zwei in der Sendung Wah² gezeigt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.last.fm/de/music/Helgoland/+wiki
  2. http://gagarinrecords.com/popup.php?id=1216&r=r
  3. http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2005/04/14/a0295
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