Heinrich Rätz

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Heinrich Rätz (* 12. September 1884; † 8. August 1943)[1] war ein deutscher Kriminalkommissar. Die Ermittlungen durch Rätz in den 1920er Jahren in Hannover gegen Fritz Haarmann führten schließlich zum Todesurteil gegen den Serienmörder.[2]

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

 
Der Serienmörder Haarmann, von Kriminalbeamten in Handschellen gehalten, wird im November 1924 gefilmt
 
Hobby-Historiker Holger Büsing entdeckte den Grabstein der Familie Rätz auf dem Neuen St.-Nikolai-Friedhof

Heinrich Rätz schrieb 1923 an der Universität Kiel seine Dissertation zum Thema Bißverletzungen in forensischer Beziehung.[3] Nachdem im Folgejahr, am 22. Juni 1924, Fritz Haarmann verhaftet worden war, untersuchte Heinrich Rätz, gemeinsam etwa mit Kriminalinspektor Hermann Lange, die Mordfälle des am 15. April 1925 hingerichteten Serienmörders.[4] Wochenlang vernahm Rätz Fritz Haarmann[2] im Gerichtsgefängnis Hannover[5] und ließ „nach Teilgeständnissen des Mörders sogar noch nachts nach Leichenteilen suchen“:[2]

„Die Verbindung von Haarmann zu Rätz soll so eng gewesen sein, dass der Verurteilte angeblich vor seinem Ende auf dem Schafott noch zum Kaffeetrinken bei Heinrich Rätz und seiner Frau Erna vorbeikommen durfte - unter strenger Bewachung natürlich,[2]

habe Ursel Rätz berichtet, die laut dem Hobbyhistoriker Holger Büsing mit dessen Mutter in dieselbe Schulklasse gegangen sein soll.[2]

Heinrich Rätz starb am 8. August 1943 im Alter von 58 Jahren, mitten im Zweiten Weltkrieg,[1] und wurde im hannoverschen Stadtteil Nordstadt auf dem zum Nikolai-Stift gehörenden Neuen St.-Nikolai-Friedhof bestattet,[2] ebenso wie seine Ehefrau Erna.[1] Im Jahre 2013 entdeckte dort der Hobbyhistoriker Holger Büsing den Grabstein des Ehepaares Rätz bei den Grabmalen aufgegebener Gräber neben dem Komposthaufen des Friedhofes. Von dort sollte der Stein der offensichtlich aufgegebenen Grabstelle abtransportiert und zu Straßenschotter zertrümmert werden:[2]

„Hannover hat schon das Hackebeil verloren, als die Polizeihistorische Sammlung ausgelagert wurde,[6]

gab Holger Büsing Anfang Februar 2013 der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zu Protokoll, nachdem er zuvor Beschwerde gegen die beabsichtigte Zerstörung des Grabsteines der Familie Rätz eingelegt hatte.[2]

Der Geschäftsführer des Nikolai-Stifts, Marco Schmidt, war sich der Bedeutung des Grabsteines nicht bewusst und „will jetzt versuchen, Kontakt mit Angehörigen von Heinrich Rätz aufzunehmen“:[2] „Wenn vonseiten der Angehörigen nichts dagegen spricht, wollen wir den Stein in unserer Anlage aufstellen“.[7][8]

Schriften[Bearbeiten]

  • Heinrich Rätz: Bißverletzungen in forensischer Beziehung, Dissertation 1923 an der Universität Kiel, 1923

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Vergleiche das Foto-Dokument des Grabsteins durch Alexander Körner in: Frank Winternheimer: Andenken bleibt ... (siehe Literatur)
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Frank Winternheimer: Andenken bleibt ... (siehe Literatur)
  3. Vergleiche die GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek
  4. Tobias Tremper: „Fritz, du bist doch der Beste!“, in TAZ vom 10. März 2007, zuletzt abgerufen am 12. Februar 2013
  5. Matthias Blazek: Haarmann und Grans – Der Fall, die Beteiligten und die Presseberichterstattung, Stuttgart: ibidem, 2009, ISBN 978-3-89821-967-9, S. 13
  6. Zitat in: Frank Winternheimer: Andenken bleibt ... (siehe Literatur)
  7. Zitat in: Frank Winternheimer: Andenken bleibt ... (siehe Literatur)
  8. Nordstädter Friedhof: Stein des Haarmann-Jägers steht wieder

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