Heinrich Huck

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Heinrich Huck (* 7. Oktober 1905 in Veltheim / Weser[1]) war als SS-Hauptsturmführer (SS-Nr. 291000) und Kriminalkommissar Leiter der Staatspolizeistelle Hildesheim (Stapo Hildesheim) der Geheimen Staatspolizei (Gestapo).

Inhaltsverzeichnis

Lebensstationen[Bearbeiten]

In Veltheim absolvierte er die Volksschule und wurde danach als Schlosser ausgebildet. In Lemgo besuchte er das Technikum, um dort im Jahre 1926 die Prüfung als Elektrotechniker abzulegen. Schon im Jahre 1928 stand sein Entschluss fest, in der Polizei eine Laufbahn zu beginnen. Seine erste Dienststelle war in Bielefeld, wo er die Prüfung zum sogenannten Polizeiabitur abzulegen. Im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1935 erfolgte zwei Jahre später die Eingliederung der Landespolizei in den Dienst der Wehrmacht.

Laufbahn bei der Gestapo[Bearbeiten]

Huck bewarb sich deshalb 1935 für den Dienst in der Kriminal- bzw. Schutzpolizei, was aber nicht gelang. Vielmehr erhielt er eine dienstliche Einberufung zur Geheimen Staatspolizei (Gestapo) nach Breslau. Im Jahre 1938 wurde er zur Stapo Hildesheim versetzt[2]. Zur Dienststelle der Gestapo in Beuthen kam er im September 1939, um danach bei der Gestapo in Kattowitz seinen Dienst aufzunhemen. Seine Rückversetzung zur Stapo Hildesheim erfolgte im Februar 1940.

Nach wenigen Wochen wechselte er zum Sicherheitsdienst (SD) der SS, um dann in Frankreich in Nancy stationiert zu werden. Danach wurde er im Jahre 1942 zur Gestapo Hannover versetzt. In Hannover wurde er bei der Gestapo zur 'weltanschaulichen Schulung eingesetzt, was nichts anderes als eine Schulung der nazionalsozialistischen Ideologie für Gestapo-Leute bedeutete. Zum Leiter der Stapo Hildesheim wurde er im September 1944 ernannt. Der Kriminalobersekretär Kurt Wenzel leitete bis Kriegsende das Referat Kommunismus und Marxismus bei der Stapo Hildesheim. Aus dieser Dienstzeit kannte er Huck näher und beurteilte ihn so:

..ein von der Idee des Nationalsozialismus überzeugter Mensch und ein fanatischer SS-Führer, der noch bis zuletzt an den Sieg Deutschlands glaubte.

Massenhinrichtung auf dem Hildesheimer Zentralfriedhof (April 1945)[Bearbeiten]

Ende März / Anfang April 1945 wurden in das Polizei-Ersatzgefängnis etwa 80 vermeintliche Plünderer eingeliefert[3], darunter 50 Italiener. Die anderen waren Polen, Belgier und Franzosen. Sie waren bei Aufräumarbeiten eingesetzt. Dabei waren sie auf verkohlte Konservendosen gestoßen, die sie angeblich entwendet hatten. Dieser Sachverhalt wurde aber von den Gestapo-Leuten und vor allem von Huck nicht überprüft. Die Unterbringung der Festgenommenen erfolgte in einer Leichenhalle auf dem Hildesheimer Zentralfriedhof bei dem angrenzenden Ersatzgefängnis. Am nächsten Tag wurden sie zum Ersatzgefängnis geführt, wo sie an einer Galgenanlage jeweils zu fünf Personen gehängt wurden. Huck nahm die Hinrichtung der ersten 30 Gefangenen persönlich vor. Die anderen etwa 50 Gefangenen wurden von dem Gestapo-Mann Heinrich Huhn gehängt.

Nach Kriegsende berief sich Huck darauf, dass der Leiter der Staatspolizeileitstelle Hannover, der SS-Obersturmbannführer (SS-Nr. 272510) Johannes Rentsch (* 27. Februar 1908 in Zwickau), den Befehl zur Hinrichtung gegeben hätte[4]. Am Kriegsende versuchte Huck noch, eine Widerstandsgruppe im Harz aufzubauen, aber dazu kam es nicht mehr. Immerhin wurde er erst am 25. Mai 1945 von US-Truppen festgenommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Veltheim an der Weser
  2. Markus Roloff, Nur Plünderer mußten sterben? Die Massenhinrichtungen der Hildesheimer Gestapo in der Endphase der Zweiten Weltkriegs, in: Hildesheimer Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim, Jg, 69, 1997, S.183-220, passim
  3. Markus Roloff, ebenda, S. 202, passim
  4. Rentsch leittete die Staatspolizeileitsstelle Hannover seit dem 28. August 1943 bis zum Ende des Krieges
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