Heiner Deege

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Heiner Deege (* 31. Mai 1920 in Haßloch; † 2. Oktober 2007) war ein deutscher Maler.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Heiner (eigentlich Heinrich) Deege wuchs in Haßloch in der Pfalz auf; sein Vater war Werkmeister in der BASF. Gerne hätte ihn der Vater in einer Offizierslaufbahn gesehen; Deege absolvierte jedoch gegen den Willen des Vaters von 1937 bis 1939 eine Ausbildung zum Plakatmaler, zum damaligen Zeitpunkt für den jungen Deege die geeignete Möglichkeit, sich in einer unterhaltsichernden Weise künstlerisch zu betätigen. 1940 wurde Deege zum Kriegsdienst in der Infanterie einberufen und geriet in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1950 zurückkehrte. 1951 bis 1954 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Basel (heute Schule für Gestaltung Basel). Bis 1956 war Deege als Chefdekorateur in einem Ansbacher Kaufhaus beschäftigt, anschließend kehrte er in seine pfälzische Heimat zurück und war bis 1960 Dekorateur im Kaufhaus Weickert in Neustadt an der Weinstraße. Hierauf folgte die Zeit als freischaffender Künstler und Kunsterzieher am Leibniz-Gymnasium (Neustadt an der Weinstraße).

1957 hatte Deege den ganzen Vormittag des Himmelfahrttages beim Pferderennen auf der Haßlocher Rennbahn Haßloch mit dem Maler Otto Dill verbracht, den letzten, den dieser Meister erlebte, zu dessen bevorzugten Sujets Pferderennen zählten. Dieses Zusammentreffen übte prägenden Einfluss auf Deege aus und war ein wichtiger Impuls für seinen weiteren Werdegang. 1962 und 1968 besuchte Deege die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, die „Schule des Sehens“ von Oskar Kokoschka und Walter Eckert. Seine Studienreisen führten ihn unter anderem nach Paris (1959), an den Gardasee (1965), nach Burgund (1970), nach Südtirol (1980) und ins Elsass (1989).

Bedeutung[Bearbeiten]

Heiner Deege gilt als „Kundschafter mit der Palette“. Dem kontaktfreudigen Maler öffneten sich zahlreiche Türen auch von Privatwohnungen, wenn er mit dem „Skizzenblock auf den Knien“ mit seinem filigranen Zeichenstil auf der Suche nach neuen Perspektiven und Motiven war. Ihn als Künstler des „Idylls“ zu bezeichnen, greift jedoch zu kurz. Deege setzte sich stets offensiv für den Erhalt schützenswerter Kulturgüter ein. Heiner Deege gilt ab den 1960er-Jahren bis Anfang der 1990er-Jahre als einer der produktivsten Pfälzer Maler; seine Bilder finden sich in den Wohnungen heimatverbundener Bürger ebenso wie in zahlreichen öffentlichen Gebäuden. 2002 erhielt der Künstler den Kulturpreis des Stadtverbandes für Kultur e.V. der Stadt Neustadt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chronist mit Palette, Farbe und Pinsel - Zum Tode des Neustadter Malers Heiner Deege, der im 88. Lebensjahr verstorben ist - Fast 50 Jahre freischaffender Künstler (Nachruf). Die Rheinpfalz, Samstag 6. Oktober 2007
  • Heiner Deege: "Weinfröhliche Pfalz: Entlang der Weinstraße Bad Dürkheim", Graphische Kunstanstalt und Druckereien, 1970.
  • Heiner Deege, Günter Werner: Deutsche Weinstraße: Leute und Landschaft, porträtiert mit Pinsel, Stift und Feder. Verlag Pfälzer Kunst, Landau in der Pfalz 1985.
  • Hans Blinn: „Geliebte(s) Landavia“ Verlag Pfälzer Kunst, Landau in der Pfalz 1990.
  • Heiner Deege, Hans Blinn: Von Schweigen bis ins Zellertal. Ein nicht bierernst zu nehmender Weinstraßen Baedecker. Verlag Pfälzer Kunst, Landau in der Pfalz 1997. ISBN 3922580661, ISBN 3-922580-66-1.
  • Hans Blinn, Heiner Deege - zum 75. Geburtstag des Malers und Zeichners, in: Wasgau-Blick 23 (1995), Seite 182-185 in RPB Rheinland-Pfälzische Bibliothek [1].
  • Otmar Fischer, Hans Blinn, Heiner Deege: In de Palz geht de Parre mit de Peif in die Kärsch. „kleine Pfalz Reihe“ Band 19, Kunstverlag Dr. Hans Blinn Landau 1997. ISBN 3938214104.
  • Heiner Deege: "Zeichnungen" Förderverein des Stadtmuseums, Neustadt/Weinstraße, limitierte Auflage, 2006 in RPB Rheinland-Pfälzische Bibliothek [2].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. irgendwas bei lot-tissimo.com, abgerufen am 30. Oktober 2018
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