Harnisch für Mann und Ross Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg

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Harnisch für Mann und Ross Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg

Der Harnisch für Mann und Ross Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg ist eine deutsche Rüstung und ein Rossharnisch, die im Jahre 1548 von dem deutschen Plattner Kunz Lochner (* ca. 1510; † 19. August 1567) aus Nürnberg hergestellt wurden. Die Rüstung und der Rossharnisch waren eine Auftragsarbeit für Herzog Johann Ernst von Sachsen (* 10. Mai 1521 in Coburg; † 8. Februar 1553 ebenda).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Harnisch für Mann und Ross Johann Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg besteht aus einem ganzen Rossharnisch aus Rossstirn, Crinet, Fürbug, Seitenpanzer und Krupper. Er ist mit Gravuren versehen, sowie mit Bändern die horizontal, vertikal und schräg über den Harnisch verlaufen. Im Inneren sind die Bänder mit halbkreisförmigen, länglichen Formen versehen, die abwechselnd versilbert oder vergoldet sind. Auf dem Fürbug ist eine Initialinschrift aus einzelnen Buchstaben ausgearbeitet, die sich wie folgt darstellt und die folgendermaßen lautet:

1548 K(rist) I(ch) T(rau) G(anz) V(nd) G(ar) H(ans) E(rnst) H(erzog) Z(u) Sachsen

Die Rossstirn ist am vorderen Ende über den Nüstern leicht nach oben gebogen und mit Ohrpanzern, sowie einem dekorativen Wappenschild auf der Mitte der Stirn angebracht. Die Augen werden durch überstehende, kleine Panzer geschützt.

Die Rüstung des Reiters besteht aus Helm, Brust- und Rückenpanzer, einem Rüsthaken, dem Arm- und Beinzeug, Panzerstiefeln, Tassetten und Panzerhandschuhen. Sie ist ebenfalls mit bandförmigen Dekorationen versehen, die vertikal über die Rüstung verlaufen und diese in Felder unterteilen, sowie jedes Einzelstück der Rüstung am Rand begrenzen. Die Dekorationen innerhalb der Bänder besteht aus Blättern, Akhantusranken, Früchten und figürlichen Darstellungen. Auf dem Brustpanzer ist das mittlere Band, das über dem Grat der Rüstung verläuft zusatzlich mit einer Figur die ein Zepter hält, einem Wappenschild und dem österreichischen Wappenadler verziert. Auf den Stulpen der Panzerhandschuhe ist auch noch eine Vogelabbildung (Phönix?) vorhanden.

Die Meistermarke Lochners ist auf mehreren Rüstungsteile eingeschlagen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Germanisches Nationalmuseum Nürnberg: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums. National-Museum, 2002, S. 226.

Weblinks[Bearbeiten]

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