Harald Dohr

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Harald H. Luiki Dohr (* 19. März 1962 in Graz) ist ein österreichischer Journalist des ORF, Politiker der SPÖ und KPÖ, Gewerkschafter, Filmemacher und europäischer Buddhist der Jōdo-Shinshū.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Harald Luiki Dohr ist der Sohn eines in Wolfsberg in Kärnten ansässigen Baumeisters. Er nannte sich zunächst in seiner journalistischen und wissenschaftlichen Arbeit nach dem Nachnamen seines Vaters Harald Dohr.[1] Später bediente er sich hauptsächlich des Nachnamens Luiki nach dem Geburtsnamen seiner Mutter. Luiki Dohr verbrachte seine Kindheit und frühe Jugend in Wolfsberg, wo er die Volks- und Hauptschule besuchte. Dann wechselte er an das dortige Bundes-Oberstufenrealgymnasium. Harald Luiki Dohr maturierte hier mit im Jahre 1981.

Ausbildung[Bearbeiten]

Noch 1981 nahm Luiki Dohr Studien der Rechtswissenschaften, Klassischen Archäologie, Alten Geschichte und Altertumskunde sowie der Sprachwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in der Graz auf. Luiki brach seine Studien 1984 bewusst ab und entschied sich für eine journalistische Tätigkeit.

Journalistische und parteipolitische Anfänge[Bearbeiten]

1984 arbeitete Harald Luiki in der Lokalredaktion der Kärntner Tageszeitung in Klagenfurt, die sich damals zu 100% im Besitz der Sozialdemokratischen Partei Österreichs befand. Deren überzeugtes Mitglied war der politisch besonders von Bruno Kreisky beeinflusste Luiki Dohr schon seit weit über einem Jahrzehnt.[2] Bereits von 1980 bis 1983 hatte Luiki Dohr als Bezirksbildungsreferent für die Junge Generation in der SPÖ gewirkt. Zugleich war er in den Jahren 1981 und 1982 in Wolfsberg Stadtvorsitzender der Jungen Generation in der SPÖ sowie ebendort 1981 bis 1983 zusätzlich der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend.

1981 wurde er als Mitglied in den Landesvorstand der Sozialistischen Jugend in Kärnten kooptiert. Diesem Landesvorstand gehörte er bis 1983 an.

Publizistische und politologische Studien in Wien[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Universität Wien, an der Harald Luiki Dohr von 1984 bis 1991 studierte

Nachdem er sich bei der Kärntner Tageszeitung journalistische Kenntnisse angeeignet hatte, ging Harald Luiki Dohr noch im gleichen Jahr 1984 nach Wien, um sich an der Universität Wien bis 1991 einem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft zu widmen.[3] Zudem studierte er an der Universität Wien Politikwissenschaft.

Weil Harald Luiki Dohr sich lieber ganz direkt und in der Praxis politisch und publizistisch betätigen wollte, als sich auf einer reinen Metaebene rein akademisch mit den Problemen der Gesellschaft und dem Publizieren auseinanderzusetzen, schloss er diese Studien bewusst nicht ab, sondern nahm - durch seine Zeitungserfahrungen in Kärnten ermutigt - eine Tätigkeit in der Wiener Zentrale des österreichischen Fernsehens an.

Karriere beim Fernsehen[Bearbeiten]

ORF-Zentrum Küniglberg in Wien. Hier wirkt Harald Luiki Dohr als Leiter der Basismaterialauswertung.

Im Jahre 1991 erhielt Harald Luiki Dohr eine Anstellung als Mitarbeiter des Fernsehens beim Österreichischen Rundfunk (ORF). In den Folgejahren war er im Rahmen dieser öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt redaktionell bei diversen Fernsehproduktionen tätig. So gestaltete er seit 1995 die beliebten und ORF-Sendungen "Jahrhundert-Fenster", "Aussichten-Ansichten" und "Zeitenblicke". Auch produzierte er daneben Tourismusbeiträge für den Fernsehkanal TW1.

Seit 1995 arbeitete Luiki Dohr im Rahmen des ORF auf dem Fernsehsektor eng mit dem SPÖ-Politiker Helmut Zilk zusammen. Der ehemalige Wiener Bürgermeister und österreichische Unterrichtsminister Zilk moderierte damals eine Talkshow mit dem Titel Lebenskünstler, die Harald H. Luiki Dohr als verantwortlicher Redakteur betreute.

Als einer der Höhepunkte des gestalterischen Filmschaffens von Harald Luiki Dohr gilt eine filmische Collage über das Leben und Wirken von Helmut Zilk und seiner Ehefrau Dagmar Koller anlässlich der Verleihung des Tourismuspreises 1999 der Wirtschaftskammer Wien. Anerkennung fand auch Luiki Dohrs Produktion "Salzburg - A Place for all Seasons". Diese filmische Liebeserklärung an die Mozart- und Festspielstadt Salzburg wurde anlässlich der Feierlichkeiten zur Jahrtausendwende in der Sylvesternacht 1999 am Salzburger Domplatz uraufgeführt.

Seit 2004 leitet Luiki zusätzlich zu seiner redaktionellen und gestalterischen Arbeit die Funktionsgruppe Basismaterialauswertung im zentralen Archiv des Fernsehens beim Österreichischen Rundfunk am Wiener Küniglberg.

Gewerkschaftliches und politisches Engagement[Bearbeiten]

Der Hauptsitz des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), in dessen Rahmen Harald Luiki Dohr für die Angestellten des ORF wirkte (Wien-Leopoldstadt, Johann-Böhm-Platz 1)

Auch im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit für das österreichische Fernsehen vergaß Harald Luiki Dohr sein politisches und gesellschaftliches Engagement nicht. Seit 1996 wirkte er als Mitglied und im Vorstand der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter im ORF. Im Jahr 2000 wurde er Betriebsrat der Programmabteilung des Fernsehens. Seine Tätigkeit führte dazu, dass man ihn 2004 als Mitglied des Zentralbetriebsrats kooptierte, er im gleichen Jahr Mitglied der Konzernvertretung wurde und in das Bundespräsidium der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter berufen. 2006 wurde Harald Luiki Dohr ein Mitglied des Bundesvorstands Gewerkschaft Kunst, Medien, freie Berufe im Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). Zudem ist er Vorstandsmitglied der United Nations Correspondents Association Vienna (UNCAV) - Verband der UNO-Korrespondenten in Wien.

Hinwendung zur Kommunistischen Partei[Bearbeiten]

Harald Luki Dohr beobachtete kritisch, wie aus seiner Perspektive die SPÖ von vielen ihrer klassischen Positionen als linke Partei abrückte. Dies betrifft zum Beispiel die Haltung der Sozialdemokraten zum Aussetzen der allgemeinen Wehrpflicht nach deutschem Muster.[4] Weil er auch in vielen sozialen Fragen die Menschen von der Sozialdemokratischen Partei nicht mehr vertreten sah, wandte er sich der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) zu, in deren Medien er auch publiziert.

Mit der KPÖ versuchte Harald H. Luiki Dohr den Sprung von der Betriebspolitik in die Bundespolitik. Darum kandidierte er bei der Nationalratswahl in Österreich 2008 auf der Landesliste der Wiener Kommunisten.[5] Weil jedoch die KPÖ nicht genügend Stimmen auf sich vereinen konnte, zog Luiki Dohr nicht in das Parlament ein. 2009 kandidierte Harald Luiki Dohr dann schließlich für die Kommunistische Partei Österreichs bei den Wahlen zur Kammer für Arbeiter und Angestellte.[6]

Buddhist und fernöstliche Religiosität[Bearbeiten]

Der Tempel Nishi Hongan-ji in Japan, dessen Mitglied Harald Luiki Dohr ist

Harald H. Luiki Dohr interessierte sich auch für die japanische Sprache, chinesische Sprachen, das Sanskrit, das Pali und noch weitere asiatische Schriften und Sprachen.

Seine Studien und Forschungen führten ihn zur Überzeugung, ein Buddhist zu sein. Harald H. Luiki Dohr empfing 1984 die Initiation der buddhistischen Richtung Jōdo-Shinshū des japanischen Tempels Nishi Hongan-ji, wobei er vom Oberhaupt der Jōdo-Shinshū den buddhistischen Namen Shaku Senshi erhielt.[7]

Vor diesem Hintergrund seiner buddhistischen Studien und seiner Intitiation als Shaku Senshi konnte Harald Luiki Dohr auch zu einem Ratgeber für buddhistische Religionsgemeinschaften werden, die ihn in leitende Funktionen berufen. Von 1988 bis 1992 war er der Generalsekretär der Buddhistischen Gemeinschaft Jōdo-Shinshū in Österreich. Dabei unterstützten Friedrich Fenzl und der 1965 in Klagenfurt geborene Multimediakünstler und Webdesigner Gerry Harrant die Bestrebungen Harald Luikis.[8]

Familiärer Hintergrund[Bearbeiten]

Stammwappen derer von Hardenberg
Stammwappen der Henckel von Donnersmarck
Wappen der Familie Auersperg

Harald H. Luiki Dohr entstammt mütterlicherseits einer am Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Toskana nach Österreich eingewanderten Familie, die sich zuvor in Italien Luigij und Luiggi schrieb. Luiki Dohrs Verwandter Luigi Luiggi (* 1856, † 1931) war ein bedeutender und weltweit in der Errichtung von Hafenanlagen tätiger Architekt.[9] Luigi Luiggi gehörte als Senator für die Partito Nazionale Fascista dem italienischen Parlament an.[10]

Diese Familie der Luiggi oder Luiki engagierte sich stark in Architektur und Baugewerbe. Haralds Großvater Valentin Luiki war Besitzer eines Zementwerkes in Jakling bei Sankt Andrä im Lavanttal. Sein Großonkel Alois Luiki begründete in Leoben und in Admont ein bis heute florierendes Unternehmen für Zementwaren.[11]

Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau heiratete Harald Luiki Dohrs Vater eine Schwester von Ingrid Henckel von Donnersmarck, der ersten Gattin von Gotthard Anton Reichsgraf Henckel von Donnersmarck. Er war ein Enkel des Leopold von Auersperg. Dieser Urgroßonkel Harald Luikis war Mitglieds des Herrenhauses im österreichischen Reichsrat und österreichischer Ackerbauminister. Durch die zweite Ehe seines Vaters ist Luiki auch mit dem fürstlichen Geschlecht Hardenberg verwandt.

Trivia[Bearbeiten]

Der Blogger Peter Lehofer stellte am 27. August 2007 fest, es gäbe zum deutschsprachigen Wikipedia-Artikel über Harald H. Luiki Dohr von einer IP-Adresse des ORF „gleich mehr als 20 Änderungen. Irgendein Nutzer, der unter der IP-Range des ORF Wikipedia-Änderungen vornimmt, dürfte also ein ziemliches Interesse an der Wikipedia-Präsenz dieses ORF-Journalisten haben.“[12]

Zu den vielfältigen weiteren Aktivitäten von Harald H. Luiki Dohr gehört auch seine Mitgliedschaft im Lions-Club Wien-West.

Werkauswahl[Bearbeiten]

  • Die Lehre der Jōdo-Shinshū. Eine Einführung in den japanischen Shin-Buddhismus von Prof. Ryosetsu Fujiwara. Übersetzt von Harald H. Dohr. Wien 1991
  • Harald H. Dohr: „Jōdo-Shin-Shū.“ In: Der Mittlere Weg 24, 1, 1992, S. 12-15
  • Der Segen des Vertrauens. Textstellen des ursprünglichen Buddhismus aus dem Anguttara-Nikaya. Zusammengestellt und herausgegeben von Shaku Senshi H. Dohr. Wien 1993

Weblinks[Bearbeiten]

Google plus 32.png Harald Dohr bei Google+

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unter dem Namen Harald H. Dohr erschienen in den 1990er-Jahren zum Beispiel die Schriften: Prof. Ryosetsu Fujiwara: Die Lehre der Jōdo-Shinshū. Eine Einführung in den japanischen Shin-Buddhismus. Übersetzt von Harald H. Dohr. Wien 1991 und Der Segen des Vertrauens. Textstellen des ursprünglichen Buddhismus aus dem Anguttara-Nikaya. Zusammengestellt und herausgegeben von Shaku Senshi H. Dohr. Wien 1993
  2. Zum politischen Klima vgl. Robert Kriechbaumer: Die Ära Kreisky: Österreich 1970-1983 in der historischen Analyse. Wien: Böhlau Verlag 2004 (ISBN 9783205772620)
  3. Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Wien
  4. Harald Luiki: Wehrpflicht ja oder nein (Vorletzter Akt einer Tragödie). In: Kommunistische Partei Österreichs: Positionen vom 22.02.11
  5. Bundesministerium für Inneres. Landeswahlvorschläge der Nationalratswahl 2008
  6. Arbeiterkammerwahl 5. bis 18. Mai 2009 - Deine Stimme für Deine Rechte! Samstag, Mai 09 2009
  7. Martin Baumann: Deutsche Buddhisten. Geschichte und Gemeinschaften. Marburg, 2. Auflage, 1995, S. 108, Anmerkung 239 (ISBN 3-927165-32-8)
  8. Biografie des Multimediakünstlers und Shinbuddhisten Gerry Harrant
  9. Fassil Demissie: Colonial Architecture and Urbanism in Africa. Interwined and Contested Histories. Ashgate Publishing, Ltd., 2012, S. 41 (ISBN 9780754675129)
  10. Luigi Luiggi auf der Website des italienischen Senats
  11. Ursula Altenburg, Erich J. Schwarz, Heinz Strebel (Hrsg.): Nachhaltiges Innovationsmanagement. Heinz Strebel zum 65. Geburtstag. Gabler Verlag 2004, S. 463 (ISBN 9783409126960)
  12. Peter Lehofer: „Harald Luiki und Harpo Marx: Wikipedia-Edits von der ORF IP-Range.“ Blog zum österreichischen und europäischen Recht der elektronischen Kommunikationsnetze und -dienste, 27. August 2007
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