Haltepunkt Tulling

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Tulling
Haltepunkt Tulling Bahnsteig.JPG
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 1
Abkürzung MTUL[1]
IBNR 8005924
Kategorie 6[2]
Eröffnung 1. Oktober 1903
Lage
Stadt/Gemeinde Steinhöring
Ort/Ortsteil Tulling
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 4′ 58″ N, 12° 3′ 35″ O48.08277777777812.059722222222Koordinaten: 48° 4′ 58″ N, 12° 3′ 35″ O
Höhe (SO) 510 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
i16i18

Der Bahnhof Tulling ist ein Haltepunkt im Ortsteil Tulling der oberbayerischen Gemeinde Steinhöring. Er ist Zwischenbahnhof der Bahnstrecke nach Wasserburg, die auch als Filzenexpress bezeichnet wird. Der Bahnhof besitzt ein Bahnsteiggleis und gehört der Bahnhofskategorie 6 an. Er wird werktags von bis zu 40 Zügen der Südostbayernbahn bedient. Der Haltepunkt Tulling befindet sich, ebenso wie der größere Bahnhof im Kerndorf Steinhörings, im Gebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV).

Lage[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Tulling befindet sich eingebettet in der Mitte des Ortes. Wenige Meter nördlich befindet sich ein P+R-Parkplatz sowie ein Fahrrad-Unterstand für Pendler, ein Stück weiter nördlich bereits die B 304.

Busverbindung[Bearbeiten]

Ebenso befindet sich am Bahnhof seit dem 14. Dezember 2014 eine Bushaltestelle der MVV-Rufbuslinie 443. Die Rufbuslinie verkehrt vom Bahnhof Steinhöring über die im Zentrum der Gemeinde liegenden Haltestelle „Steinhöring, Gh. Post“ und die Ortsteile Abersdorf, Niederaltmannsberg, St. Christoph, Oberseifsieden, Unterseifsieden, Holzhäuseln, Endorf, Oed, Tulling und Sensau weiter in den Gemeindebereich der im Süden angrenzenden Gemeinde Frauenneuharting. Zahlreiche Ortsteile erhielten durch die neu eingeführte Rufbuslinie erstmals Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr.[3][4] Aufgrund der positiven Resonanz aus Fahrgastkreisen werden ab 30. März 2015 der Fahrplan verdichtet und neue Haltestellen in Betrieb genommen. Neu hinzu kommen die in der Berger Straße (Steinhöring) gelegenen Haltestellen, „Steinhöring Rathaus“ sowie „Steinhöring Berger Str.“, die jeweils in eine Richtung betrieben werden, eine Haltestelle im Ortsteil Berg und Bedarfshaltestellen in Schützen und Graben.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Tulling wurde im Zuge des Baus der Bahnstrecke Grafing-Wasserburg am 1. Oktober 1903 eröffnet. Der Haltepunkt Tulling verfügte über ein Empfangsgebäude mit einem Dienst- und einen Wohnraum für den Bahnbediensteten, im Erdgeschoss gab es einen Warteraum für Fahrgäste. Für den Güterverkehr war ein weiteres Gleis mit einer Ladestraße vorhanden. Das Bahnhofsgebäude ist inzwischen nicht mehr besetzt und das Gütergleis wurde abgebaut.

Der Haltepunkt verfiel in den 1980er-Jahren zunehmend, da eine parallele Buslinie nach Wasserburg zum MVV-Tarif bis Tulling eingeführt wurde. Dazu kam, dass im März 1987 nach schweren Regenfällen ein Teilstück der Wasserburger Stadtbahn unterspült und unbefahrbar wurde. Die DB leitete daraufhin ein Stilllegungsverfahren für die Strecke ein. Dieses wurde von regionaler Ebene hingegen abgelehnt. Bis Mitte der 1990er-Jahre sank die Anzahl der Zugpaare werktags auf eins.

Eine Renaissance erfuhr die Strecke und damit auch der Haltepunkt Tulling mit der Einführung des sogenannten Bayern-Takts 1996. Der von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft als Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Bayern bei der zum 1. Januar 1994 aus der Deutschen Bundesbahn hervorgegangenen DB Regio AG bestellte Fahrplan sah werktags neun Zugpaare vor. Da diese meist wieder über Ebersberg hinaus bis Grafing Bahnhof verkehrten, wo nicht nur zur S-Bahn, sondern auch zu schnellen Regionalzügen Anschlüsse hergestellt werden konnten, verkürzte sich die Fahrzeit von Wasserburg nach München deutlich. Eine weitere Ausweitung des Angebots erfolgte zum 10. Juni 2001. Seither bestehen in den morgen- und abendlichen Hauptverkehrszeiten direkte Fahrtmöglichkeiten zwischen Wasserburg Bahnhof und München. Ebenfalls wurde der Abschnitt Ebersberg–Tulling der Bahnstrecke in den Tarifbereich (wie die o. g. in den 1980er Jahren eingerichtete Buslinie) des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes aufgenommen. 2004 wurde die Strecke modernisiert und mit Y-Schwellen ausgestattet. In den darauffolgenden Jahren stieg die Anzahl der Fahrgäste stetig an, sodass neben Steinhöring auch andere Gemeinden eine Verdichtung der Fahrpläne forderten. Aufgrund der Eingleisigkeit der Strecke von Wasserburg bis Grafing Bahnhof gestaltete sich diese Aufgabe ohne Baumaßnahmen schwer.

Am 23. Juli 2009 unterzeichneten das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und die Südostbayernbahn eine "Verkehrliche Aufgabenstellung". Darin wurde der Bau einer Ausweiche in Steinhöring sowie die Anhebung der Streckengeschwindigkeit auf 80 km/h durch die Bahn vereinbart. Die Finanzierung der hierfür notwendigen 6,8 Millionen Euro sollte aus Bundesmitteln erfolgen. Im Gegenzug wollte der Freistaat Bayern nach Fertigstellung der Infrastruktur vermehrte Verkehrsleistungen bestellen.[6] Der vorhandene Bahnsteig wurde im Zuge der Baumaßnahmen 2012 abgerissen und auf 120 Meter Länge mit einer Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern neu erbaut. Der Bahnsteig kann im Falle einer Verlängerung der S-Bahn Linie durch eine Erhöhung einfach auf 96 Zentimeter Bahnsteighöhe ausgebaut werden. Der Bahnhof wird nun werktags stündlich in jede Richtung angefahren. Am Wochenende fahren die Züge durchgängig alle zwei Stunden. Im Zuge der Fahrplanverdichtung fahren die Züge von 5:25 Uhr morgens bis 0:35 Uhr in der Nacht. [7]

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) beabsichtigt das Angebot weiter auszubauen und ab Dezember 2016 im Zuge einer durch die Südostbayernbahn gewonnenen Neuausschreibung der Regionalbahnverkehre auch am Wochenende die Einführung des 60-Minuten-Taktes. Zudem wird beabsichtigt, künftig zusätzliche Abendzüge zu bestellen.[8] Auch möglich ist laut Bahn, die Elektrifizierung der Strecke bis Wasserburg und die Verlängerung der S-Bahn-Linie über Tulling bis Wasserburg.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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