Gunnar Berghöfer

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Gunnar Harald Berghöfer (* 7. März 1946 in Bad Pyrmont) ist ein deutscher Kardiologe.

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Biographie[Bearbeiten]

Berghöfer stammt aus einer niedersächsischen Arztfamilie. Sein Vater praktizierte als Internist und Badearzt in Bad Pyrmont. Nach dem Abitur 1966 studierte Berghöfer zunächst in Kiel Psychologie, ab 1968 Humanmedizin an der Freien Universität Berlin und erhielt seine Approbation 1976. Seine klinische Ausbildung erhielt er im Klinikum Charlottenburg, heute Charité – Universitätsmedizin Berlin, bei Prof. Horst Schmutzler. 1986 erwarb er die Facharztbezeichnung für Innere Medizin und begann mit der invasiven Kardiologie. Die Teilgebietsbezeichnung Kardiologie folgte 1991. 1992 bis 1993 war Berghöfer Abteilungsleiter der kardiologischen Abteilung des Städtischen Klinikums Dessau und baute dort die Herzkatheterabteilung auf. 1993 führte Berghöfer die ambulante Herzkatheteruntersuchung und Intervention mit eigenem Herzkatheterlabor in Berlin ein und betreibt seitdem mit drei weiteren Kollegen das Hochleistungszentrum Interventionelle Kardiologie Spandau (IKS).

Wissenschaftliche Tätigkeit[Bearbeiten]

Ende der 80er Jahre entwarf Berghöfer ein Modell zur Therapie der Hypertrophen Kardiomyopathie (HOCM) mittels invasiver Therapie. Die Verdickung des Septums des Herzens sollte durch einen Verschluss der zuführenden Blutgefäße mit einem Herzkatheter verringert und damit die Pumpleistung des Herzens verbessert werden. Berghöfer publizierte seine Ausarbeitungen jedoch nicht. Ähnliche Überlegungen wurden u.a. auch von Ulrich Gleichmann, Hubert Seggewiß und Horst Kuhn angestellt, die Ende der 80 und Anfang der 90 Jahre erste Patienten mit dieser Methode behandelten. Die Methode wurde schließlich 1994 von Ulrich Sigwart in London eingeführt. Heute zählt die Weiterentwicklung zur Perkutanen Alkohol Septum Ablation (syn: Transseptale Ablation der Septumhypertrophie, TASH) zur gängigen interventionellen Therapie der HOCM.

In den 90er Jahren begleitete Berghöfer die Entwicklung einer neuen Behandlungsform für schwerst und therapierefraktär erkrankte Patienten mit Depression mittels hochdosierter Gabe von Schilddrüsenhormon, indem er die Patienten unter dieser Therapie kardiologisch überwachte und langzeitbetreute.

Berghöfer ließ sich 1991 die Entwicklung eines Herzkatheters mit eingelagertem, verschiebbarem Draht patentieren (Patent Nr. 41 22 909), der sowohl für die Einführung in den linken Ventrikel des Herzens geeignet ist als auch für die anschließende Druckmessung in der Herzkammer, indem durch die Verschiebung des Führungsdrahtes die Konfiguration des Katheters während der Untersuchung geändert werden kann.

Literatur[Bearbeiten]

H. Seggewiß, U. Gleichmann. Entwicklung der Kathetertherapie bei hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie. Informationsblatt des Herzzentrums Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen. Fortschritte der Forschung, 23-32.

H. Seggewiß, U. Gleichmann, L. Faber, D. Fassbender, H.K. Schmidt, S. Strick. Percutaneous transluminal septal myocardial ablation in hypertrophic obstructive cardiomyopathy: acute results and 3-months follow-up in 25 patients. JACC 1998;31:252-258

M. Bauer, A. Berghöfer, T. Bschor, A. Baumgartner, U. Kiesslinger, R. Hellweg, M. Adli, C. Baethge, B. Müller-Oerlinghausen. Supraphysiological doses of L-thyroxine in the maintenance treatment of prophylaxis-resistant affective disorders. Neuropsychopharmacology 2002; 27: 620-628

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