Greenkids

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Greenkids e.V.
Bild:Greenkids-logo.png
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 15. September 1995
Sitz Magdeburg
Ursprung Greenteam-Magdeburg
Aktionsraum Magdeburg, Norddeutschland, Europa
Schwerpunkt Umweltschutz, Jugendarbeit
Methode Veranstaltung
Angestellte keine

Der Verein Greenkids e.V. hat seine Wurzeln im Greenteam|Greenteam-Magdeburg . Seit 1995 agiert die unabhängige Magdeburger Jugend-Umweltorganisation in der Landeshauptstadt und tritt spätestens seit 2004 mit den Kampagne|Kampagnen gegen das Endlager Morsleben und zu den politischen Auswirkungen der Tabakwirtschaft[1] auch bundesweit auf. Greenkids-Aktivist|AktivistInnen haben in den letzten 12 Jahren an der Wahrnehmung ökologischer Themen in Magdeburg vor allem durch Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit wesentlich mitgewirkt. Der Verein ist Herausgeber der Zeitung für 'Umweltschutz von unten' grünes blatt.

Geschichte[Bearbeiten]

1993 gründeten einige Kinder das Greenteam-Magdeburg als Greenpeace-Jugendgruppe. Ausgelöst wurde dies durch die Euphorie, die ein Besuch des in Magdeburg angelegten Greenpeace-Schiffes "Beluga (Schiff)" hervorgerufen hatte. Aus der kleinen Gruppe, die sich Greenpeace-Themen wie Regenwald-Schutz oder Walfang widmete und auch auf lokale Umweltprobleme, z.B. Müll an Schulen, den Schutz des Biotop|Biotops "Schrotestau" und den Bau einer neuen Tankstelle aufmerksam machte, entwickelte sich schnell ein agil|agiler Aktionszusammenhang.

In den Jahren um 1994-1996 gab es eine starke Fluktuation unter den Mitgliedern der Gruppe. Im Durchschnitt waren in diesen Jahren ständig etwa 40 Kinder und Jugendliche beim Greenteam-Magdeburg und später bei Greenkids aktiv. Diese waren häufig nur für kurz Projektphase|Phasen intensiv engagiert, machten danach aber auch wieder andere Sachen. Ende der 1990er Jahre schrumpfte die Zahl der Mitglieder auf etwa 15 bis 20 aktive Personen. Ab 2000 wirkten wieder mehr AktivistInnen bei der Jugend-Umweltschutzorganisation mit, was einen wesentlichen Hintergrund darin haben könnte, dass weniger Bedeutung auf formale Mitgliedschaft sondern auf tatsächliche Beteiligung gelegt wurde.

Anfang der 1990er Jahre[Bearbeiten]

Schnell wurde das Atommülllager Morsleben ein wichtiges Thema. Nur etwa 60 bis 80 Kilometer von Magdeburg war diese Altlast aus DDR-Zeiten für die Gruppe recht naheliegend. Erste Kontakte mit der Anti-Atom-Bewegung entstanden aus den Protest|Protesten gegen die Atommüllkippe Morsleben, die seit 1994 von der Bundesregierung (Deutschland) intensiv weiterbefüllt wurde. Lokale Themen wie Innenstadt-Verkehrskonzepte oder das Müllaufkommen an Magdeburger Schulen nahmen bei den Aktivitäten einen wichtigen Rang ein. Mehrfach fanden öffentlichkeitswirksame Termine mit hohen Stadtvertretern statt, beispielsweise zur Übergabe von Unterschriftensammlungen.

Schon nach kurzer Zeit professionalisierte sich das Auftreten der Gruppe: Pressesprecher wurden benannt, ein Spendenkonto eingerichtet, Kooperationen mit anderen Organisationen aufgenommen. Eigentlich normale Elemente der Arbeit politischer Gruppen, aber scheinbar im Widerspruch zum Greenteam-Konzept von Greenpeace. Die Hamburg|Hamburger Zentrale der bekannten Umweltschutzorganisation stellte sich darunter eher kleine, weniger formal organisierte Grüppchen von Kindern vor, die von ihren Eltern unterstützt werden. Klar definiert waren die Greenteams nicht, aber von Hamburg wurden die oben genannten Punkte kritisiert. Ebenso die über die von Greenpeace vorgegebenen Themen hinausgehenden Aktivitäten.

Anlass für den Konflikt mit Greenpeace war eine Fahrt eineR Greenteam-AktivistIn nach Hamburg, um dort um finanzielle Unterstützung für die Gruppe zu bitten. Von Greenpeace wurden drei Alternativen zur Wahl gestellt: die Aktivitäten des Greenteam-Magdeburg auf Greenpeace-Themen reduzieren, jede einzelne Aktion vorher mit der Hamburger Zentrale absprechen oder einen eigenen Verein gründen, der dann aber nicht "Greenteam" heißen dürfte. Die AktivistInnen entschieden sich für die dritte Variante und gründeten einen eigenen, jetzt von Greenpeace unabhängigen Verein. Da das Greenteam damals in Magdeburg recht bekannt war, sollte der Name einen Wiedererkennungseffekt auslösen. So wurde am 15. September 1995 aus "Greenteam-Magdeburg" der Verein "Greenkids Magdeburg".

Mitte der 1990er Jahre[Bearbeiten]

Schon nach einem Jahr sorgten interne Querelen in dem Verein für erhöhte öffentliche Wahrnehmung für die Organisation. Nach der knappen Abwahl des Vorsitzenden hatte dieser mehreren offiziellen Stellen die Auflösung des Vereins mitgeteilt, Fördermittel konnten nicht in Anspruch genommen werden, das Spendenkonto war nicht mehr verfügbar und die Vereinsräume durften von einem Vorstandsmitglied nicht mehr betreten werden. Die Auseinandersetzung führte auch zu Nachfragen beim Oberbürgermeister der Stadt, so dass es schließlich in einer Schlagzeile der regionalen Tageszeitung "Volksstimme" hieß: "Selbst OB weiß nicht, wer die Greenkids vertritt".

Diese Auseinandersetzung schadete dem Verein zumindest intern: Etwa die Hälfte der Mitglieder verließ die Gruppe, weil sie auf diese Konflikte keine Lust hatten. Zwar kamen neue Mitglieder hinzu und einige Organisationen in Magdeburg freuten sich über den in ihren Augen von vorher undemokratischen Zuständen befreiten, emanzipierteren Verein, die alten Mitgliederzahlen konnten aber nicht mehr erreicht werden. Gemeinsame Aktionen (z.B. Sitzblockaden, Demos, öffentlichkeitswirksame Aktivitäten) folgten mit einer unabhängigen Gruppe gegen das Duales System Deutschland|Duale System Deutschland (DSD) in Wernigerode oder gegen die Einlagerung|Einlagerungen im Endlager Morsleben (ERAM).

Es entstanden nun intensive Kooperationen mit der NAJU und der BUNDjugend in Sachsen-Anhalt. Auch der Kontakt zu kleineren Umweltgruppen in der Stadt verbesserte sich, so z.B. zum Ökozentrum und -institut (ÖZIM). 1998 besprachen die VertreterInnen von Greenkids, NAJU Sachsen-Anhalt und BUNDjugend Sachsen-Anhalt beim Jugendumweltkongress in Münster (Westfalen)|Münster die Gründung eines Jugend-Umwelt-Netzwerkes für das Bundesland (Deutschland). Dieses Netzwerk sollte vergleichbar dem niedersächsischen JANUN aufgebaut sein. Diese Idee scheiterte allerdings daran, dass es nicht gelang, andere sachsen-anhaltinische Umweltgruppen einzubinden und mangels personeller Kapazitäten.

Ein wichtiges Ergebnis der Kooperation zwischen den Jugend-Organisationen der Umweltverbände in Sachsen-Anhalt und den Greenkids war seit dem 25. Februar 1998 die gemeinsame Trägerschaft des grünen blatts. 1999 erschien die erste Zeitung mit eigenen Mitgliederseiten von BUND, NABU und ÖZIM. Diese Sonderseiten, die die Netzwerk-Verbände selbst füllen konnten, wurden nur einige Ausgaben lang beibehalten, da die Betreuung der Seiten durch die Organisationen nicht funktionierte.

Anfang 1996 startete Greenkids eine Kampagne für eine verkehrsberuhigte Innenstadt mit einer Unterschriftensammlung und Öffentlichkeitsarbeit. Sie beteiligten sich auch an der Kampagne Mobil ohne Auto (MoA)[2].

Im Rahmen einer Müllkampagne fand im März 1996 eine Begehung der Magdeburger Mülldeponie Cracauer Anger statt. Es folgen kreativ|kreative Aktionen wie der Tausch von Baumwollbeutel gegen Plastiktüte|Plastiktüten in der Magdeburger Innenstadt, im Dezember des Jahres wurden umweltfreundlich verpackte kleine Geschenke an PassantInnen verteilt, um für ein ökologisches Weihnachten zu werben. Da die "Tüten-Tausch-Aktionen", bei denen auf den immensen Plastikmüll aufmerksam gemacht wurde, der jeden Tag in der Konsummeile der Innenstadt produziert wird, werden diese in den Folgejahren (1997) mehrfach wiederholt. Mit öffentlicher Begleitung werden der Karstadt-Leitung Anfang 1998 die bei den Aktionen gesammelten Tüten zurückgegeben und zu ökologischerem Verhalten aufgefordert.

Eine Demonstration gegen einen Tankstellenbau in der Rogätzer Straße wurde u.a. von Greenkids durchgeführt. Die Kinder produzierten eigene Flugblatt|Flugblätter und verteilten diese in der Stadt.

Zum Weltumwelttag am 5. Juni 1996 veranstalten die Greenkids erstmals eine Podiumsdiskussion unter dem Motto "Verkaufen die Erwachsenen unsere Zukunft?" mit PolitikerInnen unter Moderation einer Mitteldeutscher Rundfunk|MDR-Journalistin.

Ab Ende der 1990er Jahre beteiligten sich Greenkids-AktivistInnen vermehrt auch an bundesweiten Anti-Atom-Protesten, so z.B. gegen die Castor-Transporte ins Transportbehälterlager Gorleben|Zwischenlager Gorleben und gegen die Errichtung des Zwischenlager Nord|Zwischenlagers Nord (ZLN) für Atommüll in Lubmin|Lubmins. AktivistInnen fahren zu Demonstrationen, veranstalten Mahnwachen und organisierten die Besichtigung der Atomkraftwerk|Atomkraftwerke Kernkraftwerk Brokdorf|Brokdorf und Kernkraftwerk Krümmel|Krümmel. Auch um regenerative Energien drehen sich die Aktivitäten des Vereins. Sie beteiligten sich an u.a. am Projekt JETI Magdeburg (Jugend Energie Tage in Magdeburg) und der gRADwanderung, zwei Projekten der BUNDjugend

Außerdem startet 1996 die #Naturschutzkampagne|Naturschutzkampagne der Greenkids mit einer Bachpatenschaft und ersten Veranstaltungen.

1997 beginnen die Greenkids auch zur Gentechnik erste Aktionen und Infostände in der Landeshauptstadt zu veranstalten. Inspiriert wurden sie dabei von einer Greenpeace-Kampagne gegen Grüne Gentechnik|genmanipuliertes Soja.

Neues Jahrtausend[Bearbeiten]

Mit den Erfahrungen und neuen Kontakten in die Umweltszene und zu anderen politischen Organisationen weiten sich auch die Themengebiete, zu denen der Verein arbeitet. So bezieht er nun kritische Positionen zur EXPO 2000 in Hannover und zur Klimaschutzpolitik der Bundesregierung.

Zusammen mit der BUNDjugend wird nun ein weiteres Seminar, diesmal mit dem Schwerpunkt Energie veranstaltet. Neben einer ersten Anti-Castor-Demo in Magdeburg sind Greenkids an der Organisation des "Regenerative Energien Tages" beteiligt, bei dem mehrere Umweltorganisationen und ein Ökostromversorger dabei sind. Als 2001 der erste Castor-Transport nach Gorleben seit dem 1998 von Bundesumweltminister|Bundesumweltministerin Angela Merkel verhängten Transportestopp stattfinden soll, laden die Greenkids zu einem Koordinierungstreffen für eine Protestkampagne in Magdeburg ein. Daraus entsteht das AntiCastorNetz, ein Zusammenschluss von Magdeburger Organisationen und Einzelpersonen gegen Atomkraft. Auch bei Greenkids dominieren im ersten Halbjahr 2001 die Anti-Atom-Aktivitäten, da in den ersten Monaten fast jeden Tagen Aktionen, Veranstaltungen oder Treffen stattfinden. Spezialthema, zu dem intensive Hintergrundrecherchen geführt werden, ist ab 2003 das Atommüll-Endlager Morsleben.

Parallel läuft die Naturschutzkampagne mit Nistkasten-Bauaktionen, Exkursionen und einem Seminar weiter.

Eine Verknüpfung von Umweltschutz, Antifaschismus, sozialer Aktivitäten, der Idee "einer Welt" und vielen anderen politischen Themen wird mit einem gemeinsam mit anderen Organisationen vorbereiteten Straßenfest unter dem Motto "Die Saat geht auf..." im Oktober 2001 versucht. Die Veranstaltung ist Teil der Vernetzung emanzipatorischer Gruppen in Magdeburg, die 2002 ihren Höhepunkt mit regelmäßigen strömungsübergreifenden Veranstaltungen und Kooperationen findet. Im Folgejahr findet eine zweite solche Gemeinschaftsveranstaltung statt und von autonomen Gruppen und Umweltorganisationen wird gemeinsam ein Anti-McDonalds-Tag mit Straßentheater, Volxküche und Infoständen in der Innenstadt veranstaltet. Zwischen Weihnachten und Neujahr startet im Blutspendedienst des Uniklinikum|Uniklinikums die Ausstellung "Öko-aktiv in Magdeburg", die diese gemeinsamen Aktivitäten dokumentiert.

Eine weitere im deutschsprachigen Raum einzigartige Kampagne trägt den Titel "Umwelt-Tabak-Gesundheit" und beginnt im Jahr 2004. Sie will alle politisch relevanten Aspekt|Aspekte der Tabakwirtschaft untersuchen und öffentlich thematisieren. Verpflechtungen zwischen Tabakkonzernen und rechtsextremen Organisationen, Umweltauswirkungen des Tabakanbaus, Tierversuche für die Tabakwirtschaft, Ausbeutung von TabakpflanzerInnen, gesundheitliche Folgen sowie die Finanzierung von Militär und Hardliner-Innenpolitik durch die Tabaksteuer waren solche Aspekte, die behandelt wurden. Es wurden Kooperationen mit anderen Akteur|Akteuren aus dem Antifa-, eine-Welt-, Umwelt-, Gesundheits-, Friedens- und Tierrechts-Bereich angestrebt. Zu der Kampagne wurde öffentlich eingeladen. Bis Oktober 2004 fanden unzählige Treffen und Veranstaltungen in Magdeburg statt. Hintergrundrecherchen wurden geführt und eine Veranstaltungswoche im Herbst des Jahres organisiert. Diese setzte sich aus mehreren Informations- und Diskussionsabenden zu Tabak-Aspekten, einem Kinoabend mit dem Produzenten des Films "Rauchopfer" und der gemeinsam mit der Fachhochschule|Hochschule Magdeburg/Stendal ausgerichtete Tagung "Umwelt-Tabak-Gesundheit" zusammen. Mit einer Aktion zum Weltnichtrauchertag schafften es Greenkids erstmals medial bis in die Tagesschau (ARD)|Tagesschau. Eine Hintergrundbroschüre und weitere, nun häufig in anderen Städten stattfindende Veranstaltungen schlossen sich dem an. 2005 endete die Kampagne; das Thema "Umwelt-Tabak-Gesundheit" wird nun auf niedrigerem Niveau - laufende Ergänzung der Hintergrundinformationen und vereinzelte Veranstaltungen - fortgeführt.

Projekte und Kampagnen[Bearbeiten]

Zu Beginn der 1990er Jahren waren die Magdeburger Verkehrspolitik, der Geschütztes Biotop|Geschützte Biotop "Schrotestau", das Thema Müll und der Widerstand gegen das Endlager Morsleben die wichtigsten Kampagnen-Schwerpunkte des Greenteam-Magdeburg. Ab etwa 1996 konzentrierten die AktivistInnen ihre Arbeit auf die Naturschutzkampagne, Anti-Atom-Arbeit, Müll und Gentechnik. Auch nach der Jahrtausendwende haben die Naturschutzkampagne und die Aktivitäten gegen die Atomenergie ihre Bedeutung für die Aktivitäten des Vereins behalten. Hinzugekommen sind 2003 die Kampagne zum Endlager Morsleben und 2004 die Kampagne "Umwelt-Tabak-Gesundheit". Seit 2006 werden die Anti-Atom-Aktivitäten in der Kampagne "Europas Atomerbe"[3] weitergeführt und auch auf andere europäische Länder erweitert.

Regelmäßig wurden ab 2001 Mahnwache|Mahnwachen, Infostände und andere Aktionen zur Erinnerung an den Atombombe|Atombomben-Abwurf auf Hiroshima/Nagasaki (2001-2006, außer 2004) und an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (1996-1997, 2000-2004, 2006) organisiert. Mit ökologischen Bastelständen beim FerienAuftakt-Fest in Magdeburg-Buckau|Buckau, zu Ostern (2004-2006) und zu Weihnachten (1997-2006) richten sich die Greenkids vor allem an Kinder und wollen dabei ein Bewusstsein für Umweltthemen wecken. Auch zu den jährlichen Welt-Umwelttagen (1996, 1997) organisierten die AktivistInnen Infostände. 1997 und 1998 war der Verein mit Ständen auf dem Sachsen-Anhalt-Tag vertreten.

Naturschutzkampagne[Bearbeiten]

Am 30. November 1995 unterzeichneten Vertreter des Staatlichen Amtes für Umweltschutz (StAU) und der Greenkids einen Bachpatenschaftsvertrag über den "Schrotestau" in Magdeburg-Diesdorf. Dort fanden über das ganze folgende Jahr regelmäßige Aktionen statt.

Eine Pflanzung an der Großen Sülze, einem kleinen Bach im Bereich Magdeburg-Olvenstedt, erweiterte im Frühjahr 1996 die Naturschutzaktivitäten um ein weiteres Biotop, das Flächennaturdenkmal an der alten Ziegelei.

Mit naturkundlichen Exkursionen beispielsweise zum Naturschutzgebiet Kreuzhorst, zur Große Sülze|Großen Sülze oder auch in den Biederitzer Busch wurden seit 1996 Magdeburger Naturgebiete erkundet und auch andere junge Leute für die Umwelt vor der Haustür sensibilisiert. Weitere Exkursionen führten zum etwa 25 Kilometer entfernten Niegripper See und in den Herrenkrugpark.

Den Höhepunkt der Naturschutzkampagne bildeten die Jahre 1996 und 1997, in denen die beiden Biotope an der Großen Sülze und am Schrotestau betreut wurden. Hier fanden Vogelarten- und Pflanzenbestimmungen statt, Gewässergüte|Gewässergüteuntersuchungen wurden vorgenommen und regelmäßig der Kontakt zu den zuständigen Behörden aufgenommen. An der Schrote wurde auch die Vernetzung mit Organisationen, die an anderen Bachabschnitten aktiv waren, versucht. Diese Kontakte kamen jedoch nur kurzzeitig zustande. Zusammen mit UmweltaktivistInnen der BUNDjugend wurde im Sommer 1997 ein Naturschutzseminar veranstaltet.

Nach einer mehrjährigen Unterbrechung wird 2002 die Naturschutzkampagne neu gestartet. Es finden wieder regelmäßige Treffen am Schrotestau statt, Exkursionen werden organisiert und Vorträge veranstaltet. Da nun aber mehr als bisher auf Einführungsveranstaltungen und Basiswissen-Vermittlung gesetzt wird und weniger kontinuierliche Arbeiten an konkreten Biotopen stattfinden, hat die Kampagne seither eine vor allem inhaltliche Ausrichtung, Aktionen und langfristige Dokumentationsarbeiten finden kaum noch statt.

Morsleben-Kampagne[Bearbeiten]

2003 beginnt die Morsleben-Kampagne mit einer Informationsveranstaltung "Einsturzgefahr in der Tropfsteinhöhle" - der Titel ist eine Anspielung auf eine Bezeichnung der Umweltschutzorganisation Greenpeace für das an etwa 20 Stellen leckende Endlager. Im Oktober findet ein erstes Gespräch mit dem Präsident (Verwaltung)|Präsidenten des Bundesamt für Strahlenschutz in Berlin statt. Inzwischen laufen die Recherchen in verschiedenen staatlichen und privaten Archiven an. Es geht um die "Aufarbeitung der Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts", wie auch der Projekttitel besagt. Einen ersten Höhepunkt der nun laufenden Kampagne bildet das "Morsleben-Seminar" - seit mehr als einem halben Jahrzehnt die erste morsleben-kritische Veranstaltung. Aus dieser heraus wird das "Morsleben-Netzwerk" gegründet - ein informeller Zusammenschluss von Umweltorganisationen und einzelnen Menschen, die die Stilllegung des Endlagers kritisch begleiten wollen.

Nach dem Seminar fand sich eine neue lokale Morsleben-Gruppe zusammen, die nun intensiv an der Erarbeitung von Hintergrundinformationen zum ERAM (Endlager für radioaktiv|radioaktive Abfälle Morsleben) arbeitete. Die erste Station der Öffentlichkeitsarbeit, die eine Sensibilisierung für die noch viele Generationen betreffenden Gefahren dieser Atomanlage bewirken soll, war die Ausstellung "Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts". Zum ersten Mal wurde diese im Herbst 2004 im Blutspendedienst des Magdeburger Uniklinikums eröffnet. Später wurde sie an vielen anderen Orten gezeigt, u.a. in der Grenzkontrollpunkt Helmstedt-Marienborn|Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Bis Ende 2006 hatten mehr als 25.000 Menschen die Ausstellung besucht.

Weitere Publikationen, die in diesen Jahren entstanden, sind die Broschüre "Die (DDR-)Geschichte des Atommüll-Endlagers Morsleben", die in Kooperation mit der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen produziert wurde, und die Studienarbeit "Security Policy|Security Policies am Beispiel des Endlagers Morsleben". Die Recherche|Recherchen wurden in mehr als einem Dutzend Archiv|Archiven geführt, u.a. im Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv und in den Stasi-Akten. Dadurch wurden bisher über 2.500 Dokumente gefunden, die im Morsleben-Archiv gesammelt werden und in den nächsten Jahren ausgewertet und in Form neuer Publikationen aufbereitet werden sollen. Inzwischen geht die Suche nach Hintergrundmaterial weiter - unzählige Aktenbestände sind für die kritische Bewertung noch unerschlossen.

Mit dieser Kampagne verschaffte sich der Verein eine Fachkompetenz, die derzeit in keiner Umwelt-Nichtregierungsorganisation|NGO zum Endlager Morsleben vorhanden ist. Seit etwa 1999 hatten alle früheren Akteure gegen das Endlager weitestgehend zurückgefahren. Durch die kontinuierliche Berichterstattung, tagesaktuelle Pressearbeit, díe Wanderausstellung und unzählige Veranstaltungen auf Camps, Kongress|Kongressen und in den verschiedensten Städten hat sich die Kampagne als Ort unabhängiger Kritik am ERAM etabliert. Häufig fragen MedienvertreterInnen bei Greenkids nach aktuellen Stellungnahme|Stellungnahmen an, wenn sie zuvor Vertreter des Endlagers oder des zuständigen Bundesamtes für Strahlenschutz Interview|interviewt haben.

Europas Atomerbe[Bearbeiten]

Seit Februar 2005 läuft die Kampagne "Europas Atomerbe". Sie führt die Anti-Atom-Aktivitäten der Greenkids zusammen und stellt einen Rahmen für eine atomkraftkritische Vernetzung zur Verfügung. Durch die organisierten Zuschüsse der Europäischen Union können Informationsmaterialien, Plakate und Postkarten produziert werden. Aktivitäten in unterschiedlichen Städten können inhaltlich vernetzt werden. Schwerpunkte der Kampagne sind die europäische Atompolitik, Standorte und kritische Initiativen, Endlager und Atommüll-Aufkommen.

Erste Besichtigungen von Atomanlagen fanden 2006 im Endlager Gorleben und Anfang 2007 im finnischen Olkiluoto statt. Auf die Führung folgten Fachgespräche mit den Betreibern und mit KritikerInnen. Geplant sind weitere Exkursionen zu den Endlagerstandorten im französischen Bure, im schweizerischen Benken und in Großbritannien. Auch in der BRD soll es noch einige Besichtigungen von Atomkraftwerken und -fabriken geben.

Noch in Arbeit sind Hintergrundrecherchen zu europäischen Atomanlagen, EURATOM und einer Gegenüberstellung der Atompolitik der EU-Staaten. Dazu sollen Faltblätter und Infobroschüren entstehen sowie Veranstaltungen organisiert werden. Die Vernetzungsaktivitäten haben bereits zu Kontakten in Österreich, Italien, Frankreich und Finnland geführt. Weitere Kooperationen werden angestrebt.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Broschüre "Unsere Umwelt - Unsere Zukunft" (1995)
  • Broschüre "Umweltschutz in Magdeburg" (1998)
  • Faltblatt "Umweltschutz im Internet" (1998)
  • Broschüre "Umwelt-Tabak-Gesundheit" (2005)
  • Broschüre "Die (DDR-)-Geschichte des Atommüll-Endlagers Morsleben" (2005)
  • Faltblatt "Morsleben - Geschichte eines umstrittenen Atomprojekts" (2005)
  • Studienarbeit "Security Policies am Beispiel des Endlagers Morsleben" (2005, 2006)
  • Broschüre "GüteSiegel für die Umwelt" (2006)

Initiativen[Bearbeiten]

Aus dem Kreis von Greenkids-AktivistInnen wurden mehrfach neue Initiativen und Kampagnen in Magdeburg gegründet:

  • 1996: MitorganisatorInnen der ostdeutsch|ostdeutschen Großdemonstration zum zehnten Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Katastrophe von Tschernobyl|Tschernobyl - 3.000 DemonstrantInnen kommen nach Magdeburg
  • 2000: Gründung einer Initiative für ein Ökologisches Projekthaus in Magdeburg[4]
  • 2001: Gründung des AntiCastorNetz Magdeburg[5]
  • 2002: Organisationsübergreifende Kampagne "Bildung von unten"[6] und Initiative für eine Vernetzung emanzipatorischer Gruppen in Magdeburg[7] und Mitorganisation der Tagung "Tschernobyl und die DDR" in Magdeburg
  • 2003: Gründung des Magdeburger Friedensbündnis "Frieden jetzt!"
  • 2004: Gründung des Morsleben-Netzwerk[8], Mitorganisation des Elbe-Saale-Camp bei Schönebeck und Mitorganisation des Jugendumweltkongress 2004/2005 in Magdeburg
  • 2005: Gründung des Jugend-Umweltbüros Magdeburg[9]
  • 2006: Mitorganisation eines organisationsübergreifenden Aktionstages[10] zum 20. Tschernobyl-Jahrestag

Darüberhinaus gab es eine Vielzahl weiterer Initiativen aus Greenkids-Kreisen, die sich mit anderen Themen befassten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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