Grünes blatt (Zeitschrift)

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grünes blatt

Beschreibung Zeitung für 'Umweltschutz von unten'
Verlag SeitenHieb Verlag
Erstausgabe 14. Dezember 1995
Erscheinungsweise vierteljährlich
Verbreitete Auflage 800 Exemplare
Chefredakteur keinE
Herausgeber Greenkids e.V.
Weblink http://gruenes-blatt.de/wiki
ISSN

Das grüne blatt ist eine "Zeitung zu 'Umweltschutz von unten'". Es wurde am 14. Dezember 1995 erstmals veröffentlicht und ging aus den "Greenteam-News", einer Zeitung der Greenpeace-Jugendgruppe "Greenteam-Magdeburg" hervor. In den ersten zehn Jahren wurde es von der Magdeburger Jugend-Umweltschutzorganisation Greenkids e.V. herausgegeben und erschien mit dem Untertitel "Zeitung aus der Jugend-Umweltbewegung". Seit 2007 verfolgt das grüne blatt ein neues Konzept: Schwerpunkt soll neben allgemeinpolitischen Themen auf einen Umweltschutz unter emanzipatorischen Blickwinkeln gelegt werden. Darüberhinaus tritt die Zeitschrift nun als Experiment für Horizontale Printmedien auf.

Über mehrere Jahre bestand der Trägerkreis der Zeitschrift aus BUNDjugend Sachsen-Anhalt, NAJU Sachsen-Anhalt, Ökozentrum und -institut Magdeburg/Sachsen-Anhalt e.V. und Greenkids e.V. Dieser Kreis wurde beim Jugendumweltkongress (JUKSS) 2006/2007 erweitert. Derzeit wird das grüne blatt von einem offenen Kreis von Öko-, Polit- und MedienaktivistInnen aus dem ganzen Bundesgebiet und darüber hinaus publiziert.

Geschichte[Bearbeiten]

Die "Greenteam-News" erschienen erstmals 1993/1994 als Zeitung des damaligen Greenteam-Magdeburg. Es handelte sich um eine zusammengetackerte Kopiensammlung von Schreibmaschinen-Texten, die von Greenteam-AktivistInnen verfasst worden waren und sich z.B. mit dem Regenwald oder Atomkraft und damit den jeweils aktuellen Greenpeace-Themen und den damit verbundenen Greenteam-Aktivitäten auseinandersetzten. Nach der Gründung des eigenständigen Vereins Greenkids e.V. wurden auch die Greenteam-News auf neue Füße gestellt. Es bildete sich eine feste Redaktion, Zuschüsse wurden beschafft und ein neuer Name gefunden: "grünes blatt".

1998 entstand ein neuer Trägerkreis für die Zeitung aus NAJU Sachsen-Anhalt, BUNDjugend Sachsen-Anhalt und Ökozentrum und -institut Magdeburg. Dies war der erste Schritt der Netzwerkbildung zwischen diesen Jugendorganisationen der Umweltverbände und weiterer Initiativen. 1999 erschien das erste grüne blatt mit eigenen Verbandsseiten von BUND, NABU und ÖZIM. Diese Sonderseiten, die die Netzwerk-Verbände selbst füllen konnten, wurden nur einige Ausgaben lang beibehalten, da die Betreuung der Seiten durch die Organisationen nicht funktionierte.

Wenige Jahre später entschieden die Herausgeber des grünen blatts, den Trägerkreis wieder auf die Jugendverbände zu reduzieren, da von deren Mutterorganisationen wenig konkrete Mitarbeit zu erwarten war. Die NAJU Sachsen-Anhalt beschloss ihre eigene Mitgliederzeitung "Ciconia News Network" (CNN) Sachsen-Anhalt in das grüne blatt aufgehen zu lassen. Damit wurde dies die Mitgliederzeitung der Naturschutzjugend in diesem Bundesland. Das Wegfallen der Verantwortung für die "eigene" Zeitung führte allerdings dazu, dass nur noch sporadisch Artikel vom NAJU-Landesverband verfasst wurden und das grüne blatt nie das Maß an Berichterstattung über die Verbandsaktivitäten erreichte, wie es die Ciconia News zuvor waren. Trotzdem wurde der Beschluss, das grüne blatt als Mitgliederzeitung zu führen, aufrechterhalten. NAJU-Mitglieder können daher in Sachsen-Anhalt das grüne blatt kostenlos abonnieren, da die Versandkosten vom Verband übernommen werden.

Die konkrete Beteiligung an der Redaktionsarbeit durch die Verbände nahm in den folgenden Jahren weiter ab. Sie sind weiterhin Teil der Redaktion, die Inhalte werden jedoch wesentlich von "freien" RedakteurInnen geprägt. Im wesentlichen beschränkt sich die Aktivität der Organisationen auf die Verteilung des grünen blatts an ihre Mitglieder oder Untergliederungen.

Seit Ende 2006 gibt es eine neue Runde von RedakteurInnen, LayouterInnen und weiteren MedienaktivistInnen, die das grüne blatt zu einem bundesweiten Medium für die Berichterstattung und Debatte um 'Umweltschutz von unten' weiterentwickeln wollen. Die bisherige Themenvielfalt soll dadurch nicht ersetzt, sondern um emanzipatorische Umweltthemen ergänzt werden. Die Kooperationen mit anderen linken Zeitungen führten zu neuen Abonnements im ganzen Bundesgebiet. Durch den Verbreitungszuwachs entstanden Engpässe bei der Erfüllung des Bedarfs an Zeitungen. Mit der Ausgabe Frühsommer 2007 soll die Auflage um einige hundert Exemplare vergrößert werden.

Themen[Bearbeiten]

Häufige Schwerpunkte im grünen blatt sind Atompolitik (hier vor allem das Endlager Morsleben und Castor-Transporte), Gentechnik, Naturschutz, Klimapolitik, emanzipatorische Politik, Organisationsdebatten, Antimilitarismus, Repression, Bildungskritik und Tierrechte. Besonders hervorzuheben, da in keinem deutschsprachigen Medium darüber so umfassend berichtet wurde, sind die Artikelserien zu den ökologischen, sozialen und politischen Aspekten der Tabakwirtschaft und die Bestandsaufnahme der radikalökologischen Bewegung in Großbritannien.

Andere, medial nicht sehr häufig erfasste Themen waren beispielsweise Rechte Ökologie, Bildung von unten und Luthers Antisemitismus. Im Gegensatz dazu stehen die Grundlagen-Berichterstattungen und Hintergrundartikel zum Kyoto-Protokoll, BSE, Dosenpfand, Flugverkehr, Elbe oder Müllverbrennung, bei denen es sich um zumindest zeitweise populäre Themenbereiche handelt.

Redaktionsarbeit[Bearbeiten]

Derzeit läuft das grüne blatt als Experiment für horizontal organisierte Printmedien. Die Online-Version setzt sich aus Beiträgen zusammen, die jede und jeder posten kann. Die Kriterien für die Zuordnung dieser Artikel und für Änderungen daran werden laufend weiterentwickelt. Für redaktionelle Absprachen und zum perspektivischen Ausbau des Zeitungsprojekts wurde ein passwortgeschütztes, aber offenes (Zugangsdaten sind frei erhältlich[1]) Redaktionswiki eingerichtet. Dort erfolgt beispielsweise die Koordinierung des Layouts von Printausgaben.

Etwa vierteljährlich werden aus den im Internet publizierten Artikeln Printausgaben zusammengestellt. Diese haben in der Regel einen Seitenumfang von 36 Seiten. Längere Artikel werden in abgekürzter Form wiedergegeben und auf die Online-Version verwiesen.

Das grüne blatt hat derzeit KorrespondentInnen in Italien und Großbritannien. In Deutschland wirken MedienaktivistInnen aus Berlin, Gießen, Salzwedel, Hannover, Magdeburg, Stuttgart und einigen weiteren Regionen an der Produktion der Zeitung mit.

Verbreitung[Bearbeiten]

Bis Ende 2006 waren Magdeburg und Sachsen-Anhalt das Hauptverbreitungsgebiet. Infolge der Neuausrichtung der Zeitschrift ist sie inzwischen bundesweit vertreten. Mehr als ein Viertel der Auflage wird an AbonnentInnen versandt. Etwa fünfhundert Exemplare werden über KooperationspartnerInnen und Aktive in verschiedenen deutschen Städten verbreitet.

Das grüne blatt wird kostenlos an etwa 20 Auslageorten in Magdeburg und darüberhinaus bundesweit in etwa drei Dutzend Bioläden, Infoläden und kulturellen Einrichtungen bereitgestellt. Im Abonnement kostet ein Exemplar pro Jahr 10 EUR, zehn Exemplare 30 EUR. Mitglieder der NAJU Sachsen-Anhalt erhalten das grüne blatt kostenlos per Post. Ältere Ausgaben können für 3 EUR in Briefmarken bei der Redaktion grünes blatt, PF 320119, 39040 Magdeburg bestellt werden.

In der Vergangenheit wechselte die Auflage zwischen 1000 (1995-1996, 1998-2003), 150 (1997), 1500 (1999-2000) und 800 (2004-2007) Exemplaren. Mit der Ausgabe Frühsommer 2007 soll die Auflage wieder auf mindestens 1000 Exemplare erhöht werden. Das grüne blatt erscheint somit in einer vergleichbaren Auflagenhöhe wie die anti atom aktuell (200-1000) oder die inzwischen eingestellte Studentische Öko-Zeitung FUI (350-850).

Mehrere staatliche Bibliotheken und ein halbes Dutzend linker Infoläden führen das grüne blatt. Vertrieben wird die Zeitschrift bei roots of compassion, Aktionsversand und Greenkids .

Finanzierung[Bearbeiten]

1995-1996 und 1998 bis 2004 wurde das grüne blatt vom Jugendamt und vom Umweltamt der Stadt Magdeburg bezuschusst. Ab 2005 fiel die Förderung durch das Umweltamt im Zuge allgemeiner Budgetkürzungen in der Stadt weg. Spezieller Grund war die Agenda 21-kritische Berichterstattung und eine solche Sichtweise des herausgebenden Vereins[2]. Seit 2007 erhält die Zeitschrift auch vom Jugendamt keine Förderung mehr. Offizielle Begründung: Geldknappheit in der Magdeburger Stadtkasse.

Die derzeitige Finanzierung ist eine Mischform aus Spenden, Anzeigen, Abonnements und kleineren Zuschüssen für Medienarbeit, die im Zusammenhang mit der Herstellung des grünen blatts betrieben wird.

Archiv[Bearbeiten]

In der Vergangenheit erschien das grüne blatt nicht immer regelmäßig. Meist gab es vier Ausgaben pro Jahr, zum Teil waren es weniger oder auch mehr. Die bisherigen Ausgaben sind auch im Internet einsehbar:


Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Zugangsdaten zum Redaktionswiki: http://gruenes-blatt.de/wiki/
  2. Information aus dem Umweltamt Magdeburg im Sommer 2005
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