Gesellschaft zur Förderung der Erforschung von Grundlagen der Anwendung von Methoden der Mathematik und der Naturwissenschaften auf andere Sachgebiete

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Die Gesellschaft zur Förderung der Erforschung von Grundlagen der Anwendung von Methoden der Mathematik und der Naturwissenschaften auf andere Sachgebiete e.V. war eine Gründung auf Initiative des Staatssekretärs im Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Leo Brandt und des Aachener Physikers Wilhelm Fucks an der RWTH Aachen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gesellschaft wurde am 11. Februar 1971 im Haus der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften unter dem Vorsitz des Ministers für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, in Düsseldorf gegründet. Gründungsmitglieder der Gesellschaft waren die Professoren Ludwig E. Feinendegen, Karl Gustav Fellerer, Werner Forßmann, Wilhelm Fucks, Landesminister Johannes Rau, Hans Reuter sowie die Professoren Hans Schwerte, Jürgen Uhlenbusch, Walter Weizel und Helmut Zahn.

Von der Gründungsversammlung in den Vorstand der Gesellschaft gewählt wurden die Professoren Fellerer (Vorsitzender), Feinendegen (Stellvertreter) und Uhlenbusch (Schatzmeister). In den Beirat wurden gewählt die RWTH-Professoren Hans Glinz, Kurt Stange und der Altkanzler der RWTH Aachen, Friedrich Graf Stenbock-Fermor, Staatssekretär Leo Brandt wurde vom Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen in den Beirat bestellt.

Zweck[Bearbeiten]

Als Zweck der Gesellschaft (Vereinssatzung § 2) wurde (1) "die Förderung von Forschungen über die Grundlagen der Anwendung von Methoden der mathematisch-empirischen Wissenschaften auf andere Sachgebiete und von speziellen Anwendungen exakter Methoden auf andere Sachgebiete" genannt. Zur Durchführung dieses Zwecks hatte (2) die Gesellschaft ein Forschungsinstitut zu errichten, das im wesentlichen aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert werden sollte.[1] Das Institut für mathematisch-empirische Systemforschung (MESY) in Aachen nahm noch im gleichen Monat mit zunächst sechs wissenschaftlichen Mitarbeitern seine Arbeit auf, wobei die Verwaltung der Forschungsmittel des Instituts durch die RWTH Aachen erfolgte.

Unter der Leitung von Wilhelm Fucks arbeiteten zwei Abteilungen, eine sozio-ökonomische Forschungsgruppe über die zukünftige Entwicklung von Bevölkerung und Wirtschaft, und eine sprach-statistische Forschungsgruppe zur mathematischen Analyse von Sprache und Literatur. Die Forschungsarbeiten zur mathematischen Analyse von Musik und bildender Kunst führten wegen fehlender Fördermittel dagegen nicht zu einer eigenen Abteilung. Die zunehmend angespannte Haushaltslage des Landes Nordrhein-Westfalen gegen Ende des Jahrzehnts und die damit verbundenen Kürzungen von Forschungsmitteln durch das Ministerium für Wissenschaft und Forschung bildeten den Hintergrund personeller Einsparungen, die dann 1979 zur Schließung des MESY Instituts führten. Die Forschungsarbeiten der sprachwissenschaftlichen Abteilung konnten noch bis 1983 als Arbeitsgruppe MESY am Germanistischen Institut der RWTH Aachen mit Fördermitteln des Nordrhein-Westfalen-Ministeriums für Wissenschaft und Forschung weitergeführt werden.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Protokoll-Niederschrift der Gründungssitzung vom 11. Februar 1971
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